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Fußball

07.11.2017

Tommy Käßemodels unglaublicher Weg zum "Profi-Kicker"

Tommy Käßemodel ist Mittelfeldspieler und Teambetreuer beim Zweitligisten Erzgebirge Aue.
Bild: dpa

Dass er mal einen Profi-Vertrag unterschreiben würde, hätte Käßemodel wohl nie gedacht. Doch 29-Jährige steht im Kader von Erzgebirge Aue. Ein Spiel wird er aber wohl nie machen.

Tommy Käßemodel darf sich aktuell mit Fug und Recht als Profi-Fußballspieler bezeichnen - und das, obwohl der 29-Jährige noch vor zwei Jahren eher sporadisch in der Landesliga kickte. Mittlerweile steht er beim Zweitligisten Erzgebirge Aue unter Vertrag. Dabei dürfte Käßemodel der einzige Spieler in den deutschen Profiligen sein, der neben seiner Karriere als Kicker noch einem regulären Job nachgeht: Er ist quasi nebenher noch Betreuer von Erzgebirge Aue. Seine Chancen auf einen Einsatz in der 2. Liga gehen hingegen gegen Null - und in aller Regel trainiert er nicht einmal mit der ersten Mannschaft.

Käßemodel erfüllt die Vorgabe als Local Player

Denn aus dem einzigen Grund, warum er den Profivertrag unterschrieben hat, macht Erzgebirge Aue keinen Hehl: Käßemodel erfüllt die Vorgabe eines Local Players. Die Deutsche Fußball-Liga ( DFL) hat es den Profi-Klubs zur Auflage gemacht, dass mindestens vier Spieler im Kader stehen müssen, die im Alter zwischen 15 und 21 für den Club spielberechtigt waren.

Weil Aue aber eben nur drei dieser sogenannten Local Player unter Vertrag hatte und aus der eigenen Jugend kein Kicker nach oben drängte, erinnerte man sich daran, dass der Betreuer Käßemodel selbst im Nachwuchs der Auer ausgebildet wurde. Deswegen unterschrieb er zusätzlich zu seinem Vertrag als Teambetreuer eben noch ein Arbeitspapier als Profikicker.

Der Internet-Hype um ihn ging im Sommer los

Das war vor eineinhalb Jahren. Der damalige Aue-Trainer Pavel Dotchev erklärte damals über Käßmodel: "Wir standen mit dieser Personalie etwas unter Druck. Wir werden das sicher nicht wiederholen. Aber für diese Saison ging es nicht anders." Das sah man im Sommer wohl mittlerweile etwas anders: Nach Dotchev sind mittlerweile drei weitere Trainer gefolgt, doch Käßemodel ist gebleiben. Die Folge: Man stattete Käßemodel erneut mit einem Profipapier aus.

Die Internetkarriere von Käßemodel startete in dieser Sommerpause aber erst richtig: Weil er erstmals zu Saisonbeginn bei Aue im Kader stand, gibt es ihn nun auch als Figur beim Videospiel "Fifa 18" von EA Sports. Die besondere und etwas zweifelhafte Ehre, die Käßemodel zuteil wird: Er ist mit einer Bewertung von 46 Punkten einer der zehn schlechtesten Kicker in dem Spiel.

Nur zum Vergleich: Weltfußballer Cristiano Ronaldo kommt auf einen Wert von 94 Punkten und ist damit der beste Spieler. Defizite scheint der Software-Hersteller vor allem beim Sprintwert von Käßemodel ausgemacht zu haben - dieser liegt nur bei 23 von 100 möglichen Zählern.

Käßemodel steht für keine Interviews zur Verfügung

Seit dem Erscheinen des Spiels Ende September geht der Internet-Hype um den Profi-Kicker, der eigentlich nur auf dem Papier einer ist, immer weiter. Das scheint mittlerweile selbst Käßemodel und seinem Verein etwas zu viel geworden zu sein. Auf Anfrage teilten Klub und Spieler mit, dass der 29-Jährige bis auf Weiteres für keine Interviews zur Verfügung steht.

Immerhin hat die Aufmerksamkeit schon einen Effekt: Wer in der Online-Spielvariante "Ultimate Team" seine Mannschaft mit Käßemodel im Mittelfeld verstärken will, muss in der virtuellen Tauschbörse meist ziemlich tief in die Tasche greifen. Zumindest in dieser Hinsicht hat Käßemodel schon einige Erstligakicker überflügelt. Und die müssen nicht nebenher Waschkörbe mit dreckigen Trikots schleppen.

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