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Klaus Augenthaler

26.09.2017

"Wo ist die Zeit hin?": Fußball-Legende Klaus Augenthaler wird 60

Begeht seinen 60. Geburtstag: Weltmeister Klaus Augenthaler.
Bild: Andreas Gebert (dpa)

Fußball Obwohl er nie die Eleganz Franz Beckenbauers oder die Ausstrahlung Paul Breitners hatte, ist Klaus Augenthaler eine Legende des FC Bayern. Heute wird der Weltmeister 60.

In einem kleinen Café in Herrsching am Ammersee gönnt sich Klaus Augenthaler ein Stück Käsekuchen. Immer wieder kommen Passanten vorbei und grüßen den früheren Fußballweltmeister. Man kennt die Legende des FC Bayern München mit dem markanten Gesicht.

Sein runder Geburtstag am heutigen Dienstag ist Augenthaler irgendwie nicht richtig geheuer. „Es ist schon eine Wegmarke. Wenn man 60 wird, wird man alt. Für mich als 12- oder 13-Jährigen war mein Großvater mit 57 Jahren ein alter Mann, jetzt werde ich selber 60. Man fragt sich: Wo ist die Zeit hin?“, sagt Augenthaler.

Der ehemalige Weltklasse-Libero wird im kleinen Kreis in Graz feiern, wo er seine erste Stelle als Cheftrainer antrat. Lebenspartnerin Sandra und Freunde werden dabei sein. Alles ohne Tamtam. Augenthaler ist ein Großer des deutschen Fußballs. Mit dem FC Bayern wurde er siebenmal deutscher Meister, dreimal DFB-Pokal-Gewinner und stand zweimal im Finale des Landesmeisterpokals. In seinem 27. und letzten Länderspiel krönte sich „Auge“ 1990 in Italien mit dem Nationalteam zum Weltmeister.

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Unvergessen: Klaus Augenthaler wurde 1990 Fußball-Weltmeister.
Bild: Frank Kleefeldt/dpa

Augenthaler hatte nie die Eleganz eines Franz Beckenbauer oder die Ausstrahlung eines Paul Breitner – dennoch war er eine der prägenden Spielerfiguren beim deutschen Rekordmeister und in der Bundesliga. Vom „Kofferträger zum Chef“, wie es Dieter Hoeneß einmal formulierte, arbeitete sich der Abwehrspieler hoch und absolvierte 404 Partien (52 Tore) in der deutschen Eliteklasse.

Die Ferne, die Weite – das war nie Augenthalers Sache. Auch wenn er sich im Nachhinein ein Engagement in England hätte vorstellen können. „Für mich war es schon ein großer Sprung, mit 17 aus Vilshofen nach München zu gehen“, räumt er ein.

Ähnlich verhielt es sich für den gerne mal als Bilderbuch-Bayern bezeichneten Augenthaler auf seinen Stationen als Trainer. „Ich war ja in Graz, Nürnberg, Leverkusen, Wolfsburg – das war schon Ausland für mich“, meint er lachend. Dazu passt ein bissiger Satz des ehemaligen Jugendnationaltrainers Herbert Widmayer über den jungen Augenthaler. „Der kommt aus dem Bayerischen Wald. Er muss erst mal lernen, mit Messer und Gabel zu essen“, sagte Widmayer einmal über den gebürtigen Fürstenzeller.

Klaus Augenthaler feiert 60. Geburtstag

Der VfL Wolfsburg ist seit Augenthalers Freistellung im Mai 2007 seine letzte Station als Profitrainer. Unvergessen, als der mit bissigem Humor ausgestattete leidenschaftliche Angler kurz vor seiner Beurlaubung auf einer 42-Sekunden-Pressekonferenz in Eigenregie vier Fragen stellte und die kurzen Antworten selbst hinterherschickte.

Seit dem 1. Juli ist Augenthaler wieder beim FC Bayern angestellt und in der Jugendausbildung der internationalen Fußballschulen tätig. Zuvor saß er für ein Jahr beim unterklassigen SV Donaustauf auf der Trainerbank. „Wenn ich auf dem Rasen stehe und den Ball sehe, bin ich wieder 20“, räumt Augenthaler ein, der seit vier Jahren in Drößling unweit des Ammersees lebt. Donaustauf sei eine schöne, aber auch ungewöhnliche Etappe gewesen. „Bis auf zwei Studenten waren da lauter Leute, die den ganzen Tag gearbeitet haben“, erzählt Augenthaler. „Das war das Schwierige, da musste man manchmal beide Augen zudrücken, weil da mal eine Email oder WhatsApp kam: Coach, ich habe keine Zeit zum Trainieren, weil meine Oma Geburtstag hat, ich habe eine Einladung zum Justin-Bieber-Konzert.“

Klaus Augenthaler 2016 als Trainer des Landesligisten SV Donaustauf.
Bild: Armin Weigel (dpa)

Augenthaler und Bayern – eine Verbindung für’s Leben. Wünsche wie weite Reisen hat er nicht, für den FC Bayern ist er genug auf Achse. „Ich bin so viel unterwegs, da bin ich froh, wenn ich nach Drößling zurückkomme und vom Balkon aus den Kirchturm sehe.“ AZ/dpa

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