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Tennis
06.09.2021

Tennis-Profi Naomi Osaka und ihr zerrüttetes Seelenleben

An guten Tagen spielt die 23-Jährige Naomi Osaka hervorragendes Tennis, doch mentale Probleme machen der jungen Japanerin zu schaffen.
Foto: Elise Amendola/AP/dpa

Porträt Tennisspielerin Naomi Osaka hält Druck und Kritik im Profi-Tennis nicht mehr aus. Die 23-Jährige überlegt deshalb ernsthaft, sich zurückzuziehen.

Das Jahr 2021 hatte so vielversprechend für Naomi Osaka begonnen. Die 23-jährige Tennisspielerin sicherte sich im Februar mit dem Sieg bei den Australian Open ihren vierten Grand-Slam-Titel und galt als Favoritin für die French Open und die anstehenden Olympischen Spiele in ihrem Heimatland Japan. Dafür hatte Osaka, Tochter eines Haitianers und einer Japanerin und seit ihrem dritten Lebensjahr in den USA aufgewachsen, ihre amerikanische Staatsbürgerschaft aufgegeben und sich für die japanische entschieden.

Naomi Osaka bricht bei Pressekonferenz in Tränen aus

Doch bei den French Open zeichnete sich erstmals ab, dass Osaka dem Druck, der Kritik und den Erwartungen, die der Profi-Tenniszirkus mit sich bringt, nicht standhält. Sie machte öffentlich, dass sie seit geraumer Zeit an Depressionen leide, brach eine Pressekonferenz unter Tränen ab und zog sich dann ganz aus dem Turnier zurück. In Wimbledon trat sie gar nicht erst an. Im August in Tokio entzündete sie als letzte olympische Läuferin die Fackel im Stadion, doch sportlich schied die japanische Hoffnungsträgerin auf eine Medaille schon im Achtelfinale aus.

Siege machen sie nicht mehr glücklich, sagt Naomi Osaka

Nun also die US Open, wo ihre Auftritte mit Spannung erwartet wurden. Hier wollte Osaka noch einmal angreifen, doch erneut verlor die Weltranglistenzweite in der dritten Runde gegen die unbekannte 18-jährige Leylah Fernandez aus Kanada. In der Pressekonferenz flossen wieder Tränen. Siege würden sie nicht mehr glücklich machen, gestand Osaka. „Und wenn ich verliere, bin ich sehr traurig. Ich glaube nicht, dass das normal ist.“ Sie scheint an dem Punkt angelangt, an dem sie mit 23 Jahren ernsthaft erwägt, die Reißleine zugunsten ihrer mentalen Gesundheit zu ziehen. „Ich denke, ich werde für eine Weile mit dem Spielen pausieren“, sagte Osaka, die im Jahr 2018 schlagartig bekannt geworden war, als sie im Finale der US Open Serena Williams mit 6:2, 6:4 vom Platz gefegt hatte.

Die Japanerin Naomi Osaka leidet in ihrem Beruf als Tennisprofi. Deshalb will sie sich nun eine Auszeit nehmen.
Foto: Darron Cummings/AP/dpa

In den Sozialen Medien wird Naomi Osaka zur Zielscheibe heftigster Kritik

Im Blickpunkt steht die Japanerin aber auch, weil sie sich abseits des Platzes durch großes soziales und politisches Engagement auszeichnet. So prangert sie Rassismus in den USA und Japan an, ruft dazu auf, sich mit der Black-Lives-Matter-Bewegung zu solidarisieren, und trägt während der Pandemie zu ihren Partien Gesichtsmasken mit Konterfeis der Opfer von Polizeigewalt. Doch ihre starken Botschaften, verbunden mit ihren labilen öffentlichen Auftritten, lassen sie in den sozialen Medien zur Zielscheibe heftigster Kritik werden. „Heulsuse“ und „verwöhnte Göre“ sind noch die harmlosesten Beleidigungen, denen sich Osaka ausgesetzt sieht.

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