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Randbemerkung: Tennis in Wimbledon

23.06.2009

Wenn Frauen zu laut stöhnen

Tennis Maria Scharapowa
2 Bilder
Laut und erfolgreich: Tennisspielerin Maria Scharapowa

Nachdem sich Michael Stich wenig freundlich über Tennisspielerinnen und ihr lautes Stöhnen geäußert haben soll, hätte Milan Sako ein paar Vorschläge. Und wir zeigen ein Video zum Stöhnen.

In jedem modernen Büro steht neben der Kaffee- gleich die Chauvi-Kasse. Ähnlich dem Phrasen-Schwein im DSF-Doppelpass wird für jeden Frauen-verachtenden Spruch mindestens ein Fünfer fällig.

Wenn sich Michael Stich ebenfalls daran hält, dann darf der ehemalige Wimbledon-Sieger allerdings schon mal die größeren Scheine zücken. Der 40-Jährige soll sich gegenüber der Mail on Sunday vor dem Wimbledon-Turnier abfällig über seine weiblichen Kolleginnen geäußert haben. Frauentennis verkaufe sich "ausschließlich über den Sex-Appeal der Spielerinnen", wird der Rothenbaum-Turnierdirektor zitiert.

Außerdem ist das "Gegrunze der Spielerinnen auf dem Platz abscheulich". Um das Quieken der 16-jährigen Nachwuchsspielerin Michelle Larcher de Brito (eine Ton-Kostprobe finden Sie hier) abzustellen rät Stich: "Da hilft nur eines. Erschießen." Pflichtgemäß relativierte der Wimbledon-Gewinner von 1991 gestern alle Aussagen. Falsch verstanden, schlecht zitiert, und überhaupt haben die bösen Briten dem Kraut die Worte im Mund verdreht.

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Allerdings macht Stich den ernsthaften Vorschlag, dass man den Frauen Aufnahmen ihrer Spiele zeigen sollte, damit sie sehen, wie unangenehm es ist, wenn Matches von regelmäßigem Stöhnen und Quietschen begleitet werden.

Wir unterstützen den Antrag, während die Boulevard-Blätter jetzt wieder das Grunz-o-Meter auspacken werden. Dabei dürfte Maria Scharapowa, die bisherige "Queeen of Screems" (Königin der Schreie) ihren Titel los sein.

Wie ein Meuchelmord an einem Truthahn

Erste Anwärterin auf den Gewinn der offenen englischen Quiek-WM ist Larcher de Brito. Gegen sie wirkt das Stöhnkonzert von Monica Seles wie Easy Listening, ätzte eine englische Zeitung. Mit einem Höchstwert von 109 Dezibel machte die Portugiesin jüngst auf dem Court einer Motorsäge Konkurrenz. Eine Autobahn kommt nur auf 80, ein schwerer Lastwagen auf 90 Dezibel. Aber: Was kann die ehemalige Junioren-Weltmeisterin dafür, dass sich ihre Anspannung beim Schlag erst durch Töne löst, die dem Meuchelmord an einem Truthahn gleichen, wie ein amerikanischer Zuschauer treffend beschreibt?

Die Teenagerin kontert die Vorwürfe wegen ihrer öffentlichen Schreitherapie: "Ich bin eine Frau und die sind nicht dafür geschaffen, den Mund zu halten." Da verbietet sich jeglicher Widerspruch. Sonst gibts mächtig Ärger mit Frau und Töchtern zuhause.

Wir hätten zwar ein paar gute Ratschläge. Aber die kämen teuer, verdammt teuer.

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