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Porträt

14.01.2020

Wird Alexander Nübel wirklich ein neuer Neuer?

Alexander Nübel wechselt nach der Saison vom FC Schalke 04 zum FC Bayern.
Bild: Marius Becker, dpa

Alexander Nübel wechselt nach der Saison zum FC Bayern. Er will zum Nachfolger des besten deutschen Torwarts werden. Das spricht für sein Selbstbewusstsein.

Einen geräuschlosen Wechsel zum FC Bayern gibt es nicht. Meistens sorgt das Gebaren der Münchner für Lärm. Die Bekanntgabe der Verpflichtung des Dortmunders Mario Götze unmittelbar vor einem Champions-League-Spiel löste beispielsweise eine ernsthafte westfälisch-bajuwarische Krise aus. Als die Schalker nun aber publik machten, dass ihr Torhüter Alexander Nübel den Verein nach der Saison gen Süden verlässt, fand kaum jemand den Wechsel aus Münchner Sicht verwerflich.

Aus dem Blickwinkel des Torhüters hingegen ist der Arbeitsplatzwechsel zumindest verwunderlich. In Gelsenkirchen trug der 23-Jährige im vergangenen halben Jahr die Kapitänsbinde, war die unumstrittene Nummer eins. In München wird Nübel hinter Manuel Neuer allenfalls Bälle tragen und der unumstrittene Ersatztorwart sein. Dass er sich trotzdem zu dem Wechsel entschloss, spricht für das Selbstbewusstsein Nübels. Und eine finanzielle Zukunftsabsicherung.

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Der gebürtige Paderborner gilt als bodenständig und verliert eher ein Wort zu wenig, als dass er sich den Verdacht einhandelt, zu viel zu schnattern. Das reduzierte Mitteilungsbedürfnis allerdings sorgt dafür, dass einige Experten das Kapitänsamt bei ihm falsch aufgehoben sahen.

In der am Freitag gegen Gladbach beginnenden Rückrunde wird Nübel die Mannschaft auch nicht mehr auf das Spielfeld führen. Trainer David Wagner entmachtete den Torwart und ernannte Omar Mascarell zum neuen Spielführer.

Nübels brutaler Tritt gegen Frankfurts Gacinovic

Allerdings steht Nübel am Freitag auch ohnehin nicht auf dem Feld. Er leistete sich im Dezember eines der brutalsten Fouls in der Bundesliga in den vergangenen Jahren und hatte Glück, dass sein Kung-Fu-Tritt gegen Frankfurts Mijat Gacinovic lediglich mit einer Vier-Spiele-Sperre geahndet wurde. Das letzte Spiel, das er auslassen muss, ist jenes gegen den FC Bayern in einer Woche. Ob er danach wieder ins Tor zurückkehrt, ist noch offen. Sollte sich Ersatzmann Markus Schubert keine Schnitzer erlauben, könnte Nübels Platz bis zum Saisonende auf der Bank sein. Daran wird er sich aber in der kommenden Saison wahrscheinlich ohnehin gewöhnen müssen. Manuel Neuer nämlich plant nicht, zugunsten Nübels auch nur auf eine Partie zu verzichten. „Ich bin kein Statist, sondern Protagonist“, sagte die Münchner Nummer eins.

Immerhin kann er von München aus schneller mit seiner Freundin Sandra in die Alpen fahren. Berge hätten eine „besondere Energie“, glaubt Nübel. Wandern allein wird ihm auf Dauer aber wohl nicht genügen. Als gutes Beispiel kann ihm ausgerechnet Neuer dienen. Auch der wurde am Anfang skeptisch empfangen. Die Fans streckten ihm zahlreiche „Koan Neuer“-Plakaten entgegen. Neuer ist mittlerweile Kapitän, Champions-League-Sieger und Weltmeister.

Lesen Sie dazu auch: Analyse: Ist Alexander Nübel der große Verlierer im Torwart-Poker?

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