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Tennis
08.07.2016

Angelique Kerber - das ist die Wimbledon-Finalistin

Angelique Kerber steht im Finale von Wimbledon.
Foto: Gerry Penny (dpa)

Angelique Kerber steht im Finale von Wimbledon. So tickt die deutsche Topspielerin. Das Match gegen Serena Williams gibt es am Samstagnachmittag live zu sehen...

Angelique Kerber stand 2011 vor den Trümmern einer Karriere, die noch gar nicht richtig begonnen hatte. In der Weltrangliste war sie auf Platz 107 abgerutscht. Das ist nicht schlecht, aber auch nicht so gut, dass man ein sorgenfreies Leben führen könnte. Elfmal hintereinander war Kerber in der ersten Runde eines Turniers gescheitert. „Vor jedem Match sagte ich mir: Bitte nicht, bitte nicht noch mal in der ersten Runde ausscheiden. Aber mit dieser Einstellung verlierst du natürlich erst recht“, beschrieb Kerber in einem Interview mit dem Spiegel diese Zeit.

Glücklicherweise entschied sie sich damals gegen eine Ausbildung zur Physiotherapeutin. Die Liebe zum Tennis war stärker. Kerber stellte Training und Spielweise um, arbeitete an ihrer Fitness, verzichtet seitdem auf Süßigkeiten und startete eine Karriere, die sie in diesem Jahr zum Sieg der Australian Open und nun ins Finale von Wimbledon (um ersten Mal) geführt hat. Der Schlüssel zum Erfolg liege aber im Kopf. „Ich funktioniere nicht, wenn ich mir zu hohe Erwartungen setze. Ich bin jetzt freier, ich grübele weniger“, sagt die 28-Jährige.

Diese Einstellung hat die Frau mit polnischen Wurzeln zu einer Weltklassespielerin gemacht. Schon früh hatte sie darauf hingearbeitet, denn ihre Eltern Beata und Slawek arbeiteten seit Kerbers drittem Lebensjahr in einer Kieler Tennishalle.

Angelique Kerber setzte sich im Endspiel beim Australian Open gegen Serena Williams aus den USA erfolgreich durch und holt damit den Grand-Slam-Titel wieder nach Deutschland.
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Tränen-Jubel in Melbourne: Angelique Kerber gewinnt Australian Open
Foto: Julian Smith (dpa)

Angelique Kerber: So tickt die Wimbledon-Finalistin

Der Vater fungierte als ihr Trainer, die Mutter als ihre Managerin. Das mag unter pädagogischen Gesichtspunkten befremdlich wirken, einer großen Tenniskarriere ist es offenbar zuträglich. Vater Slawek allerdings ist längst schon ersetzt worden, momentan gibt Torben Beltz die Kommandos im Training. Mutter Beata dagegen organisiert noch immer das Drumherum.

Angelique Kerber hat das Ziel vor Augen: Den Titel von Wimbledon.
Foto: Gerry Penny (dpa)

Kerber lebt ihr Privatleben abseits des Scheinwerferlichts. Die Boulevard-Blätter sammeln deshalb eifrig jedes kleine Detail, das nach außen dringt. Zum Beispiel das über ein Glücksarmband von ihrer Oma. Oder dass Kerber eine Vorliebe für Schuhe und fast 100 Paar im Schrank stehen hat.

Und die Liebe? Gegenüber Bunte gestand sie einmal, dass es „besonders schwierig“ sei, einen Mann zu finden, „der für mein Leben Verständnis aufbringt“. Als Tennis-Profi ist sie die meiste Zeit des Jahres auf Achse. Für eine Beziehung bleibt da wenig Zeit. Aber: „So alt bin ich ja noch nicht. Wenn der Richtige kommt, müsste er natürlich das viele Reisen akzeptieren.“

Am Samstag könnte Kerber zum ersten Mal Wimbledon gewinnen. Gegnerin im Finale ist um 15 Uhr die Topfavoritin und Titelverteidigerin Serena Williams. Live im Stream und TV: Angelique Kerber fordert Serena Williams

Eines hat Kerber aber bereits sicher. Sie wird in jedem Fall nach dem Turnier wieder als Nummer zwei der Welt gelistet. Vor Wimbledon lag sie auf Rang vier.

Wer ist Angelique Kerber ? Die Finalistin von Wimbledon im Steckbrief

Name: Angelique Kerber

Alter: 28 (18. Januar 1988)

Geburtsort: Bremen

Wohnort: Kiel

Größe: 1,73 Meter

Gewicht: 68 Kilogramm

Profi seit: 2003

Schlagarm: links

Trainer: Torben Beltz

Familienstand: ledig, Eltern Slawek und Beata, eine Schwester

Sprachen: Deutsch, Polnisch, Englisch

Trainingsort: Akademie ihrer Großeltern im polnischen Puszczykowo

Aktuelle Weltranglistenposition: 4 (vor dem Turnier in Wimbledon)

Bisher beste Weltranglistenposition: 2

Größte Erfolge bislang: 1 Grand-Slam-Sieg (Australian Open 2016)  7 Turniersiege (2015: Charleston, Stuttgart, Birmingham, Stanford, 2013: Linz, 2012: Paris, Kopenhagen), 2 Grand-Slam-Halbfinals (US Open 2011, Wimbledon 2012)

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