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Basketball-WM

11.09.2019

WM-Aus für die USA: Erstmals seit 17 Jahren keine Medaille

NBA-Center Rudy Gobert (l) führte die Franzosen zum Sieg.
Bild: Zhu Zheng/XinHua (dpa)

Die zweite WM-Sensation ist perfekt: Nach Serbien sind auch die USA bei der Basketball-WM raus. Eine zu schwache Wurfquote und der nie aufgebende Gegner Frankreich machen dem Favoriten einen Strich durch die Rechnung. Trainer Popovich stellt sich vor sein Team.

Nach der Schmach von Dongguan verschwanden die US-Basketballer schnell und mit hängenden Köpfen in die Kabine.

Durch teils haarsträubende Fehler in der Schlussphase verlor der Top-Favorit sensationell das WM-Viertelfinale gegen Frankreich mit 79:89 (39:45) - damit geht die Basketball-Großmacht erstmals seit der Heim-WM 2002 bei einem großen Turnier leer bei der Medaillenvergabe aus. Die Absage zahlreicher NBA-Stars für die Welttitelkämpfe in China wollte Erfolgstrainer Gregg Popovich aber nicht als Grund für das Verpassen des Halbfinals gelten lassen.

"Das ist respektlos. Frankreich hat uns geschlagen. Es ist egal, wer im Team ist", sagte Trainer-Altmeister Popovich und erwies sich als fairer Verlierer. Auch Topscorer Donovan Mitchell reagierte genervt auf die Fragen nach den fehlenden Superstars. "Ich habe es satt, wenn Leute fragen, wer nicht hier ist. Sie wollten nicht kommen, das ist ihr Ding. Wir haben elf andere Jungs hier in diesem Raum, die antreten wollten", sagte der Point Guard der Utah Jazz.

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Der Titelverteidiger und fünfmalige Weltmeister verpasste durch die erste Niederlage bei einem großen Turnier seit dem verlorenen WM-Halbfinale 2006 gegen Griechenland nicht nur die Vorschlussrunde, sondern auch die Chance, als erstes Team dreimal nacheinander WM-Champion zu werden. Popovich lobte trotzdem nach der historischen Niederlage sein Team. "Ich könnte nicht stolzer sein auf diese zwölf Jungs, die ihren Sommer geopfert haben, noch nie zusammen gespielt haben und hier hergekommen sind", sagte der 70-Jährige. Zuvor hatten die USA seit WM-Bronze 2006 in 58 aufeinanderfolgenden Spielen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen nicht verloren.

Immerhin haben die USA das Olympia-Ticket für Tokio 2020 sicher und treffen nun in den Platzierungsspielen am Donnerstag auf Serbien. Der Titelaspirant war tags zuvor ebenfalls sensationell an den Argentiniern gescheitert. Die Südamerikaner fordern nun die Franzosen, die in der Vorrunde Deutschland mit 78:74 bezwungen hatten. Im anderen Halbfinale spielt Spanien gegen Australien, das Tschechien am Mittwoch 82:70 (33:30) besiegte.

Beste Werfer der Franzosen waren im Dongguan Basketball Center Evan Fournier mit 22 Punkten und Rudy Gobert mit 21 Zählern. "Das ist ein riesiger Sieg für uns. Sie haben es uns schwer gemacht, aber wir haben uns an unseren Spielplan gehalten", sagte Gobert. Bei den US-Amerikanern überragte Mitchell mit 29 Zählern. Außer ihm punkteten nur noch Marcus Smart (11) und Kemba Walker (10) zweistellig.

Frankreich setzte den Favoriten, der auf den am Knöchel verletzten Jayson Tatum verzichten musste, dank einer starken Defensive unter Druck. Der bisherige US-Topscorer Walker wurde bis zum Schlussviertel fast komplett aus dem Spiel genommen. Nach einem zwischenzeitlichen Zehn-Punkte-Rückstand schien der Favorit beim 74:67 (33.) das Spiel endlich im Griff zu haben. Aber weit gefehlt: In der Schlussphase verloren Mitchell und seine Teamkollegen komplett die Nerven.

Zahlreiche Freiwürfe gingen daneben, auch technische Fehler, die auf diesem Niveau eigentlich nicht passieren dürfen, ebneten den vom starken Fournier angeführten Franzosen noch den Weg ins Halbfinale. Am Ende war der Sieger den USA in allen statistischen Bereichen wie Rebounds, Dreier- und Freiwurfquote überlegen und gewann verdient. (dpa)

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