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Skispringen

26.02.2015

Weltmeister Severin Freund freut sich: "Es hat brutal Spaß gemacht"

Hier jubelt der neue Weltmeister: Skispringer Severin Freund nach seinem Titelgewinn in Falun.
Bild: Srdjan Suki dpa

Der 26-jährige Severin Freund holt sich den Weltmeistertitel von der Großschanze und beendet eine 14 Jahre andauernde Durststrecke der Deutschen. Die waren aus dem Häuschen.

Severin Freund hatte sich von der Erde losgerissen, um mit seinem zweiten Sprung in eine neue Dimension vorzustoßen. Scheinbar schwerelos segelte er durch den Nachthimmel von Falun. Die Menschen im Stadion verfolgten seinen Ausflug mit offenen Mündern und staunenden Blicken. Noch nie sprang jemand weiter von dieser Großschanze – und selten steuerte einer derart kontrolliert den Boden an. Fast sah es aus, als ob der 26-Jährige auf einem Daunenkissen landet, so weich beendete er seinen Flug auf dem eisigen Hang. Besser geht es nicht. Das wusste er sofort und feierte den lang ersehnten Weltmeistertitel mit hochgestreckten Armen.

Schanzenrekord für Skispringer Severin Freund

Seinen Gala-Auftritt krönte er im zweiten Durchgang mit neuem Schanzenrekord von 135,5 Metern. Zuvor hatte er mit 134 Metern bereits die Führung innegehalten. „Das war ein wahnsinniger Wettkampf, in dem alles aufgegangen ist. Es hat brutal Spaß gemacht. Das braucht sicher Zeit, bis dieser Erfolg nachwirkt“, sagte der neue König der Lüfte, der eindrucksvolle 22,3 Punkte Vorsprung auf den zweitplatzierten Gregor Schlierenzauer aus Österreich hatte. Dritter wurde der Norweger Rune Velta.

Bei der Blumenzeremonie lauschte Freund mit geschlossenen Augen der Nationalhymne. Noch einmal ging ihm sein außergewöhnlicher Wettkampf durch den Kopf, der ihm endgültig den Einzug in die Skisprung-Ruhmeshallen sicherte. Freund wurde schon Skiflug-Weltmeister und Team-Olympiasieger; er holte in Falun Silber von der Normalschanze und Gold im Mixed-Wettbewerb. Doch dieser WM-Titel bedeutete mehr: „Das ist ein großer Schritt in meiner Karriere. Das bleibt“, sagte der Niederbayer, der den deutschen Skispringern den ersten Titel auf der Großschanze seit Martin Schmitt vor 14 Jahren bescherte.

Freunds Konkurrenten wirkten wie Statisten

Die Konkurrenten wirkten nur wie Statisten bei Freunds Flugshow im Flutlicht. „Das war unglaublich. Er ist geflogen wie ein Flugzeug. Und die Landung war perfekt“, schwärmte Bundestrainer Werner Schuster. „Er hat einen fantastischen Wettkampf gemacht, ist offensiv geblieben und hat sich mit Gold belohnt. Ich bin sehr gerührt“, erklärte der 46-Jährige. Auch Freunds Zimmerkollege Richard Freitag war aus dem Häuschen: „Diesen Sprung wird er nie vergessen. Der war einfach nur genial. Man kann keinen schöneren Sprung sehen. Severin hat hier eine Show abgezogen. Er schwimmt auf einer Erfolgswelle, man kann nur den Hut ziehen“, sagte der Sachse, der auf Platz 15 landete und damit sogar noch hinter WM-Neuling Markus Eisenbichler, der Platz zehn belegte. „Doch das interessiert mich heute nicht“, sagte der 23-Jährige. „Ich freue mich einfach für den Severin.“

 Das tat auch Team-Oldie Michael Neumayer, 36, der gestern zum Pechvogel avancierte. Schuster hatte statt ihm Andreas Wellinger als vierten DSV-Springer nominiert. Doch dann fiel Wellinger überraschend (Magen-Darm) aus. Da die Regeln eine Nachmeldung verbieten, blieb Neumayer zum Zuschauen verdammt.

Der Wahl-Allgäuer vom SC Oberstdorf gehörte aber zu den ersten Gratulanten. Möglicherweise kommt er am Samstag beim Teamspringen zum Einsatz. „Ich werde mir Michi sowie Marinus Kraus noch einmal anschauen“, kündigte Schuster eine Entscheidung nach dem heutigen Training an.

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