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Eishockey

12.09.2019

Zum Start der DEL: Von neuen Versuchen und alten Weisheiten

Die Adler Mannheim gehen als Titelverteidiger in die neue Saison der Deutschen Eishockey Liga DEL.
Bild: dpa

Da sage noch einer, das deutsche Eishockey lerne nicht aus seinen Fehlern. Führt es doch den Cable Guy wieder ein. Ansonsten ändert sich aber eher wenig.

Da sage noch einer, das deutsche Eishockey lerne nicht aus seinen Fehlern. Führt es doch den Cable Guy wieder ein. Das waren, die Älteren werden sich erinnern, jene Spieler, die zu Zeiten des Senders ServusTV während der Partie ein Mikrofon trugen. Der Fernsehzuschauer konnte live dabei zuhören, wenn sich die harten Jungs auf dem Eis beschimpften, über den Gegner frotzelten oder dem Schiedsrichter wertvolle Hinweise gaben. Das ist bisweilen höchst unterhaltsam. Wenn zum Beispiel der Ex-Ingolstädter Christoph Gawlik seinen Gegenspieler anschaut und feststellt: „Deine Kauleiste wird auch immer weniger. Zeig mal her...“

Und der andere lächelt ein zahnloses Lächeln. Näher dran geht kaum. ServusTV ist längst raus aus dem deutschen Eishockey. Die Gegenwart heißt MagentaSport. Während der Donnerstagsspiele werden künftig zwei Spieler verkabelt und lassen den Zuschauer teilhaben am rauen Alltag eines Eishockey-Profis. Darüber hinaus bringt die neue Saison wenig Neues. Oben werden Mannheim und München den Titel unter sich ausmachen. Dahinter prügeln sich die anderen zwölf Klubs um die Play-off-Plätze. Mindestens eine Mannschaft wird positiv überraschen (vergangenes Jahr war das Augsburg, Platz 3), mindestens eine Mannschaft wird negativ überraschen (vergangenes Jahr waren das Nürnberg, Platz 9, und Wolfsburg, Platz 12). Das Geld ist weiterhin ungleich verteilt. Krösus ist Meister Mannheim mit 16 Millionen Euro. Genau die Hälfte der 14 Klubs hat laut Eishockey News zehn Millionen oder mehr zur Verfügung. Schlusslicht ist erneut Bremerhaven mit 4,9 Millionen Euro.

Wird also eine langweilige Saison? Nein. Denn auch im Eishockey gilt, dass Geld keine Tore schießt. Über die volle Distanz der 52 Hauptrunden- und maximal 21 Play-off-Spiele bis zum Titel wird sich zwar wahrscheinlich die Mannschaft mit dem größten und besten Kader durchsetzen. Aber ein bisschen Verletzungspech zur Unzeit, schlechte Stimmung im Star-Ensemble, ein Trainer ohne Rückhalt – und schon zerrinnt eine Saison unter den Händen der Sponsoren.

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Einsatzwille, Hingabe, Einstellung – diese Tugenden können im Eishockey fehlendes Talent ausgleichen. Anders gesagt:

Wenn die Eisprinzessin zum fünften Mal in die Bande geklebt wird, vergeht ihr vielleicht die Lust am Zaubern. In diesem Sinne: Lasset die Spiele beginnen.

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