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Eiskunstlauf

18.10.2014

Weltmeisterin in neuen Händen

Aljona Savchenko will sich mit dem Franzosen Bruno Massot den Traum vom Olympiasieg erfüllen. Deshalb zieht es sie von Chemnitz nach Oberstdorf. Ihren alten Trainer dagegen lässt sie im Streit zurück

Ihre Welt ist Glamour. Ihr Anspruch Gold. An ihrem nächsten Glanzstück feilt sie im Allgäu. Die fünffache Paarlauf-Weltmeisterin Aljona Savchenko, 30, trainiert seit vergangener Woche am Stützpunkt in Oberstdorf. Ihre Mission: Olympiasieg 2018 in Südkorea.

Mit ihrem neuen Partner Bruno Massot, 25, aus Frankreich hat sie sich von Trainer Ingo Steuer, 47, getrennt und den Stützpunkt in Chemnitz verlassen. In Oberstdorf wird sie derzeit von Alexander König, 48, betreut: „Wenn man besser werden will, muss man etwas ändern. Wir trainieren seit einer Woche mit Herrn König und sind sehr angetan von den Bedingungen. Vermutlich werden wir bleiben“, verriet Savchenko im Exklusiv-Gespräch mit unserer Zeitung.

Die gebürtige Ukrainerin hat turbulente Zeiten hinter sich. Nach dem Rücktritt ihres Partners Robin Szolkowy, 35, im März sorgte zuletzt ein Zoff mit Ex-Trainer Ingo Steuer für Schlagzeilen. Dabei geht es vor allem ums Geld.

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Hintergrund: Das Bundesinnenministerium weigert sich weiterhin, die Arbeit von Steuer finanziell zu unterstützen, da er vor 25 Jahren Stasi-Mitarbeiter war. Trotz Bemühungen der Deutschen Eislauf-Union (DEU) bleibt das Ministerium hart. Doch Savchenko sieht sich nicht mehr in der Lage, den Trainer selbst zu bezahlen. „Bruno und ich fangen von vorne an und haben derzeit keine Einnahmen“, bekräftigt sie ihre Entscheidung. Deshalb habe sie Steuer angeboten, das Paar kostenlos zu trainieren.

Ein Affront für den Erfolgstrainer, der in der Bild-Zeitung deftige Worte wählte: „Der muss irgendjemand etwas ins Gehirn gepflanzt haben“, sagte er demnach. Das Paar werde er „natürlich nicht“ kostenlos trainieren.

In Oberstdorf können Savchenko/Massot diesen Ärger ausblenden. Der frühere EM-Dritte Alexander König wird als Stützpunkt-Trainer von der DEU bezahlt, was dem Paar den Start erleichtert. Momentan darf es nämlich weder Shows noch Wettkämpfe bestreiten. Der französische Verband hat Massot nach seinem Wechsel zur DEU für ein Jahr geblockt. „Wir hoffen, dass wir die Sperre auf ein paar Monate reduzieren können. Derzeit laufen Gespräche“, sagt Savchenko.

Für eine Olympia-Teilnahme müsste Massot zudem eingebürgert werden. Bei Welt- und Europameisterschaften ist dies im Eiskunstlauf nicht erforderlich. „Wir haben also noch etwas Zeit“, sagt Savchenko.

Die Olympia-Ditte wurde in Oberstdorf mit offenen Armen empfangen. „Eine solche Weltklasse-Läuferin wertet unseren Stützpunkt weiter auf“, sagt Sportamtsleiter Hans-Peter Jokschat. Voller Begeisterung ist auch der Präsident des EC Oberstdorf, Harald Löffler: „Sie ist ein tolles Vorbild für unsere jungen Läufer.“

Die bisherige Eisprinzessin legt eine Pause ein

Savchenko kommt zur rechten Zeit: Die bisherige Eisprinzessin Nummer eins in Oberstdorf, Carolina Kostner, 27, aus Italien, hat eine „schöpferische Pause“ eingelegt. Die Weltmeisterin von 2012 will in Ruhe überlegen, ob und wie es weitergeht.

Aljona Savchenko dagegen hat sich entschieden: Sie will noch einmal voll angreifen.

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