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Eröffnungsfeier

15.06.2018

Warmspielen mit Robbie Williams

Man in Red: Robbie Williams und sein Team bei der Eröffnungsfeier.
Bild: afp

Der englische Popstar feiert mit den Zuschauern und provoziert mit einer Geste

Deutschland ist nicht Russland, Robbie Williams nicht Helene Fischer und Halbzeitshow nicht gleich die Eröffnungsfeier einer Fußballweltmeisterschaft. Während Deutschlands Schlagerkönigin vor einem Jahr in der Pause des Pokalendspiels bei ihrem Auftritt schlimmer ausgepfiffen wurde, als es sich Ilkay Gündogan vorstellen kann, nahm Williams den Applaus der Zuschauer entgegen. Und das, obwohl er gegen Ende seines Auftritt den Mittelfinger der Kamera entgegenstreckte. Die Beweggründe dafür blieben bislang offen. Möglicherweise reagierte der Star so auf die Kritik aus seiner Heimat, Geld könne auf weitaus bessere Weise verdient werden, als in einem von einem Autokraten regierten Land aufzutreten.

Der Engländer war der Hauptdarsteller, ehe die russische Nationalmannschaft gegen Saudi-Arabien die Weltmeisterschaft eröffnete. Im Vergleich zu Fischer hatte sich Williams Verstärkung mitgebracht. Die bekannte Opernsängerin Aida Garifullina half ihm beim Duett zu „Angels“. Zuvor sang Williams bereits davon, dass er gerne die Zuschauer unterhalten würde („Let me entertain you“) – und die waren gewillt, seiner Bitte nachzukommen. Schon vor dem Stadion präsentierten sie sich bestens gelaunt, feierten zusammen mit den Anhängern Saudi-Arabiens ein friedliches Fest.

Die Anhänger im Luschniki-Stadion hätten aber möglicherweise auch einem tanzenden Wackelpudding applaudiert. Dass sie Putin geradezu euphorisch begrüßten, ehe der seine Eröffnungsrede hielt, mag im riesigen Reich so üblich sein. Dass allerdings der seinem Vorgänger Sepp Blatter im Geschäftsgebaren ähnliche Fifa-Boss Gianni Infantino auch mit Beifall bedacht wurde, ist eher ungewöhnlich.

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Es war eine erfrischend kurzweilige Eröffnungsfeier, zu der auch gehörte, dass sich Putin und Infantino mit politischen Äußerungen zurückhielten. Sie missbrauchten so nicht die wunderbare Bühne, die Zuschauer und Künstler boten. Da lässt sich auch über die streitbare grellgrüne Fantasie-Camouflagebekleidung einiger Tänzer hinwegsehen.

Die einzig Leidtragenden der Feierlichkeiten waren die Spieler aus Saudi-Arabien. Sie betraten erst um 17.16 Uhr Ortszeit den Platz. Acht Minuten später verließen sie ihn auch schon wieder, da die Bühne für Robbie Williams noch zusammengewerkelt werden musste. Zum Gesamtkonzept gehörten freilich auch noch die feierliche Präsentation des Spielballs und ein wenig Gaukelei des Maskottchens. Williams’ Mittelfinger war im Drehbuch wohl eher nicht vorgesehen.

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