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Glosse

15.01.2018

Trainersuche: Warum der FC Bayern einen Sprachtest braucht

Versteht deutsch besser, als er es spricht: Giovanni Trapattoni.
Bild: Helmut Fohringer, dpa (Archiv)

Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge will, dass der nächste FCB-Trainer deutschsprachig ist. Schade - denn gerade die Nicht-Muttersprachler haben bleibenden Eindruck hinterlassen.

Ausgerechnet Karl-Heinz Rummenigge. Der Mann, der Reichtum und Karriere der Internationalisierung des Fußballs zu verdanken hat. Ausgerechnet jener Mann, der seine ersten Millionen in Italien verdiente und später dem FC Bayern den Weg in die geöffneten Märkte wies. Ausgerechnet er also wählt den Protektionismus. Keine ausländischen Importe mehr, zumindest nicht auf der Trainerbank. Der nächste Coach werde ein Deutscher sein, hat er angekündigt. Wahrscheinlich meint er eher einen deutschsprachigen Übungsanleiter.

Muss der Trainer des FC Bayern deutschsprachig sein?

Denn was würde schon ein deutscher Pass bringen, wenn beispielsweise im Falle von Christian Streich die mundartliche Einfärbung eine beidseitig verständliche Kommunikation eher unwahrscheinlich macht? Ralph Hasenhüttl hingegen besitzt einen österreichischen Ausweis, spricht aber so deutlich, dass er sogar dem Schwaben Timo Werner die richtigen Laufwege weisen kann.

Wo aber fängt „deutschsprachig“ an? Bei Joachim Löw? Ist er deutschsprachiger als etwa der Kosmopolit Arsene Wenger? Jenem Franzosen in Diensten des FC Arsenal, der sich neben der Kreation formschöner Angriffe auch auf die Bildung des Genitivs versteht.

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Guardiola verdankt die Fußball-Welt den "super-super Spieler"

Der Verzicht auf Nicht-Muttersprachler ist zu bedauern. Sie waren es, die bleibende Bilder hinterlassen haben. Trapattonis „Flasche leer“ oder Tschik Cajkovskis „kleines dickes Müller“ haben es in den Sprachgebrauch geschafft. Ancelotti immerhin brummte derart gemütlich vor sich hin, dass Zuhörer sich wohlig an heimelige Vorleseabende erinnert fühlten. Heynckes, Magath oder Hitzfeld hingegen haben nichts von schöpferischer Kraft hinterlassen.

Pep Guardiola erarbeitete immerhin noch das Prinzip der verstärkenden Wiederholung: „Super-super-Spieler“ oder „Toptop-Klasse“. Der Spanier hatte zumindest verinnerlicht, dass es Wörter ohne Steigerungsmöglichkeiten gibt. Dass es kein „superer“ gibt, weiß natürlich der superste Trainer von allen. Anders als Rummenigge. Der bezeichnet Heynckes als die „idealste“ Lösung.

Manchester Citys Trainer Pep Guardiola ist mit seinem Team Spitzenreiter in England.
Bild: Martin Rickett, dpa (Archiv)

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