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10.08.2009

Sprinten war Hauptsache

Vom 15. bis 23. August findet in Berlin die Leichtathletik-WM statt. Wir erinnern in einer Serie an ehemalige WM-Teilnehmer aus unserem Verbreitungsgebiet.

Augsburg Leichtathletik-WM 1991 in Tokio. Titelkämpfe von historischer Bedeutung. Denn erstmals nach Jahrzehnten der Trennung trat wieder ein gesamtdeutsches Team auf der internationalen Bühne an. Zur Mannschaft gehörte in Asien auch Sprinter Wolfgang Haupt, ein Schwabe aus Erlingen (Kreis Augsburg), der für Bayer Leverkusen startete. "Für mich war das eine außergewöhnliche Veranstaltung", gerät der mittlerweile 45-Jährige noch heute ins Schwärmen, wenn er von den Tagen im Land der aufgehenden Sonne erzählt. Nicht so sehr wegen seiner eigenen Leistungen. Denn die waren auf den Bahnen des Olympiastadions durchwachsen. Über 100 Meter kam bereits im Vorlauf das Aus, in der 4 x100-m-Staffel galt das deutsche Quartett als Medaillenkandidat, doch nach einem Wechselfehler zerborsten auch diese Träume. "Ich habe drei super Weltrekorde live im Stadion gesehen, da wurde Leichtathletik-Geschichte geschrieben. Noch heute bekomme ich eine Gänsehaut, wenn ich daran denke." Haupt erinnert an die Bestmarken von Carl Lewis (USA), der die 100 Meter in 9,86 Sekunden lief.

Mike Powell (USA) erreichte im Weitsprung eine Weite von 8,95 Metern. Die US-amerikanische 4 x100-m-Staffel sprintete die Strecke in 37,50 Sekunden.

Für Wolfgang Haupt, der 1991 kurz vor der WM in Leverkusen die 100 Meter in persönlicher Bestzeit 10,24 Sekunden lief, war es die einzige WM-Teilnahme. Doch um dies richtig einzuordnen, muss man Haupts Geschichte kennen. Er war Fußballer, kickte beim SC Biberbach in der A-Klasse (heute Kreisliga) und später in der Bezirksliga, als er 1984, damals schon 20 Jahre alt, eine Wette gegen einen Arbeitskollegen gewann und in Basketballstiefeln die 100 Meter in 11,3 Sekunden lief. Dann ging alles rasend schnell. Die Leichtathleten der LG Zusam angelten sich das Talent, bereits ein Jahr später erfolgte der Wechsel zu Bayer Leverkusen. Dort avancierte der Bayer nicht nur zu einem der schnellsten Männer der Republik, sondern sorgte mit 7,97 Metern auch für ein ausgezeichnetes Weitsprungresultat.

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Karriere im Viererbob

Nach Ende seiner Sprintkarriere wechselte er zum Bobfahren. Auch in der Eisrinne konnte der heute beruflich als Geschäftsführer bei einer Firma in Bobingen (bei Augsburg) angestellte Haupt Erfolge feiern. 1996 fuhr er im Viererschlitten bei der WM in Calgary mit. Zur Leichtathletik gibt es kaum noch Kontakte.

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