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Motorsport

14.07.2013

Spanische Motorrad-Fiesta am Sachsenring - Bradl 4.

Stefan Bradl fuhr knapp am Podest vorbei. Foto: Hendrik Schmidt
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Stefan Bradl fuhr knapp am Podest vorbei.
Bild: Hendrik Schmidt (dpa)

Als Stefan Bradl in Führung liegend auf die Zielgerade geflogen kam, flippten über 85 000 Motorrad-Fans auf dem Sachsenring inklusive der Streckenposten völlig aus.

Zwar konnte ihr Idol beim Heim-Grand-Prix die erstmalige Spitzenposition in der Königsklasse nur die ersten fünf Runden halten. Aber mit Platz vier untermauerte Bradl seinen Anspruch, so schnell wie möglich als erster Deutscher ein MotoGP-Rennen zu gewinnen. "Die ersten Führungskilometer, das war ein tolles Gefühl. Ich habe es genossen und die Fans hoffentlich auch", resümierte der 23-Jährige nach dem Hochgeschwindigkeitsritt auf dem Heimkurs.

Das von schweren Trainingsstürzen überschattete Rennwochenende, zu dem insgesamt 204 491 Fans pilgerten, wurde zur spanischen Fiesta. Mit Alex Rins in der Moto3, Jordi Torres in der Moto2 und Jahrhunderttalent Marc Marquez in der MotoGP holten sich ausnahmslos Fahrer von der iberischen Halbinsel die Siege - und das nach den Ausfällen der gestürzten Top-Piloten Jorge Lorenzo und Dani Pedrosa.

Für die anderen deutschen Fahrer gab es mehr Schatten als Licht. Moto3-Weltmeister Sandro Cortese ist in der höheren Motorenklasse Moto2 immer noch Lehrling, sammelte als 15. aber wenigstens einen WM-Punkt. Der mit großen Ambitionen gestartete Jonas Folger wurde in der Moto3 nur enttäuschender Achter.

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Von Anfang an lag der Fokus auf Bradl. In Abwesenheit von Lorenzo und Pedrosa hatte der 23-Jährige sogar auf einen Podestplatz hoffen können. "Irgendwo hatte ich das Podium erwartet, aber ich konnte vom Speed nicht mithalten", analysierte Bradl. Nach seinem Blitzstart und der ersten Rennführungsrunde in der Königsklasse waren die Fans schier aus dem Häuschen. Doch der neue WM-Spitzenreiter Marquez sowie der zweitplatzierte Cal Crutschlow und Superstar Valentino Rossi zogen schnell an Bradl vorbei. "Ich hatte einen Moment gehabt, da bin ich fast gestürzt, mein Vorderreifen hat gekocht. Deshalb bin ich mit Platz vier zufrieden und habe die Erwartungen hoffentlich erfüllt", meinte der Moto2-Champion von 2011, nachdem er in der Box mit Beifall empfangen worden war.

Cortese holte sich nach dem Rennen erstmal ein Küsschen seiner Schwester und eine Umarmung vom Vater ab. Zuvor hatten ihn die Fans am Ring und auf seiner eigens für ihn gebauten Tribüne ebenfalls enthusiastisch angefeuert. "Schade, dass wir nur einmal im Jahr zu Hause fahren", meinte der Italo-Schwabe. Probleme machte ihm seine Maschine, an der ihm zu Beginn die Gänge heraussprangen. "Dadurch bin ich zäh ins Rennen gekommen. Aber das war ein guter Ausklang für die erste Saisonhälfte", meinte Cortese, der keine Probleme mehr am Unterarm hatte und seine für Dienstag geplante Operation zu 99 Prozent absagen wird. Marcel Schrötter stürzte an Position 15 liegend und schied völlig bedient aus.

Auch bei Folger sprach die Körperhaltung Bände. "Ich bin ratlos", gestand der 19-Jährige. Vor allem in den Kurven hatte er mit der Geschwindigkeit seines neu konstruierten Motorrads Probleme. "Im Training war es gut, im Rennen hat es nicht funktioniert", sagte er. Philipp Öttl wurde 17., Toni Finsterbusch 21., Florian Alt landete nach einem Ausflug ins Kiesbett auf Rang 29. Luca Amato und Kevin Hanus stürzten.

Überschattet wurde das Motorrad-Fest von über 40 Stürzen an den insgesamt drei Tagen. Neben MotoGP-Weltmeister Lorenzo, der sich erneut einer Schulteroperation unterziehen musste, konnten auch der entthronte WM-Führende Pedrosa und Andrea Iannone nicht starten. Pedrosa brach sich am Samstag das Schlüsselbein an und erlitt eine Gehirnerschütterung. Trotz ausgelassener Qualifikation hätte er starten können, aber die Ärzte gaben wegen Blutdruckproblemen kein Grünes Licht. Iannone kugelte sich die Schulter aus.

Kritischer Punkt war fast immer die Kurve elf, eine schnelle Rechtskurve. Die Top-Fahrer forderten Konsequenzen. "Für mich liegt das Problem an der Strecke und an den Reifen", sagte der neunfache Weltmeister Rossi. Asymmetrische Vorderreifen könnten eine Lösung sein. Durch einen Umbau der Kurve würde laut Rossi "ein wertvolles Stück Sachsenring verloren gehen. Aber ich denke an die Sicherheit. Deshalb muss was geschehen, da ist auch ein Umbau eine Option." (dpa)

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