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Biathlon

21.01.2019

Sieg im Wohnzimmer

Mit knappem Vorsprung gewann Franziska Preuß das Massenstartrennen in Ruhpolding.
Bild: Matthias Balk, dpa

Franziska Preuß gelingt in Ruhpolding der erste Weltcuperfolg. Krankheit und Verletzungen hatten sie immer wieder zurückgeworfen. Bei den Männern dominiert ein Norweger

Franziska Preuß kam nach ihrem ersten Weltcupsieg aus dem Strahlen gar nicht mehr heraus, „Es ist ein wahnsinnig geiles Gefühl, hier in meinem Wohnzimmer ganz oben zu stehen. Und das mit einem perfekten Rennen. Das ist echt cool“, sagte die 24-jährige Preuß, nachdem sie am Sonntag vor 24000 Fans im Massenstart für den krönenden Abschluss des Heim-Weltcups in Ruhpolding sorgte.

Nach vier fehlerfreien Schießeinlagen rang Preuß im Hexenkessel der Chiemgau Arena auf der Zielgeraden die Norwegerin Ingrid Landmark Tandrevold um 0,2 Sekunden nieder. Und wurde anschließend von ihren Teamkolleginnen und Konkurrentinnen gleichermaßen geherzt. Auch von Biathlon-Star Laura Dahlmeier, die sechs Wochen vor den Titelkämpfen in Östersund als 30. und Letzte ins Ziel kam. „Geil, dass Franzi es durchgezogen hat“, sagte Denise Herrmann, die als Zwölfte die WM-Norm knackte.

Bei den Männern konnte Arnd Peiffer als Siebter den Sieghattrick von Norwegens Überflieger Johannes Thingnes Bö nicht verhindern. Für Bö war es schon der neunte Saisonsieg, nachdem er bereits im Sprint und mit der Staffel erfolgreich war.

Ob Preuß je an die nun 30 Weltcup-Siege von Bö herankommt, scheint fraglich. Aber das dürfte der 24-Jährigen ohnehin egal sein. Denn sie durchlebte in ihrer jungen Karriere schon viele Tiefs – und belohnte sich nun für ihr Durchhaltevermögen nach drei „Seuchenjahren“ mit vielen Krankheiten und Ausfällen.

„Ich weiß diesen Erfolg nach meinen letzten Jahren umso mehr zu schätzen“, sagte Preuß, deren Freund Simon Schempp derzeit wegen Formschwäche eine Wettkampfpause einlegt. Zuletzt stand Preuß am 21. März 2015 als Dritte in der Verfolgung von Chanty-Mansijsk auf dem Podest.

Preuß, die in Oberhof beim historisch schlechten Abschneiden der deutschen Skijägerinnen 45. geworden war, hatten nur Kenner auf der Rechnung.

Viele Fans hatten stattdessen wahrscheinlich auf ein starkes Rennen von Dahlmeier gehofft. Doch nachdem die Doppel-Olympiasiegerin in Nove Mesto kurz vor Weihnachten in ihrem ersten Saisonrennen noch mit dem sensationellen Platz zwei für Furore gesorgt hatte, fehlt ihr nach der Grippe über Weihnachten derzeit die Kraft. Bereits bei Platz neun im Sprint hatte sie von einer brutalen Plackerei gesprochen. In der Staffel mit Rang drei am Samstag lief es besser. Im Massenstart ging aber angesichts von sechs Schießfehlern dann nichts mehr.

Dennoch dürfte vorerst die Kritik an den Trainern Kristian Mehringer und Florian Steirer verstummt sein. Die ließ Dahlmeier nach den bisher sehr schwankenden Leistungen des Teams ohnehin nicht zu. „Ich bin froh, dass wir nicht beim Fußball sind, wo die Trainer oft sehr schnell ausgetauscht werden. Ich glaube, dass wir mit ihnen sehr gut aufgestellt sind“, sagte die siebenmalige Weltmeisterin.

Während die Frauen den Weltcup mit einem Sieg und Rang drei in der Staffel beenden, reichte es für die Männer zu Rang drei im Sprint durch Benedikt Doll und Platz zwei in der Staffel. „Die Form passt. Wir haben eine klasse Staffel gemacht“, sagte Peiffer. Läuferisch hielten er als Fünftschnellster und Doll (8. Laufzeit) im Massenstart erneut mit der Spitze mit. Aber Peiffer (2 Fehler), Doll (4/21. Platz) und Johannes Kühn (7/30.) leisteten sich zu viele Extra-Meter.

Bei den Männern macht derzeit einzig Schempp Sorgen. Der Massenstart-Weltmeister legt wegen Formschwäche eine Wettkampfpause ein und fehlt neben Ruhpolding auch in Antholz. (dpa)

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