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Olympia

24.02.2018

Zweiter russischer Dopingfall

N. Sergejewa

Eine Zulassung der Russen unter eigener Fahne bei der Schlussfeier erscheint jetzt fast unmöglich

Der zweite Doping-schock bei Russlands angeblich neuer Athleten-Generation trifft auch das Internationale Olympische Komitee ( IOC) bis ins Mark. Einen Tag vor den Beratungen des IOC über ein Ende der Sanktionen gegen die Russen erschütterte die Nachricht vom Dopingverdacht gegen die Bobpilotin Nadeschda Sergejewa die Winterspiele.

Der positive Test der 30-Jährigen auf die verbotene Substanz Trimetazidin lässt eine Wiederzulassung der Russen zur Olympia-Schlussfeier unter eigener Fahne nun fast unmöglich erscheinen. Schon der Dopingfall des Curlers Alexander Kruschelnizki, der damit seine Bronzemedaille aus dem Mixed-Wettbewerb verlor, hatte die Sicht von IOC-Chef Thomas Bach auf eine „neue Generation von sauberen russischen Athleten“ in Pyeongchang als Wunschdenken entlarvt. Mit der Bereitschaft, die Bronzemedaille schnell zurückzugeben, und dem Verzicht auf eine Anhörung vor den Sportrichtern sendeten die Russen immerhin zarte Signale der Einsicht. Nun wird Sergejewa, die mit Anschieberin Anastassija Kotscherschowa Zwölfte wurde, zur weiteren Belastung für die entscheidende Sitzung der IOC-Exekutive im Fall Russland am Samstag.

Das IOC teilte mit, die OAR-Delegation habe darüber informiert, dass sie einen Hinweis auf ein abweichendes Testresultat erhalten habe. Sergejewas verdächtige Probe sei zwei Tage vor dem Start der Zweier-Rennen genommen worden, sagte der frühere Bobpilot Subkow der Internetseite der Zeitung Sport-Express. Ausgerechnet Subkow. Der 43-Jährige hatte in Sotschi Doppel-Gold gewonnen. Weil er jedoch nach Ansicht des IOC dabei vom organisierten Dopingbetrug profitierte, wurden ihm die Olympiasiege aberkannt. Wegen des Sotschi-Skandals dürfen in Pyeongchang nur 168 russische Sportler unter neutraler Flagge starten.

Durch den Fall Kruschelnizki, den Verdacht gegen Sergejewa und das noch immer fehlende Schuldeingeständnis der Russen für das Betrugssystem von Sotschi steht das IOC nun mehr denn je vor einer heiklen Gewissensprüfung. Was für ein Signal für einen sauberen Sport wäre es, wenn Russlands Athleten schon zum Olympia-Abschluss wieder unter eigener Flagge einziehen dürfen? Reicht das jüngste Entgegenkommen der Russen schon für eine zumindest teilweise Aufhebung der Sanktionen? „Wir schließen keine Option aus“, sagte IOC-Mitglied Nicole Hoevertsz, die mit ihrer Bewertungskommission die Grundlage für die IOC-Entscheidung liefern wird. (dpa)

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