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Spannende Liga: Gar nicht erst daran gewöhnen

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Kommentar Von Tilmann Mehl
10.03.2019

Der FC Bayern und Borussia Dortmund steuern auf das spannendste Liga-Finale seit Jahren hin. Schön. Aber gewöhnen sollte man sich nicht daran.

Vokabeln längst vergessener Zeiten: Führungswechsel, Spannung, Spitzenspiel. Fußballfans bedienten sich ihrer in grauer Vorzeit, um die Situation am oberen Tabellenende der Bundesliga zu beschreiben. Als wackere Bremer den Münchnern häufiger die Schale entrissen oder Stevens’ Schalker sich zumindest für vier Minuten als Meister fühlen durften. Ab und an erlaubte sich der Fußball besonders gelungene Scherze und ließ die gerade erst aufgestiegen Kaiserslauterner oder von Magath geschundenen Wolfsburger den Titel gewinnen. Magath wird eher einem Philantropen-Verein beitreten als nochmals Deutscher Meister zu werden.

Nun aber: retro. Bayern und Dortmunder balgen sich an der Tabellenspitze. Wer glaubt, die Vorentscheidung sei gefallen, nur weil die Münchner nun vor dem BVB stehen, irrt. Die vergangenen Wochen offenbarten, dass der hochtalentierte Dortmunder Kader nicht für die Anstrengungen einer andauernden Dreifachbelastung konzipiert war. Dieses Problem haben sie auf recht einfallslose Art mit Niederlagen in Pokal und Champions League gelöst. Mit dem Erfolg gegen Stuttgart zeigte die Mannschaft, dass sie sich Kompetenz darin erworben hat, auch mäßige Spiele zu ihren Gunsten zu beenden.

Eine Qualität, die den Münchnern schon länger zu eigen ist und die in einer Spezialausprägung als „Bayern-Dusel“ Eingang in den Sprachgebrauch gefunden hat. Den allerdings benötigte der Rekordmeister zuletzt nicht. Zu energisch sind die vergangenen Auftritte, als dass die Mannschaft glückliche Umstände benötigen würde.

So streben Bayern und Dortmunder einem selten brisanten Duell entgegen. Eine Partie zweier Mannschaften, die sich auf einem ähnlichen Niveau befinden und die ersten beiden Plätze unter sich ausmachen. Spitzenspiel nennt sich diese Veranstaltung, die am 6. April aufgeführt wird. Genug Zeit, um sich mit einigen vergessenen Vokabeln vertraut zu machen. Lassen die Bayern ihre Millionen-Einnahmen vernünftig in den Kader fließen, können die Vokabeln aber auch schnell wieder vergessen werden. Dann bleiben immerhin Erinnerungen an dieses spannende Frühjahr 2019.

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