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Bundesliga-Serie

29.08.2020

Verletzungssorgen, Finanzssorgen: Vor dem FSV Mainz 05 liegt eine schwere Saison

Der Mainzer Trainer: Achim Beierlorzer.
Bild: Torsten Silz/dpa

Für die Rheinhessen geht es darum, auf das nächste Level zu kommen - eine Aufgabe, an der schon Ex-Trainer Sandro Schwarz scheiterte.

Elf Jahre Bundesliga-Zugehörigkeit am Stück. Das ist ein Erfolg. In der vergangenen Saison musste der 1. FSV Mainz 05 aber erneut hart um den Klassenerhalt kämpfen.

Wird Mainz wieder zittern müssen?

Das Ausschlussprinzip lässt es einerseits befürchten: Viel mehr als das letzte Tabellendrittel wird für den Vorjahres-13. nicht drin sein. Andererseits verfügen die Rheinhessen über reichlich Qualität, um das Wundertütenklischee zu bedienen. Gegen Frankfurt und Hertha etwa holten die 05er in der vergangenen Saison zwölf Punkte. Vizemeister Dortmund rannten die Mainzer am 32. Spieltag mit einer beeindruckenden körperlichen Präsenz nieder, das 2:0 dort war der Schlüssel zur Rettung. Auch der Faktor Erfahrung spricht für die Rheinhessen. Der Mainzer Kader ist der drittjüngste der Liga, das Gros des Stammpersonals spielt aber schon seit zwei oder mehr Jahren zusammen.

Was muss Trainer Achim Beierlorzer anders machen?

Der 52-Jährige muss die Mainzer Elf auf das nächste Level heben – eine Aufgabe, an der schon der im November 2019 entlassene Sandro Schwarz verzweifelte. Mit der Fähigkeit, Mannschaften weiterentwickeln zu können, hatte sich der frühere Coach von Jahn Regensburg im Sommer 2019 für den 1. FC Köln empfohlen. Den Kölner Makel hat Beierlorzer längst abgeschüttelt. Er gilt als kommunikativer, sachlicher Zeitgenosse. Selbst das schwache 0:1 im Test gegen Sandhausen analysierte der Franke mit der ihm eigenen Ruhe. Beierlorzer verkörpert das Anforderungsprofil der 05er, bei denen Trainerwechsel als Ultima Ratio gelten. Eine Zusatzaufgabe: Der 34-Mann-Kader gehört ausgedünnt.

Wer sind die Hoffnungsträger?

Die Verpflichtung von U-21-Nationalspieler Luca Kilian (20/Paderborn) ließ aufhorchen. Sportvorstand Rouven Schröder bezeichnet den Ex-BVB-Junior als „immens veranlagt“ und „top ausgebildet“. Perspektivisch könnte Kilian mit Jeremiah St. Juste (23) eine potente Innenverteidigung bilden, in der noch Moussa Niakhaté (24) und der Belgier Dimitri Lavalée (23) mitmischen. Vorne fehlt ein Mann, der neben Schwedens Nationalspieler Robin Quaison (13 Saisontore) konstant für Gefahr sorgt.

Wie hart hat die Corona-Krise Mainz 05 getroffen?

Das Minus bei den Medienerlösen soll sich laut Finanzvorstand Jan Lehmann auf rund 13 Millionen Euro belaufen – gut ein Viertel weniger als ursprünglich eingeplant. Hinzu kommen fehlende Zuschauereinnahmen. Existenzbedrohlich ist die Lage nicht, doch Königstransfers sind ausgeschlossen. Stattdessen denken die Rheinhessen laut über Verkäufe nach. Ein hoch gehandelter Mann ist Niakhaté (Marktwert rund elf Millionen Euro), ein anderer Jean-Philippe Mateta (17 Mio.).

Was wird aus Mateta?

Am besten ein Stürmer, der nur noch sportlich von sich reden macht. Der begabte Ex-U-21-Nationalspieler Frankreichs war mit 14 Toren der Aufsteiger der Saison 2018/19. Im zweiten Jahr rief der 23-Jährige nach einem Kreuzbandriss erst spät sein großes Potenzial ab. In den ersten Wochen der Vorbereitung geriet Mateta mit Verspätungen und einer Verurteilung wegen Fahrerflucht nach einem Parkunfall in die Schlagzeilen. Für den Test gegen Würzburg (6:0) wurde er suspendiert und zum Straftraining verdonnert. Der Spieler gelobt Besserung.

Prognose der Sportredaktion

Nach Jahren des erfolgreichen Abstiegskampfes erwischt es diesmals die Mainzer. Sie steigen ab.

Zugänge Lavalée (Lüttich, ablösefrei), Kilian (Paderborn, Ablöse unbekannt), Liesegang, Mustapha, Nebel (alle Mainz U19), Abass (Utrecht), Holtmann (Paderborn), Seydel (Regensburg), Maxim (Gaziantep), Gürleyen (Liefering, a. Leihe beendet).

Abgänge Pierre-Gabriel (Brest, Leihe), Seydel (Darmstadt, ablösefrei), Maxim (Gaziantep, ablösefrei), Meier (Dresden, Leihe), Holtmann (Bochum, Ablöse unbekannt), Awoniyi (FC Liverpool), Bruma (Wolfsburg, alle Leihe beendet).

Dieser Artikel ist Teil unserer Bundesliga-Vorschau. In 18 Teilen beleuchten wir das Geschehen bei den einzelnen Vereinen und wagen eine Prognose. Im Rahmen dieser Serie ist bislang erschienen:

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