Newsticker

Spanien verhängt erneut Notstand und Ausgangssperre
  1. Startseite
  2. Sport
  3. Untergang vor vollem Haus?

TSV 1860 München

17.05.2015

Untergang vor vollem Haus?

Wenn die weiß-blauen Fahnen wehen: Der Löwen-Anhang hat sich zum Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg in großer Zahl angekündigt.
Bild: Symbolbild: imago

Die Löwen stehen vor einer der wichtigsten Partien der Vereinsgeschichte. Tatsächlich mobilisiert der Verein immer noch die Massen. Doch vielleicht ist es dafür schon zu spät.

Es ist unfair, die Löwen in Sippenhaft zu nehmen. Aber Fußball ist nun mal nicht fair. Deshalb schwingt immer auch ein wenig Häme mit, wenn der Zweitligist auch noch am vorletzten Spieltag als selbst ernannter Aufstiegskandidat bezeichnet wird. Dabei hat keiner der Spieler gesagt, dass die erste Liga das Ziel ist.

Lediglich Ex-Ex-Trainer Ricardo Moniz war von dem Kader so überzeugt, dass er künftige Duelle mit dem FC Bayern in Aussicht stellte.

Moniz ist seit September Vergangenheit. Ihm folgte Markus von Ahlen. Doch auch unter ihm blieb verborgen, nach welchen Gesichtspunkten Moniz und Sportdirektor Gerhard Poschner den Kader zusammengestellt haben. Nach von Ahlen übernahm Torsten Fröhling die Elf. Er bekam im Februar das Vertrauen ausgesprochen, nachdem man sich von prominenteren Kandidaten Körbe abgeholt hatte. Nun also Fröhling. Zuvor Trainer der zweiten Mannschaft. Typ: ehrlicher Anpacker.

Dass es mit Duellen gegen die Bayern in näherer Zukunft nichts würde, war schnell klar. Verlieren die Löwen nun allerdings am Sonntag gegen den 1. FC Nürnberg (15.30 Uhr), sind in der kommenden Spielzeit Partien gegen die SG Sonnenhof Großaspach und die Stuttgarter Kickers wahrscheinlich. Dritte Liga statt Oberhaus.

Wann könnte der Abstieg feststehen?

Bei einer Niederlage gegen den Club könnte der Abstieg bereits nach dem Abpfiff feststehen. Es ist eine der schwierigsten Partien in der an Schwierigkeiten nun wirklich nicht armen Geschichte der Löwen.

In schlechten Zeiten rücken die 60er aber von jeher zusammen. Für das Spiel gegen Nürnberg sind bereits über 60000 Karten verkauft. Diesmal bedecken keine blau-weißen Planen den Oberrang, sondern fahnenschwenkende Fans. Statt verhallenden Rufen nun Dröhnen und Grölen. Kollektives Bangen. So könnte ausgerechnet das Symbol des Niedergangs zur Rettung der Löwen beitragen. Die Allianz-Arena wird von einem Großteil der Löwenfans als Sargnagel gesehen, der immer weiter in den Deckel geschlagen wird. Zu groß, zu teuer und dann ist man auch noch Mieter der Bayern.

In den 16 Heimspielen der laufenden Saison holten die Löwen 13 Punkte. Das schlechteste Heimteam der Liga. Immerhin meint es der Spielplan gut mit den Münchnern.

Das erwartet die Löwen am nächsten Spieltag

Gegner Nürnberg steht im Niemandsland der Tabelle. Die Clubberer machen gerne selbst das Spiel, was den Löwen entgegenkommt. Weniger entgegen kommt den Löwen das Fehlen ihres besten Stürmers. Rubin Okotie traf bislang 13 Mal, hat sich aber beim Sieg in der Vorwoche gegen den FSV Frankfurt seine fünfte Gelbe Karte abgeholt und fehlt somit gesperrt.

Aber Fröhling hadert nicht. Für Okotie muss dann eben ein anderer spielen. Ein Kurztrainingslager lehnte der Coach ab. Von speziellen Motivationstricks hält der 48-Jährige nichts. „Man darf nicht so viel verändern. Wenn ich jetzt für Samstag eine Bauchtänzerin holen würde, wäre das nichts.“

Es schaut so aus, als wäre Fröhling seit Werner Lorant der Trainer, der am besten zu diesem kitschig-knarzigen Verein passt. Lorant führte den Weg aus der Bayernliga in die Bundesliga. Sorgte für Delirium im Grünwalder Stadion. Nun führt der Weg möglicherweise zurück. In die dritte Liga. Und ins Grünwalder Stadion. Für die Verantwortlichen ist es mehr als nur eine romantische Gedankenspielerei, bei einem Abstieg an den Sehnsuchtsort zurückzukehren.

Vielen Fans würde das gefallen. Über 60000 werden die Löwen gegen Nürnberg anfeuern. Ein Teil davon würde sich freuen, in der dritten Liga im „Grünwalder“ zu spielen. Die Löwen – ein einziges Paradoxon.

Was passiert, wenn...?

… die Löwen gegen Nürnberg verlieren? Sollten dann St. Pauli, Fürth sowie Aue ihre Spiele gewinnen und Frankfurt mindestens unentschieden spielen, ist der TSV abgestiegen.

… die Löwen unentschieden gegen den Club spielen? Dann können die Münchner am 33. Sieltag noch nicht absteigen.

… die Löwen gegen den FCN gewinnen? Ist der TSV 1860 trotzdem noch nicht gerettet. Die Entscheidung um den Klassenerhalt wird dann auf den letzten Spieltag der zweiten Bundesliga verschoben.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren