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WM-Qualifikation
10.06.2017

Löw schaut nur auf sich

Der Gegner ist diesmal nebensächlich. Bundestrainer Joachim Löw erwartet von seiner Mannschaft gegen San Marino, dass sie sich Torchancen erspielt und diese nutzt.
Foto: Daniel Karmann, dpa

Der Bundestrainer verzichtet vor dem Spiel in Nürnberg auf eine ausgiebige Analyse von Gegner San Marino. Schon jetzt ist der Confed Cup das bestimmende Thema

Joachim Löw hatte gedanklich schon den Spielfilm vor Augen, als er kurz über San Marino referierte. Der Bundestrainer erwartet am Samstag (20.45 Uhr/RTL) in Nürnberg 90 Minuten Einbahnstraßenfußball in Richtung des Tores der Fußball-Amateure aus dem europäischen Zwergstaat. „Da gibt es für uns nur das Thema: Torchancen herausspielen und Tore erzielen“, erklärte Löw.

Die gerade 30000 Fans, die im Nürnberger Stadion erwartet werden, will der junge deutsche Confed-Cup-Kader für ihr Kommen belohnen. „Ich appelliere auch an uns: Wir haben die Chance, die Zuschauer zu begeistern“, sagte Sebastian Rudy, einer von vier Spielern aus dem „Hoffenheimer Block“.

Auch Löw fordert eine „hohe Schlagzahl“ von seinen Spielern, verzichtete aber bewusst auf Torvorgaben. „Einen Rekord zu brechen, das ist sekundär“, antwortete der Bundestrainer, angesprochen auf das höchste Resultat seiner Amtszeit, einem 13:0 vor knapp elf Jahren in San Marino.

Neben dem 13:0 im ersten Vergleich gab es noch ein 6:0 und 8:0 gegen die Kicker aus dem nur 30 000 Einwohner zählenden Land nahe Rimini in Italien. Bei allen drei Kantersiegen saß Löw als Bundestrainer auf der Bank. „Es geht einzig und allein darum, wie wir die Dinge angehen und nicht, wie San Marino spielt“, sagte der Bundestrainer deutlich. Mit Informationen über Gegenspieler werden die Nationalspieler diesmal auf ihrer teaminternen Chatroom-App nur knapp versorgt. Die Konzentration gilt ganz dem eigenen Spiel.

Ob Julian Draxler die DFB-Auswahl in Nürnberg anführen kann, konnte Löw vor dem Abschlusstraining noch nicht beantworten. Der 23-Jährige hat Knieprobleme. Ein Risiko werde er nicht eingehen, Shkodran Mustafi würde die Kapitänsbinde ansonsten übernehmen.

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Tor-Debüts sind angesagt in Franken. Nur vier der 22 Spieler für den Confed Cup haben schon im A-Team getroffen; Draxler (3), Jonas Hector (2), Joshua Kimmich (2) und Mustafi (1). Die Offensivspieler von Julian Brandt über Timo Werner bis hin zum Teamsenior Sandro Wagner brennen auf ihre Premiere. „Ein Tor wäre natürlich super. Ich war ja in Dänemark schon ein-, zweimal davor“, sagte der 29 Jahre alte Hoffenheimer Wagner.

Löw lobte seinen neu konzipierten 22-Mann-Kader nach den ersten Tagen. „Die Spieler bringen Lust und Freude mit. Sie brennen unheimlich auf diesen Confed Cup.“ Der Turniersieg beim Probelauf für die WM 2018 würde Draxler und seinen 21 Gefährten auch ein feines Urlaubsgeld einbringen. Der DFB würde 50000 Euro pro Mann zahlen. 30000 Euro gäbe es bei einer Finalteilnahme, 20000 Euro für Platz drei. „Wir wachsen von Tag zu Tag als Mannschaft mehr zusammen. Wir freuen uns alle, das Turnier spielen zu können. Und wir wollen natürlich ganz oben mitspielen“, sagte der zukünftige Bayern-Profi Rudy.

0:13, 0:6 und zuletzt ein 0:8 im Hinspiel der Qualifikationsrunde im November in Serravalle lauten die bisherigen Ergebnisse des 204. der Weltrangliste. Nach dem jüngsten 8:0 des Weltmeisters hatte Müller bei aller Anerkennung für den Kampfgeist der Spieler von San Marino auch darauf hingewiesen, dass der Auftritt des Gegners nichts mit „professionellem Fußball“ zu tun hatte.

Sportfunktionär Alan Gasperoni verwies bei seinem Konter auf die schönsten Trikots der Weltmeister. Und er stichelte, dass die Deutschen weiterhin diejenigen seien, „die immer weiße Socken in den Sandalen tragen“. Um diese Aussagen von Müller und „weiße Socken in den Sandalen“ soll es für San Marinos Nationalspieler beim ungleichen Kräftemessen mit dem Weltmeister aber nicht mehr gehen. „Wir wollen eine gute Leistung abliefern. Was im November passiert ist, ist Schnee von gestern“, sagte Trainer Pierangelo Manzaroli. San Marinos Kapitän Alessandro Della Valle fügte hinzu: „Halb Europa schaut uns zu, und wir haben die Verantwortung und Aufgabe, uns bestens zu verkaufen.“ (dpa)

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