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Nationalmannschaft

19.11.2008

Warum Frings die Kanzlerin versetzte

Verpasste den Besuch bei der Kanzlerin: Torsten Frings.
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Verpasste den Besuch bei der Kanzlerin: Torsten Frings.
Bild: DPA

Beim Mannschaftsbesuch der Deutschen Elf bei Angela Merkel hat Torsten Frings die Kanzlerin versetzt. Hatte er nichts passendes anzuziehen? Eine Randbemerkung von Rudi Wais

Nationalspieler, CDU-Präsiden und die Parlamentsjournalisten in Berlin verbindet ein seltenes Privileg: Sie erleben ihre Kanzlerin auch mal von ihrer lockeren Seite.

Nicht so verbissen wie im Fernsehen und nicht so vorsichtig taktierend wie im Koalitionsausschuss. In kleinen Runden, wenn keine Kamera sie filmt und kein Tonband läuft, ist Angela Merkel eine schlagfertige, amüsante Unterhalterin. Da wird viel gefrotzelt, viel gelacht und nicht jedes Wort auf die Goldwaage gelegt.

Vermutlich wäre Angela Merkel auch eine kleine, sympathische Gemeinheit eingefallen, wenn Torsten Frings am Montagabend mit leichter Verspätung und in Räuberzivil bei ihr im Kanzleramt eingetrudelt wäre, wo der Rest der Nationalelf schon saß und sich ein Bild davon zu machen begann, "wie die Regierung so haust" (Originalzitat Simon Rolfes).

Warum Frings die Kanzlerin versetzte

Frings allerdings fuhr, durch einen Stau aufgehalten, direkt ins Mannschaftshotel und entschuldigte sich später mit dem Argument, er sei erstens zu spät dran und zweitens ohnehin nicht passend angezogen für einen Besuch bei der Bundeskanzlerin.

Passend angezogen allerdings waren auch seine Mitspieler nicht, die anstelle ihrer dunklen Designeranzüge eine modisch grenzwertige Kombination aus Himmelblau und Grau trugen: ihren Trainingsanzug. Im Umkehrschluss bedeutet das: Frings saß entweder halb nackt im Auto - oder er hatte noch etwas anderes vor.

Auf der nach oben offenen Skala der Geschmacksneurosen liegen die Schlabberhosen und die gelegentlich ins Paramilitärische abdriftenden Oberteile des Bremers schließlich noch weit unter dem biederen DFB-Blau und dem unschuldigen Weiß, aus dem Joachim Löw und seine beiden Assistenztrainer strahlten.

Dass Frings die Kanzlerin versetzte, muss also andere Gründe haben. Ist sein Verhältnis zu Löw, allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz, womöglich so zerrüttet, dass er sich gar nicht mehr mit ihm auf ein gemeinsames Mannschaftsfoto stellen mag? Oder war der Bremer, am Ende, in geheimer Mission unterwegs?

Bisher ist es nur ein Gerücht, dass er mit DFB-Präsident Theo Zwanziger im Hotel schon Vorverhandlungen über die Höhe der WM-Prämie geführt und dabei vergeblich versucht hat, einen Sonderbonus für verdiente, aber formschwache Nationalspieler herauszuschinden. Schließlich leisten auch sie etwas für die Mannschaft: Mit ihrem plumpen Pioniergehabe bauen sie ihre eigenen Konkurrenten erst richtig auf.

Was uns das alles lehrt? Nichts. Sicher wissen wir nur: Wenn Barack Obama im Frühjahr im Kanzleramt vorbeischaut, wird er keinen Trainingsanzug tragen.

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