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Antonelli ist der WM-Titel in der Formel 1 fast nicht mehr zu nehmen

Formel 1

Kimi Antonelli: Mit 19 Jahren reif für den Titel

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    Mercedes-Jubel in Monaco: Motorsport-Chef Toto Wolff umarmt den Sieger Kimi Antonelli.
    Mercedes-Jubel in Monaco: Motorsport-Chef Toto Wolff umarmt den Sieger Kimi Antonelli. Foto: Alain Mounic, Witters

    Die Formel-Weltmeisterschaft ist nach dem Monaco-Grand-Prix gelaufen, nach sechs von 22 Saison-Rennen. Neuer Titelträger wird – wenn man die wichtigsten Statistiken zurate zieht – ein Italiener. Kimi Antonelli ist der Titel nahezu sicher. Der Italiener ist mit 19 Jahren und 286 Tagen nun nicht nur der jüngste Monaco-Sieger der Geschichte. Zugleich feierte der Mercedes-Pilot den ersten Grand Slam seiner Karriere. Im Tennis bezeichnet man damit den Erfolg bei allen vier großen Turnieren in Melbourne, Paris, Wimbledon und New York. Antonelli feierte in Monaco den ersten Formel-1-Grand-Slam seiner noch jungen Karriere: Pole Position, schnellste Runde und Start-Ziel-Sieg.

    Entscheidend mit Blick auf den WM-Titel ist allerdings die Tatsache, dass der Jungstar nun fünf WM-Rennen in Folge gewonnen hat. 66 Punkte beträgt der Vorsprung nach sechs von 22 Saisonrennen in der Gesamtwertung auf den zweitplatzierten Ferrari-Piloten Lewis Hamilton. Das alleine garantiert noch lange keine Weltmeisterschaft. Allerdings spricht die Formel-1-Historie für ihn: Bislang wurde noch jeder Fahrer, der fünf Grand Prix in Folge gewann, im gleichen Jahr auch Weltmeister. „Das sind jetzt zu viele Siege, Kumpel“, raunte der siebenfache Rekordchampion Hamilton dem Monaco-Gewinner zu, der im Eiltempo dem Titel des jüngsten Weltmeisters entgegen rast.

    Solche Fakten blenden die Verantwortlichen bei Mercedes erwartungsgemäß aus. „Was das Gesamtbild angeht, sprechen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht über die Weltmeisterschaft. Es stehen noch viele Rennen aus. Insgesamt war es ein positiver Start, aber wir gehen Schritt für Schritt vor und werden dann sehen, wie sich die Saison entwickelt“, stapelte Mercedes-Teamchef Toto Wolff nach dem Monaco-Triumph tief.

    Barcelona ist ein Fingerzeig für den Rest der Saison

    Monaco mit seinen engen Straßenschluchten und raren Überholmöglichkeiten ist ein spezieller Kurs. Der Mercedes funktionierte allerdings auch schon davor fast perfekt. Wenn Antonelli am kommenden Sonntag in Barcelona (Start 15 Uhr/live in Sky) erneut die Konkurrenz versägt, dürfte eine Vorentscheidung gefallen sein. Die Faustformel der vergangenen Jahre lautet: Stimmt die Performance eines Formel-1-Boliden in Barcelona, dann gilt der Wagen als titelreif.

    In Italien schwärmen die Sport-Journalisten vom neuen Wunder-Piloten. „Es fehlen die Worte, um Kimi Antonelli zu beschreiben, der beim legendärsten und faszinierendsten Rennen des Formel-1-Kalenders dominiert und sein ganzes Talent unter Beweis stellt“, schrieb der Corriere dello Sport. Die Kollegen von der Gazzetta dello Sport zählen eher nüchtern die Erfolge auf: „Andrea Kimi Antonelli genießt den prestigeträchtigsten Sieg seiner noch jungen Karriere, den er in Monaco nach der Pole-Position und dem Rennsieg errungen hat. Der Mercedes-Pilot, der seine Führung in der Weltmeisterschaft weiter ausbaut, mahnt jedoch zur Vorsicht.“

    Das neue Wunderkind der Formel 1 lässt Fans wie auch Experten staunen. In Monaco feierte er mit der italienischen Flagge auf den Schultern seinen besonderen Moment. Wie sein Teamchef Wolff denkt der Fahrer nur bis zum nächsten Rennen und nimmt das Wort WM-Titel nicht in den Mund: „Ich weiß, dass es noch viel zu lernen und zu verbessern gibt. Ich möchte einfach weiter alles geben, diesen Schwung mitnehmen und vor allem diesen Weg weiterhin genießen.“

    Lewis Hamilton ist der erste Verfolger

    Sein größter Konkurrent ist derzeit Lewis Hamilton im Ferrari. Der Brite scheint nach einem verkorksten Jahr mit der Scuderia sein Glück in Italien gefunden zu haben. Der 41-Jährige verbuchte ebenfalls einen Rekord. Mit dem achten Podiumsplatz in Monte-Carlo stellte er die Bestmarke von Ikone Ayrton Senna ein. Auch wenn Hamilton älter ist als Antonelli und der Monaco-Dritte Isack Hadjar (21) zusammen, sieht er mehr denn je noch eine erfolgreiche Zukunft für sich in der Formel 1. „Es ist ein Privileg hier zu sein, immer noch einer von 22 Fahrern in diesem Sport zu sein“, sagte Hamilton.

    Zumal er Parallelen zu seinem Aufstieg in der Königsklasse sieht. Die Duelle mit Antonelli motivieren Hamilton: „Er ermutigt mich, ein höheres Niveau anzustreben. Er erinnert mich an mich selbst in 2007“, sagte Hamilton und ließ den neben ihm sitzenden WM-Spitzenreiter wissen: „Ich tue mein Bestes, um ihn für den Rest des Jahres zu jagen.“ Die Wahrscheinlichkeit, dass am Saisonende der Italiener den WM-Titel holt, ist hoch. Es wäre der erste WM-Triumph für die motorsportverrückten Azzurri seit 73 Jahren. Alberto Ascari holte 1953 die Formel 1-Weltmeisterschaft letztmals nach Italien.

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