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Radsport

31.07.2020

Wegen Corona: Die Zeit des Busserlns nach dem Radeln ist vorbei

Gehören vorerst der Vergangenheit an: Busselnde Hostessen im Radsport, hier bei Marcel Kittel.
Bild:  Dario Belingheri/ANSA/AP (dpa)

Das Küsschen für den Sieger eines Radrennens war lange ein fester Bestandteil. Wegen Corona bleiben die Helden nun ungeküsst.

Was gibt es für Gründe, sich bei brüllender Hitze mit dem Rennrad stundenlang Alpen- und Pyrenäenpässe hinaufzuquälen und anschließend in halsbrecherischen Schussfahrten talwärts zu rasen?

Zuvorderst will der Radl-Hasadeur das, was jeder Sportler möchte: den Sieg. Aber was bekommt er dafür? Wenn er zu Hause ist, eine Siegprämie und Werbeverträge, damit er sich Dopingmittel kaufen kann, wenn er mal nicht mehr so schnell unterwegs ist.

Das Bussi macht den Schmerz und die Qual vergessen

Wenn er Glück hat, gibt’s ein neues Hemd, ein gelbes, ein rosafarbenes oder ein gepunktetes. Am schönsten aber ist, was nach dem Hemd kommt: Wangenküsse (österreichisch: Bussi), hingehaucht von zwei Schaumgeborenen zur Linken und Rechten des Helden. Wer jemals nach 80 glühend heißen Kilometern auf schwäbischen Straßen zu Hause mit einem solchen Wangenhauch empfangen wurde, wird dessen Bedeutung für Profis und Amateure nicht hoch genug einschätzen. Wie der Schmerz auf das unschuldige Bussi hin nachlässt und die Regeneration beschleunigt.

Wir reden hier nicht dem Bussi-Bussi das Wort, auf dem eine komplette Münchner Scheingesellschaft fußt, sondern einer alten, einzigartigen Tradition im Sport. Man mag es sich auch nicht vorstellen, wie nach jedem Sieg von Lewandowski & Co. 22 Damen die elf Bayern-Spieler abbusseln. Vorerst freilich räumt Corona mit den Siegerküsschen im Radsport auf. Wenn nun nach vier Monaten Pause wieder gefahren wird, bleiben die Helden ungeküsst. Wofür sich dann noch quälen?

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