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Das neue Wunderpferd

19.08.2011

Totilas's härteste Konkurrenz: Uthopia

Der Brite Carl Hester und Uthopia waren im EM-Teamwettbewerb eine Klasse für sich. dpa

Er war das teuerste Dressurpferd der Welt: Totilas von Paul Schockemöhle. Doch jetzt läuft ihm ein kleineres, dunkelbraunes Pferd den Rang ab: Uthopia.

Wunderpferd wird der Hengst Totilas genannt, doch jetzt gibt es einen neuen vierbeinigen Dressur-Superstar: Uthopia. Der Brite Carl Hester darf ihn nur deshalb reiten, weil die Besitzerin drei Kinder bekam. Bei der EM war Uthopia bereits besser als Totilas und hängte ihn klar ab.

"Gott sei Dank ist sie eine gute Katholikin und kriegt ein Kind nach dem anderen", witzelte der britische Reiter, der mit Uthopia Team-Gold gewann und am Wochenende zwei weitere Titel gewinnen kann. "Er war ein Familienpferd, jetzt ist er ein Superstar", sagte der 44-jährige Brite über den dunkelbraunen Hengst, der auch die schweren Lektionen leicht aussehen lässt. Bisher galt allein Totilas als Wunderpferd, das nach dem Millionen-Kauf durch Paul Schockemöhle ein ungeahntes Interesse an der Dressur auslöste. Aber nur zehn Monate nach dem teuersten Transfer der Welt ist Totilas mit Matthias Rath im Sattel erstmals deutlich geschlagen: Hester führte die Briten mit Uthopia zum ersten EM-Sieg.

Hester verriet: "Jan Bemelmans hat schon vor zwei Jahren gesagt, dass er das neue Wunderpferd ist." Der im Rheinland lebende Nationalcoach der Spanier kann derzeit bei der EM in Rotterdam zuschauen, wie sich seine Prognose bewahrheitet. Totilas hat jetzt eine mindestens ebenbürtige Konkurrenz.

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"Die sind schon in einer Liga", kommentierte Schockemöhle, der für Totilas geschätzte zehn Millionen an einen Niederländer überwies und nun über Uthopia sagte: "Der ist mir eigentlich zu klein, aber er ist ein tolles Pferd, keine Frage."

Hester kaufte das Pferd ebenfalls in den Niederlanden, für angeblich 150 000 Euro. Inzwischen ist der Wert explodiert und dürfte ungefähr das zwanzigfache betragen. "Die Leute rufen jeden Tag an", sagte Hester: "Es werden immer mehr." Schockemöhle war bisher noch nicht dabei.

Hester entdeckte Uthopia vor sechs Jahren. Nicht für sich, sondern für eine befreundete Reiterin, die von der Vielseitigkeit auf die Dressur umsteigen wollte. "Ich suchte ein kleineres Pferd für sie und ein größeres für mich", erklärte er. Das kleinere Pferd war Uthopia, er bildete den Hengst wie verabredet für Sasha Stewart aus. "Als sie dann heiratete und Mutter wurde, durfte ich Uthopia weiter reiten."

Kurioserweise verzichtete Hester daher darauf, sein eigenes Pferd Valegro zu reiten und stellte es seiner Angestellten Charlotte Dujardin zur Verfügung. Und die ritt nun mit Hesters Pferd ebenfalls zu Team-Gold. Manche halten den erst neunjährigen Wallach für noch talentierter als Uthopia. Der deutsche Bundestrainer Holger Schmezer spricht bereits von "zwei Totilas" im englischen Team, um die Qualität zu verdeutlichen.

Am Samstag und Sonntag tritt Matthias Rath mit Totilas erneut gegen die neuen Herausforderer an. Im Grand Prix Special und in der Kür kann sich das Paar nach dem verpassten Gold revanchieren. Wahrscheinlicher erscheint aber, dass Hester seine schöne Geschichte noch ein paar Mal erzählen muss. (dpa)

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