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Bundesliga
17.08.2015

Ein bewährtes Duo und viele Neue

Trainer Thorsten Leibenath (links) und Spielmacher Per Günther sind abgesehen von Nachwuchsspieler Joschka Ferner die Einzigen, die vom Ulmer Vorjahres-Bundesligateam übrig geblieben sind. Neun Neuzugänge müssen zusammen mit Günther ein Team bilden. Die Saisonvorbereitung beginnt heute.
Foto: Horst Hörger

Die Ulmer starten in die Vorbereitung. Der Etat ist etwas höher als zuletzt. Es geht in ein kleines Jubiläumsjahr.

Von Stefan Kümmritz

Vom Team der Vorsaison sind bei den Basketballern von Ratiopharm Ulm nicht viele übrig geblieben. Trainer Thorsten Leibenath und Spielmacher Per Günther sind auch in der kommenden Bundesligarunde an Bord. Dazu noch Nachwuchsspieler Joschka Ferner, der aber bisher keine Rolle gespielt hat. Das war’s. Alle anderen etablierten Spieler sind nicht mehr dabei, wenn Thorsten Leibenath heute zum ersten Training nach der Sommerpause bittet. Die meisten Spieler hat es aus finanziellen Gründen fortgezogen, die meisten haben aber bislang noch keinen neuen Verein gefunden. „Wir haben auch denen, bei denen es eigentlich klar war, dass sie gehen, Angebote vorgelegt“, berichtete Geschäftsführer Thomas Stoll gestern. „Aber die Spieler wollten sie nicht annehmen. Will Clyburn zum Beispiel hatte völlig überzogene Vorstellungen.“

So gibt es jetzt ein fast komplett neues Team. „Die Jungs sind alle da“, sagte Stoll gestern, „und sie sehen gut aus. Die Körpermaße von einigen sind beeindruckend. Wir haben eine junge, talentierte Mannschaft. Allerdings hat von den neuen Spielern noch keiner auf einem Toplevel, also in der NBA oder der Euroleague, gespielt. Ich weiß also nicht, warum die Erwartungen in der Öffentlichkeit so groß sind. Ich finde sie übertrieben.“ In Fankreisen werde viel von einer ganz starken Ulmer Mannschaft gesprochen, einer besseren als in der Vorsaison.

Ob und wie die neue Mannschaft funktionieren wird, hängt von vielen Faktoren ab. Thorsten Leibenath freut sich jedenfalls auf die kommenden Wochen: „Wir haben eine recht komprimierte Vorbereitung, es wird hart werden. Nach zwei Wochen gibt es den ersten freien Tag, sonst wird jeden Tag zweimal trainiert.“ Der Trainer weiß, dass Per Günther jetzt der erfahrenste Spieler im Team ist. Damit wird er da auch klar der Leitwolf sein. Leibenath ist sich sicher, dass die neue Mannschaft einen „guten Mix“ darstellt. Er freut sich zudem, dass ein paar Spieler wie zum Beispiel Per Günther, Philipp Neumann oder Augustine Rubit einen Zweijahresvertrag haben: „Mit ihnen kann man ein Team entwickeln.“ Das Team muss sich auch entwickeln, wenn es Erfolg haben will. Bis jetzt hat Leibenath einen Haufen Spieler, aus denen eine Mannschaft geformt werden muss. Der Trainer sagt, was ihm in der kommenden Saison ganz wichtig ist: „Ich will sehr viel Bewegung sehen. Aber kein wildes Hin- und Herrennen, sondern koordiniertes Laufen auf hohem Niveau. Damit bewegt sich der Ball, und wir sind für den Gegner schwer auszurechnen. Viel Bewegung gilt vor allem auch für die Verteidigung.“ In der Abwehr hatte es in der vergangenen Runde einige Defizite gegeben.

Zu Beginn vor 14 Jahren haben die Frauen die Trikots gewaschen

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Die Höhe des Etats für die kommende Runde, das 15. Jahr von Basketball Ulm, will Thomas Stoll nicht nennen, aber er sagt: „Vergangenes Jahr betrug er 5,4 Millionen Euro. Diesmal gibt es eine leichte Steigerung. Aber von den Spitzenteams sind wir noch weit entfernt. In den nächsten Jahren den Etat auf acht Millionen zu steigern ist das Ziel.“

Von solchen Summen haben die Macher bei der Gründung von Basketball Ulm gestern vor genau 14 Jahren nicht einmal geträumt. „Unser Gesamtetat lag damals, glaube ich, bei 150000 Mark“, erinnert sich Stoll. „Wir haben ihn dann noch etwas erhöht. Im zweiten Jahr hatten wir dann 200000 Euro. Dann hat ein Sponsor nicht bezahlt, und wir mussten privates Geld nachschießen. Damals haben wir im VIP-Raum noch selbst die Brötchen geschmiert, und die Frauen haben die Trikots gewaschen.“ Der Anfang nach der Insolvenz war in der zweiten Liga schwer. „Ein Höhepunkt in den vergangenen Jahren war natürlich der Aufstieg in die erste Liga“, so Stoll. „Aber das große Highlight fehlt noch. Das müssen wir uns erarbeiten.“ Ein Titel soll einmal her.

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