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Wintersport
19.11.2021

Skisprung-Trainer Horngacher blickt optimistisch in die neue Saison

Karl Geiger in seinem Wohnzimmer: In wenigen Wochen beginnt im Oberstdorfer Schattenbergstadion die Vierschanzentournee.
Foto: Ralf Lienert

Trainer Horngacher traut seinem Siegspringer Geiger auch in der kommenden Saison einiges zu. Vor dem Weltcup-Auftakt ist die Zuversicht groß im deutschen Team.

Ein gewaltiges Pensum wartet auf die Skispringer in diesem Winter. Erst die Vierschanzentournee – hoffentlich wieder mit Zuschauern –, dann die Olympischen Spiele auf einer unbekannten Schanze in Peking und schließlich die Skiflug-WM im norwegischen Vikersund. Alles zudem unter Corona-Bedingungen. Karl Geiger schreckt das nicht. Nicht nach der Achterbahnfahrt der Gefühle im vergangenen Winter. „Manchmal wäre es mir lieber, es wäre etwas ruhiger, aber wenn ich jetzt so auf die Saison zurückblicke: Besser geht es nicht“, sagte der Skispringer in der Medienrunde. Die irre Saison des deutschen Überfliegers begann Mitte Dezember mit dem Weltmeistertitel im Skifliegen von Planica. Anschließend infizierte sich der Oberstdorfer mit dem Coronavirus, kam rechtzeitig für den Vierschanzen-Tournee zurück und siegte beim Auftakt in Oberstdorf. Bei der Nordischen Ski-WM im Februar in seiner Heimatgemeinde räumte Geiger den kompletten Medaillensatz ab: Gold, Silber und Bronze. Zwischendurch wurde der 28-Jährige noch zum ersten Mal Vater.

Skispringer starten in Russland

„Das letzte Jahr war so ein breites Spektrum. Auf jeden Punkt war ich da, habe das Maximale heraus geholt“, sagt Geiger, der bereit ist für neue Höhenflüge. „Aktuell kommen meine Sprünge auf gutem Niveau - ich bin gespannt, was sie wert sind. Ich selbst fühle mich fit und bereit.“ Zum Auftakt geht es am Wochenende nach Nischni Tagil. In Russland stehen am Samstag (16 Uhr/ARD und Eurosport) und Sonntag (16 Uhr) zwei Einzel auf dem Programm, zuvor wartet am Freitag (16.30 Uhr) die erste Qualifikation des Winters.

Bundestrainer Stefan Horngacher nominierte neben Geigers Zimmerkollegen Markus Eisenbichler noch Pius Paschke, Alexander Wellinger, Constantin Schmid und Stephan Leyhe. Martin Hamann und der ehemalige Einzel-Weltmeister Severin Freund wurden für den Auftakt ebenso nicht berücksichtigt wie der ehemalige Spitzenathlet Richard Freitag.

Der Bundestrainer baut auf Karl Geiger

Der Bundestrainer baut auf sein Zugpferd Geiger: „Der Karl ist gereift. Der Stand heuer ist deutlich besser wie letztes Jahr.“ Seit Sven Hannawald vor 20 Jahren warten die DSV-Flieger auf einen deutschen Sieger der Vierschanzentournee. Karl Geiger hat das Ziel ganz oben auf seiner Liste. „Bei der Tournee wird Skisprung-Deutschland hoffentlich mal einen Gesamtsieger haben. Da werden wir alles dran setzen“, sagt der Allgäuer. Olympia „ist eine besondere Nummer für mich“ und als Titelverteidiger einer Skiflug-WM „war ich noch nie unterwegs“.

Geiger muss auf Glücksbringer verzichten

Der Oberstdorfer hat sich zum Siegspringer gewandelt, weil er sich auf das Wesentliche konzentriert. „Ich habe gelernt, wie ich mich zum Punkt hinpushen kann. Am Wettkampftag müssen genau zwei Sprünge funktionieren, der Rest interessiert keine Sau mehr danach. Auf die zwei Sprünge arbeite ich hin.“ Allerdings muss Geiger auf einen Glücksbringer verzichten: sein ausgemergeltes Paar Springschuhe. Am Ende der vergangenen Saison hatten die guten Teile zwei Jahre auf dem Buckel und waren „schon ganz schön ausgeschlappt“. Am Ende hatte sich Geiger die Lasche herausgerissen und musste mit einem Schlüsselring improvisieren. „Das ist der beste Schuh, den ich hatte und den werde ich mir auch aufheben.“ Das gute Paar kommt irgendwo in die Vitrine zu den WM-Medaillen.

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Ab Samstag beginnt die Jagd nach neuen Trophäen. Die größten Konkurrenten sieht Karl Geiger in der eigenen deutschen Mannschaft. Die Japaner oder der norwegische Gesamt-Weltcupsieger Halvor Egner Granerud seien ebenfalls stark einzuschätzen. Um Siege, egal ob Olympia, Vierschanzentournee oder Skiflug-WM will auch Karl Geiger wieder springen. Das Selbstvertrauen nach der verrücktesten Saison seiner Laufbahn ist da: „Wenn es auch nur ansatzweise wieder so hinhaut wie im vergangenen Jahr, dann kann ich eh schon sagen: Habe die Ehre, das war genial.“

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