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26.06.2017

Stolz auf das Nationaltrikot

Amanal Petros

Flüchtling jubelt bei seiner EM-Premiere

Amanal Petros zerrte sein Nationaltrikot Richtung Kamera und deutete einen Kuss auf den Stoff an. So abgezockt eine solche Geste bei Profifußballern erscheint, so rührend und ehrlich kam sie bei dem Langstreckenläufer rüber. Seht her! Ich, der Flüchtling aus Eritrea, bin hier Dritter geworden – bei meinem ersten Einsatz für die deutsche Leichtathletik-Nationalmannschaft.

Das wollte der überglückliche 22-Jährige vom SV Brackwede damit sagen. Bei den Team-Europameisterschaften in Lille gab es kaum einen Athleten, der so verbissen kämpfte wie der Neuling über 5000 Meter – und definitiv keinen, der sich so über einen dritten Platz freute. Amanal Petros, mit 16 über Äthiopien und ohne seine Familie als Asylbewerber in Deutschland gelandet, rannte am Samstag nach 13:59,83 Sekunden über die Ziellinie. „Es war genial. Und es war eine Ehre für mich“, sagte er später.

Amanal Petros begann einst mit dem Laufen, um der Enge des Flüchtlingsheims in Bielefeld zu entkommen. In der Szene ist er inzwischen etabliert, Mitglied der U23-Nationalmannschaft, Dritter bei der Junioren-Cross-EM, zweimal deutscher Vize-Meister über 10 000 Meter. Aber inmitten einer Mannschaft mit Olympiasiegern und Weltmeistern – das war noch mal etwas Neues. „Die Leute sind unheimlich freundlich“, sagte Petros in seinem beachtlichen Deutsch. Sein nächstes Ziel ist die U23-EM Mitte Juli in Polen. (dpa)

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