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Augsburger Boxerin Hanson fordert Weltmeisterin Serrano heraus

Boxen

Cheyenne Hanson vor WM-Kampf: „Serrano hat alles zu verlieren, ich gar nichts“

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    Cheyenne Hanson ist seit 2018 Profiboxerin. Inzwischen verdient die 28-Jährige ihren Lebensunterhalt ausschließlich mit dem Sport.
    Cheyenne Hanson ist seit 2018 Profiboxerin. Inzwischen verdient die 28-Jährige ihren Lebensunterhalt ausschließlich mit dem Sport. Foto: Michael Hochgemuth

    Am 30. Mai 2026 wird Cheyenne „Pepper“ Hanson aus Augsburg den Kampf ihres Lebens bestreiten. Sie trifft auf eine zweifache Weltmeisterin und eine der besten Frauenboxerinnen aller Zeiten: Amanda Serrano. Der Kampf wird live vom weltbekannten Pay-TV-Sender ESPN übertragen.

    Der Austragungsort selbst trägt Geschichte in sich. Das El Paso County Coliseum im Westen von Texas wurde einst für Rodeos und Viehschauen errichtet. Später öffnete sich die Halle anderen Formaten: Konzerte, Sport, Shows. Hier sang Elvis Presley „It‘s Now oder Never“, hier traten die Jackson 5 auf. In den frühen 1940ern, in ihren Anfangsjahren, diente die Halle zeitweise sogar als Unterkunft für Kriegsgefangene. Heute werden hier keine Menschen mehr festgehalten – nur noch Gegner auf die Matte gezwungen.

    Hanson reagiert auf Serranos Lob

    „Sie ist weltweit eine der bekanntesten Boxerinnen“, sagt die 28-jährige Hanson über ihre Gegnerin. Serrano hatte der Augsburgerin zuvor „Knockout-Power“ attestiert. Hanson reagiert darauf ohne große Geste: „Das wusste ich vorher schon, es war für mich nichts Neues.“ Ihr Selbstbewusstsein wirkt dabei selbstverständlich, bis in die pink gefärbten Haarspitzen.

    „Sie ist wie ich eine Boxerin, die in die Offensive gehen wird“, sagt Hanson. „Natürlich versuche ich, den Kampf vorzeitig zu beenden.“ Auf die Frage, ob ein Sieg eine Sensation wäre, antwortet sie: „Ja, natürlich.“

    Hanson vs. Serrano: Erfolge und Gegensätze

    Die Vorzeichen sprechen zumindest auf dem Papier für Hansons Kontrahentin. Serrano wurde in Puerto Rico geboren und wuchs in Brooklyn auf. Sie begann ihre Profikarriere 2009 und gehört seit Jahren zur internationalen Spitze des Frauenboxens. In 53 Kämpfen stehen 48 Siege und vier Niederlagen zu Buche.

    Hanson hat bislang 17 Profikämpfe bestritten, 15 davon gewonnen, 13 vorzeitig durch Knockout. Zwei Niederlagen stehen in ihrer Bilanz. Abseits des Rings sind die Unterschiede am deutlichsten. Während Serrano 1,2 Millionen Menschen auf Instagram folgen, sind es bei Hanson 27.300.

    Serrano hält die WM-Titel der Verbände WBA und WBO im Federgewicht (bis 57,2 Kilogramm). Sollte Hanson gewinnen, würden beide Gürtel an sie übergehen. Die Augsburgerin ist erst durch intensives Krafttraining in diese Gewichtsklasse aufgestiegen. Ihr letzter Kampf in dieser Kategorie führte sie am Weltfrauentag im März nach Bosnien, wo sie Flor Rodriguez besiegte. In der Weltrangliste des WBA-Verbands wird Hanson auf Platz sechs geführt, bei der WBO sogar auf vier.

    Ihren WBF-WM-Titel im Bantamgewicht (bis 53,5 Kilogramm) gewann sie 2024 – damals bereits mit gebrochener Schlaghand. Ein Jahr später folgte ein weiterer Mittelhandknochenbruch. Rückschläge, die sie kurz ausbremsten, aber nicht stoppten. Längst ist Hanson wieder in Bestform.

    Hansons Alltag zwischen London und Augsburg

    „Ich lebe meinen Traum“, sagt sie. „Allein dieses Kampfangebot zu bekommen – die meisten erleben so etwas nie. Ich darf um eine doppelte WM boxen. Es gibt kaum etwas Besseres.“

    Inzwischen kann sich Hanson vollständig auf den Sport konzentrieren. Sponsoren ermöglichen ihr die Unabhängigkeit, die früher nicht existierte, als sie noch im Steakhouse jobbte. Heute lebt sie vom Boxen.

    Einen Teil des Jahres verbringt Hanson in London, wo sie in einem Airbnb-Apartment lebt und unter professionellen Bedingungen trainiert. „Das Training in England ist grundsätzlich anstrengend“, sagt sie. Die andere Jahreshälfte lebt sie in Augsburg.

    Hanson kann Serranos Rekord hinauszögern

    Für Serrano geht es um mehr als Titel. Sie jagt den Allzeit-Knockout-Rekord von Christy Martin, der bei 32 Siegen durch K.o. liegt. Serrano steht bei 31. Ein weiterer Erfolg würde sie aufschließen lassen, sofern Hanson das zulässt. „Ich werde ihr sowieso im Wege stehen“, kündigt Hanson an. Sie formuliert es knapp und vielleicht gerade deshalb entfalten die Sätze ihre Wirkung. „Ich mag Herausforderungen“, sagt Hanson. „Sie hat alles zu verlieren, ich habe nichts zu verlieren.“

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