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Bundesliga

28.01.2021

Sportwissenschaftler warnt vor langfristigem Schaden durch Geisterspiele

Seit Corona ein fast schon gewohntes Bild in Deutschlands Sportarenen: Leere Ränge und Geisterspiele.
Foto: Ina Fassbender/AFP-Pool, dpa

Exklusiv Professor Martin Lames sieht durch den Wegfall des wissenschaftlich erwiesenen Heimvorteils eine Bedrohung für viele Vereine - vor allem für die mit kleinerem Budget.

Der Sportwissenschaftler Martin Lames warnt vor langfristigen Schäden für das Gefüge der Fußballbundesliga durch die Geisterspiele in der Corona-Pandemie. „Was die finanziellen Unterschiede in der Liga betrifft, sind fehlende Zuschauer fatal“, sagte der Münchner Professor unserer Redaktion. „Ohne Zuschauer gewinnt noch häufiger das Team mit dem großen Budget und den teuren Spielern“, betonte Lames. Der ohne Zuschauer fehlende Heimvorteil verstärke deshalb die bestehenden Ungleichheiten noch zusätzlich. Dies sei eine große Bedrohung für die Bundesliga.

TU-Professor Lames: Publikum spielt wichtige Rolle für sportlichen Erfolg

„Es ist nachgewiesen, wie Fans ihr Heimteam stärken, diesen Zusammenhang können wir in der Sportwissenschaft als etabliert betrachten“, betonte der Münchenr TU-Prossor. Statistisch spiele vor allem bei kleineren Vereinen das Publikum eine wichtige Rolle für sportlichen Erfolg: „Unterlegene Teams benötigen diese Extra-Unterstützung, um trotz ihrer geringeren sportlichen Fähigkeiten zu gewinnen“, betonte der Professor für Trainingswissenschaft und Sportinformatik.  „Die Stimmung in einem Stadion kann sehr extrem werden. Sie treibt Spieler an, auch mal 110 Prozent zu geben, um eine Partie noch zu drehen.“

Als Beispiel nannte den FC Augsburg, der deutlich stärker von seinen Fans abhängig ist als etwa der FC Bayern München: „Die Fans des FC Augsburg geben ihrem Verein tatsächlich mehr als die Bayernfans. Das hat aber den trivialen Grund, dass die Erfolgswahrscheinlichkeit beim FC Bayern ohnehin höher ist.“

Lames fordert einheitliche Zuschauer-Regelung in der Bundesliga nach Öffnung der Stadien

Aus diesem Grund fordert der Wissenschaftler bei einer Wiederöffnung der Fußball-Stadien für Zuschauer eine einheitliche Lösung, weil er sonst Wettbewerbsnachteile befürchtet: „Es wäre sehr ungerecht und für die Bundesliga auch ungünstig, wenn einzelne Mannschaften von laxeren Corona-Regeln profitieren. Für eine etwaige Öffnung der Stadien für Zuschauer muss eine solidarische und einheitliche Lösung für die gesamte Bundesliga her.“

Lesen Sie hier auch das Interview mit Martin Lames: Darum sind Fans im Stadion für den FCA so wichtig

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