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Fußball

05.10.2020

Transferoffensive beim FC Bayern: Vier Neue für die Titeljagd

Flügelspieler Douglas Costa kehrt für ein Jahr auf Leihbasis zum FC Bayern München zurück.
Bild: Fabio Ferrari, dpa

Gegen Hertha rettete Lewandowski die Münchner mit vier Toren. Um ihm künftig Pausen verschaffen zu können, schlug der Meister nochmals auf dem Transfermarkt zu.

Der lauteste Schrei kam von Bruno Labbadia. Der Trainer der Berliner Hertha dürfte sich in der 92. Minute in der Partie gegen den FC Bayern über so einiges geärgert haben: Über den missglückten Versuch seines Spieles Maximilian Mittelstädt, Robert Lewandowski zu stoppen. Über den Pfiff von Schiedsrichter Benjamin Cortus, der darauf Elfmeter gab. Und über die Unausweichlichkeit der Niederlage. Denn dass Robert Lewandowski, der zu diesem Zeitpunkt bereits dreimal getroffen hatte, auch den Strafstoß verwandeln würde, bezweifelte keiner in der Münchner Arena. Das Tor zum 4:3-Endstand für den FC Bayern nahm Labbadia dann schon wieder gelassen hin.

Nach Abpfiff sprach Labbadia von einer bitteren Niederlage und davon, dass "einfach viel, viel mehr drin gewesen" wäre – wenn eben nicht Lewandowski gewesen wäre. Alle vier Treffer gegen die Hertha gingen auf das Konto des Polen (40., 51., 85., 90. +3). Vor allem die letzten beiden Tore waren Produkte der Willenskraft des Stürmers, der laut seinem Trainer Hansi Flick ein Vorbild für seine Mitspieler ist: "Auch wenn du müde und nicht bei 100 Prozent bist, kannst du Leistung bringen. Robert Lewandowski ist auch nicht bei 100 Prozent und macht vier Tore."

Dass die völlig überspielten Bayern, die mit gerade mal einer Woche Vorbereitung in die Saison starteten und "von Spiel zu Spiel hetzen", wie Flick sagte, müde sind – unbestritten. Wie schon gegen Borussia Dortmund startete der FC Bayern souverän, führte 2:0 – und gab den Vorsprung noch aus der Hand.

Eric Maxim Choupo-Moting wechselt für ein Jahr zum FC Bayern München.
Bild: David Ramos/Pool Getty/AP/dpa

Eric Maxim Choupo-Moting soll Lewandowski Verschnaufpausen verschaffen

Umso wichtiger ist es, für Entlastung im dünnen Kader zu sorgen. Auf der Zielgeraden des am Montagabend geschlossenen Transferfensters hat Sportdirektor Hasan Salihamidzic endlich einige der lange geforderten Alternativen verpflichte: Der Deutsch-Kameruner Eric Maxim Choupo-Moting (früher unter anderem HSV, Schalke), der sich mit Paris St. Germain nicht auf einen neuen Vertrag einigen konnte, erhält einen Einjahresvertrag. Der 31-Jährige wird Lewandowski ersetzen und seinen Reservistenstatus ansonsten akzeptieren, wie das bereits in Paris getan hat. Am Montag gab der FC Bayern den Wechsel bekannt. Salihamidzic dazu: "Er gibt unserem Kader in der Offensive, vor allem im Zentrum eine Tiefe, die wir brauchen werden."

Der FC Bayern München hat den spanischen defensiven Mittelfeldspieler Marc Roca verpflichtet.
Bild: Daniel Reinhardt/dpa

Marc Roca erweitert das Angebot im defensiven Mittelfeld

Marc Roca, neun Millionen Euro teurer Neuzugang von Espanyol Barcelona, ist nach dem Abgang von Thiago eine neue Alternative im defensiven Mittelfeld. Der Franzose Bouna Sarr, der am Montag bis 2024 unterschrieb, ist der seit langem geforderte Backup für Benjamin Pavard auf der Rechtsverteidigerposition – eine Rolle, die der zuletzt ausgeliehene Alvaro Odrizola (nach 179 Spielminuten wieder zurück zu Real Madrid) nicht ausfüllen konnte.

Auch neu bei den Bayern: Bouna Sarr aus Marseille.
Bild: Witters

Douglas Costa statt Hudson-Odoi: Bayerns pikanter Plan B

Den 19-jährigen Flügelstürmer Callum Hudson-Odoi, den Flick als "eines der größten Talente auf dieser Position" bezeichnet, bekommt der FC Bayern erneut nicht. Der FC Chelsea ist offenbar nicht bereit, den englischen Junioren-Nationalspieler abzugeben. Deswegen betrifft die pikanteste Personalie einen alten Bekannten: Douglas Costa. Der 30-jährige Brasilianer, der bereits zwischen 2015 und 2017 in München spielte, wird für eine Saison von Juventus Turin ausgeliehen. Der Rechtsaußen soll dabei hinter Serge Gnabry, Leroy Sané und Kingsley Coman der vierte Flügelspieler des Rekordmeisters sein.

Trug schon einmal das Trikot des FC Bayern: Douglas Costa.
Bild: dpa

Einen Beigeschmack hat der Transfer deshalb, weil Bayern-Patron Uli Hoeneß dem Brasilianer bei seinem Wechsel nach Italien gesalzene Abschiedsgrüße hinterherschickte. "Costa hat nicht funktioniert, weil er ein ziemlicher Söldner war, der uns charakterlich nicht gefallen hat." Denn Costa sei damit aufgefallen, dass er "schon nach kürzester Zeit mehr Geld haben wollte, obwohl er keine Leistung mehr gebracht hat", so der damalige Präsident. Und weiter: "Den müssen wir schnell wieder loswerden. Und wir haben ihn Gottseidank wieder losgebracht." Nun ist Costa wieder da. Gottseidank? Salihamidzic formulierte das in der Pressemitteilung so: "Douglas kennt den FC Bayern und wird sich sehr schnell wieder zurechtfinden."

Den Verein verlassen hat hingegen Sven Ulreich (HSV), ihm folgen könnten Adrian Fein, Joshua Zirkzee, Mickael Cuisance und Javi Martínez. Auch wenn das Fenster für Neuzugänge seit Montagabend um 18 Uhr geschlossen ist – Transfers in andere Länder wie etwa Portugal oder die Niederlande (Ende der Wechselperiode: 6. Oktober), Schweiz (12. Oktober) oder Russland (17. Oktober) sind noch länger möglich.

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