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Skispringen

24.12.2020

So bereitet sich Oberstdorf auf die Vierschanzentournee vor

In Oberstdorf dreht sich derzeit alles um die Vierschanzentournee.
Bild: Ralf Lienert

Plus Mit einem Hygienekonzept sehen sich die Veranstalter gewappnet für den Auftakt am 28. und 29. Dezember. Chef Florian Stern spricht über Chancen und Risiken.

Die südlichste Gemeinde Deutschlands setzt zum letzten Schliff an. Doch vor dem Auftaktspringen der Vierschanzentournee in Oberstdorf am 28. und 29. Dezember werden weder an der Schanze Zuschauerränge ausgewiesen noch im Nordic Park im Ort Glühweinhütten aufgebaut.

Stattdessen werden Leitsysteme errichten, Kontrollschleusen aufgestellt und im Oberstdorf Haus eine "SARS COV 2 Koordinierungsstelle" installiert.

Vierschanzenztournee: Zwei Drittel der Abläufe sind für die Organisatoren Neuland

"Das Geschehen ändert sich dynamisch und so unheimlich schnell, dass es immer wieder Anpassungen geben muss, die aber nicht vorhersehbar sind", sagt Florian Stern, Geschäftsführer der ausrichtenden Skisport- und Veranstaltungs GmbH in Oberstdorf.

"Natürlich fallen einige Dinge, wie Verkehrsregelungen, Terrorvorkehrungen und allgemeine Sicherheitsvorkehrungen weg - aber in der Arbeit für ein Event sind zwei Drittel der Abläufe für uns alle Neuland." Das erste Mal seit der Premiere 1953 wird das Auftaktspringen der Vierschanzentournee wegen der Corona-Pandemie vor leeren Zuschauern ausgetragen.

Vom Fassungsvermögen der Audi Arena in Oberstdorf von 25500 Zuschauern hatte es zunächst eine Reduktion auf 2500 gegeben – Ende November kam das Organisationskomitee politischen Beschlüssen zuvor und verzichtete gänzlich auf Zuschauer. "In Sachen Ticketing, Sicherheit und Verpflegung entfällt ein Riesenblock", sagt Stern. "Es wären hier eine Reihe von Hygienemaßnahmen hinzugekommen, um die Zuschauer sicher ins Stadion und wieder rauszubringen."

Ein Hygienekonzept soll Athleten und deren Teams schützen

So aber hat das OK gemeinsam mit dem Gesundheitsamt in der Kreisstadt Sonthofen und dem Arzt Jan Tauscher ein Hygienekonzept erstellt, das "maximalen Schutz der freiwilligen Helfer, der Bevölkerung, aller weiteren Beteiligten sowie der Athleten und deren Teams vor einer Infektion" bieten soll.

Nach Forderung des Gesundheitsamts müssen alle akkreditierten Personen zuallererst einen negativen PCR-Test aufweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Hierzu wurden in Oberstdorf und in Herzmanns an der Zufahrt der B 19 zwei Testzentren errichtet. In der Schaltzentrale im Oberstdorf Haus soll die neuinstallierte "SARS COV 2 Koordinierungsstelle" (SaKoSt) Anlaufpunkt für alle Fragen rund um das Thema Corona sein. "Hier sind in aller Regel die Behörden zuständig, aber wir wollen das Gesundheitsamt unterstützen. Positive Testungen erhält das Amt, aber auch wir in der SVG. Denn wir als Veranstalter wissen direkt, wo sich Sportler, Helfer und Betreuer aufhalten, wo sie wohnen und können die Ämter so bei der Nachverfolgung tatkräftig unterstützen", erklärt Stern.

Anstelle der üblichen 700 Helfer sind es 2020 "nur" 300

Zudem soll die "SaKoSt" Zugriff auf die Verfolgung gemäß der Akkreditierung haben und somit Einblicke erhalten, wer sich wann in welchem Bereich aufgehalten hat. Die Verwaltung und Auswertung sensibler Daten soll allerdings dem medizinischen Personal vorbehalten bleiben, betont Florian Stern. Ergänzend und für komplexere Themenfelder wurde zudem das "Medical Board", bestehend aus Geschäftsführung, dem Ressortleiter Medizin und Sport sowie Behördenvertretern, ins Leben gerufen.

In der Arena selbst ist das Areal um die Schattenbergschanze in drei Zonen, rot, gelb und blau, unterteilt – jeder Bereich für Sportler und Verbände, für Helfer und Behörden sowie für Medienvertreter strikt von den anderen getrennt. Insgesamt beläuft sich der finanzielle Mehraufwand von der Erstellung des Hygienekonzepts bis zur Planung der Kontrollschleusen auf 150.000 Euro. Anstelle der üblichen 700 Helfer im Rahmen des Auftaktspringens sind es 2020 "nur" 300. "Völlig neu ist das Tempo, in dem man Entscheidungen trifft und sie wieder verwirft, weil man neue treffen und Dinge improvisieren muss", schildert Stern mit Blick auf die Organisation des Events. "Insofern war es schwer, Abläufe einzuspielen. Es wiederholen sich auch im Chaos erkennbar neue Routinen, aber es ist sehr aufwendig Schritt zu halten."

Und so starten die Veranstalter trotz der dynamischen Entwicklung in der Pandemie in die heiße Phase der Vorbereitung für das traditionelle Auftaktspringen in Oberstdorf. "Natürlich sind wir in einem Event, das im aktuellen Lockdown gegen eine absolute Kontaktvermeidung arbeitet", macht Florian Stern deutlich. "Aber ein wichtiger Punkt ist, dass etwas stattfindet. Und wenn es hier in Oberstdorf stattfindet, dann unter diesen sensiblen Bedingungen."

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