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Handball-EM 2020

16.01.2020

Vor dem Spiel gegen Weißrussland: Handballer sprechen sich Mut zu

„Wir sind eine große Handball-Nation, das wollen wir auch zeigen“, sagt Bundestrainer Christian Prokop vor dem ersten Hauprundenspiel heute Abend gegen Weißrussland.
Bild: Sascha Klahn, dpa

Nach der verkorksten Vorrunde will das deutsche Team in der EM-Hauptrunde durchstarten. Dazu bedarf es einer Steigerung in allen Mannschaftsteilen.

Die tiefen Augenringe bei Christian Prokop lassen auf wenig Schlaf des Bundestrainers vor dem Start der deutschen Handballer in die EM-Hauptrunde schließen. In der Partie gegen Weißrussland am Donnerstag (20.30 Uhr/ARD) steht der WM-Vierte bereits unter maximalem Druck – eine weitere Niederlage nach dem Vorrunden-Flop gegen Spanien würde bereits das Ende aller Halbfinalträume bedeuten.

Handball-EM 2020: DHB-Coach Christian Prokop fordert Leistungssteigerung

„Die Mannschaft geht damit sehr gut um. Sie konzentriert sich nur auf diese Herausforderung und will sie meistern“, sagte Prokop zum Duell mit den Weißrussen. „Jetzt geht es darum, perfekt in die richtige Richtung zu gehen. Jeder muss eine Schippe drauflegen, damit wir durchstarten können. Wir sind eine große Handball-Nation, das wollen wir auch zeigen.“ Kapitän Uwe Gensheimer ist ebenfalls zuversichtlich, dass der Turnaround gelingt. „Wir müssen gegen Weißrussland zu unserer Leistung finden und geschlossen zeigen, wozu wir im Stande sind“, forderte der 33 Jahre alte Linksaußen.

Beim Medientermin in der Wiener Stadthalle und dem anschließenden Training gab sich Prokop am Mittwoch betont locker. Hier ein flotter Spruch für die Journalisten, dort ein Scherz mit Co-Trainer Erik Wudtke. Auch die Kommunikation mit den Spielern wirkt keineswegs gestört. Und doch haben die dürftigen Vorstellungen seiner Schützlinge in der Vorrunde Spuren beim Bundestrainer hinterlassen.

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Druck auf die DHB-Auswahl bei der Handball-EM 2020 ist steigt

Die Leichtigkeit und Souveränität, mit der Prokop im Vorjahr bei der Heim-WM an der Seitenlinie agierte, ist verschwunden. Während der Spiele wirkt der 41 Jahre alte Familienvater ähnlich angespannt wie bei seiner verpatzten EM-Premiere 2018, die ihn nach nur sieben Monaten im Amt fast den Job gekostet hätte. Gegen die Niederlande vergaß er in einer Auszeit den Namen von Rechtsaußen Timo Kastening, gegen Spanien hatte er kein erfolgreiches Spielsystem parat und gegen Lettland vermissten viele Beobachter in der brenzligen Schlussphase einen emotionalen Weckruf.

„Natürlich kann ich schreiend meinen Frust zum Ausdruck bringen und die Schuld auf alle schieben, die gerade die Bälle verloren haben. Aber das bringt nichts“, begründete Prokop anschließend seine Zurückhaltung. „Jeder ist so authentisch, wie er authentisch sein kann. Man kann aus einem Analytiker wie Prokop keinen Peter Neururer machen. Er ist so, wie er ist“, sagte Ex-Nationaltorwart Andreas Thiel über den Charakter des Bundestrainers. „Und was wir nicht vergessen sollten: Er hat im letzten Jahr bei der Heim-WM einen guten Job gemacht.“ Doch Prokop weiß, dass die Meriten vergangener Tage schnell in Vergessenheit geraten, wenn es nicht läuft. Er muss schleunigst in allen Mannschaftsteilen Lösungen finden.

„Die Abwehr muss wieder ihr WM-Niveau erreichen und die Torhüter müssen stabiler werden. Dazu wollen wir ein schnelleres und disziplinierteres Angriffsspiel hinbekommen“, umriss der Coach die Aufgaben und verkündete das Motto für die Hauptrunde: „Wenn wir uns als Team verbessern, werden wir eine kontinuierlich stärkere Leistung bieten. Dann werden wir in unseren Flow kommen.“ (dpa)

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