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Skispringen

26.03.2018

Takanashi bricht alle Rekorde

Die Japanerin Sara Takanashi gewann in Oberstdorf beide Skisprungwettbewerbe und schraubte ihren Rekord auf 55 Weltcup-Siege.
Bild: Ralf Lienert

Die Japanerin feiert beim Weltcup-Finale in Oberstdorf ihre Erfolge 54 und 55. Sie übertrifft damit die Bestmarke von Gregor Schlierenzauer. Die deutsche Mannschaft gewinnt die Nationenwertung

Für die sonst eher zurückhaltende Japanerin Sara Takanashi war das ein ungewohnter Gefühlsausbruch. Nach ihrem Sieg im ersten von zwei Wettkämpfen beim Weltcup-Finale der Skispringerinnen in Oberstdorf sprang sie freudestrahlend in die Höhe und deutete mit ihren beiden Händen an, welch geschichtsträchtiger Erfolg ihr gelungen war: An einer Hand zeigte sie fünf, an der anderen vier Finger. Mit ihrem 54. Weltcupsieg seit 2011 überflügelte die 21-Jährige in den Weltcup-Bestenlisten den Österreicher Gregor Schlierenzauer und darf sich nun geschlechterübergreifend erfolgreichste Skispringerin im Weltcup nennen. Einen Tag später folgte Triumph Nummer 55, der sechste in Oberstdorf in Folge. Dabei hätte sie sich als Kind beinahe für die kulturelle Karriere entschieden, nahm Klavierunterricht und besuchte die Ballett-Klasse. Ihr Vater und ihr älterer Bruder überzeugten sie schließlich vom Skisspringen.

Mit 100,5 und 96,5 Metern siegte Takanashi an Tag eins in Oberstdorf vor der Österreicherin Daniela Iraschko-Stolz und Olympiasiegerin Maren Lundy aus Norwegen. Exakt die gleiche Besetzung auf dem Siegerpodest folgte beim zweiten Einzel am Sonntag. Takanashi sprang dieses Mal auf 99 und 102,5 Meter. „Das waren meine Siege fünf und sechs hier, also ist das meine Schanze“, sagte sie. Für die deutschen Springerinnen lief es am Samstag nicht nach Plan. Carina Vogt (Degenfeld) war als Vierte Beste im Team von Bundestrainer Andreas Bauer, Katharina Althaus, Silbermedaillengewinnerin von Pyeongchang, hatte auf ihrer Hausschanze keine Chance aufs Podest und wurde Achte.

Grund zum Feiern hatten die deutschen Springerinnen am Ende doch noch. Auch wenn es erneut nicht unter die besten drei gereicht hat (Katharina Althaus war als Siebte beste DSV-Springerin), rettete Deutschland den Vorsprung in der Nationenwertung ins Ziel. Es war ein Zittern bis zur letzten Springerin. Letztlich lagen Althaus, Vogt & Co. fünf Punkte vor den Japanerinnen. Trainer Andreas Bauer war überglücklich: „Wir haben sieben Jahre darauf hingearbeitet, die beste Nation der Welt zu werden. Daher ist das ein sehr bewegender Moment.“ Die große Kristallkugel für den Sieg im Gesamt-Weltcup bekam die Norwegerin Maren Lundby.

5500 Zuschauer wollten die Wettkämpfe in Oberstdorf sehen. Künftig könnte es eine noch größere Kulisse geben. Denn geplant ist unter anderem, dass die Frauen bereits ab der nächsten Saison hauptsächlich von Großschanzen springen, zudem des Öfteren gemeinsam an einem Ort mit den Männern ihre Wettkämpfe austragen. Beim Weltverband Fis wird sogar überlegt, das Trainings- und Wettkampfverbot auf Flugschanzen aufzuheben. Heiß diskutiert wurde in Oberstdorf auch die Zukunft des Team-Springens. Von höchster Stelle des Weltskiverbands war dieser Wettbewerb bereits für die Nordische Ski-WM 2019 in Seefeld ins Programm aufgenommen worden, mittlerweile wurde er aber vom Österreichischen Ski-Verband – wohl aus Kostengründen – wieder gestrichen. Die Tirolerin Iraschko-Stolz äußerte sich überaus kritisch über den ÖSV, Deutschlands Trainer Bauer sprach sogar von einem Skandal.

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