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Eurocup
10.11.2016

Ulm als Frust-Erlebnis

Von wegen abgebrühter Altstar: Amare Stoudemire ärgert sich auch nach 14 Jahren in der NBA noch mächtig über eine Klatsche wie die von Jerusalem gegen Ulm im Eurocup.
Foto: Eibner

Über die Klatsche im Eurocup haben sich bei Jerusalem vor allem die beiden Protagonisten geärgert. Dabei muss einer von denen längst nichts mehr beweisen

Die meisten der Profis von Hapoel Jerusalem nahmen das klare Ergebnis ähnlich teilnahmslos zur Kenntnis, wie sie zuvor gespielt hatten. Hörbar und erkennbar gefrustet waren nach der 77:103-Klatsche gegen den Basketball-Bundesligisten Ratiopharm Ulm vor allem die zwei Protagonisten in den Reihen der Israelis. Der italienische Trainer Simone Pianigiani zürnte nach der Demütigung seiner Mannschaft im Eurocup: „Man muss mit mehr Stolz spielen. Man kann gegen die Ulmer verlieren, aber nicht so.“ Amare Stoudemire war die Verärgerung über den blutleeren Auftritt von Jerusalem in der Ratiopharm-Arena schon während des Spiels deutlich anzumerken. Hinterher stellte der langjährige NBA-Superstar nüchtern fest: „Wir waren schlecht und haben keine Verteidigung gespielt.“

Es ist unter anderem genau diese professionelle Einstellung, die Amare Stoudemire nach Einschätzung des Ulmer Trainers Thorsten Leibenath seine Riesenkarriere ermöglicht und ihn zu einem vielfachen Dollar-Millionär gemacht hat: „Er hat einfach diesen starken Motor.“ Generell war Leibenath außerdem beeindruckt vom bescheidenen und freundlichen Auftreten des Mannes, der im amerikanischen Basketball in etwa das ist, was ein Miroslav Klose im deutschen Fußball ist. Auch für Per Günther war es ein besonderes Erlebnis, gegen Stoudemire zu spielen, auch wenn der 2,08-Meter-Hüne natürlich nicht mehr die Qualität hat, die er zu seinen Glanzzeiten in Phoenix, New York, Dallas und Miami hatte. Der Ulmer Kapitän sagte: „Ich finde es toll, dass er sich das noch antut. Ein Amare Stoudemire braucht Europa sicher nicht mehr, aber der europäische Basketball braucht Spieler wie ihn.“

Hapoel Jerusalem und Spieler wie Amare Stoudemire waren für die Ulmer die Kür im Eurocup. Die Pflicht in der Bundesliga ist am Samstag (15.30 Uhr) das Spiel beim Aufsteiger Jena, der aber ebenfalls ein paar zumindest in der Bundesliga bekannte Spieler im Kader hat. Da sind die beiden 35-jährigen Haudegen Julius Jenkins und Wayne Bernard sowie der sogar noch ein Jahr ältere Immanuel McElroy. Deren Leistungen nötigen auch Thorsten Leibenath Respekt ab: „Die spielen, als wären sie 24 oder 25 Jahre alt.“ Da ist aber vor allem auch Marcos Knight, der mit gut 22 Punkten im Schnitt die Korbjägerliste der Bundesliga anführt und der in der Reboundstatistik die Nummer zwei ist. Der Ulmer Center Tim Ohlbrecht warnt: „Ob wir gegen Jerusalem mit Stoudemire oder gegen Jena spielen – wir müssen jedes Team gleich respektieren.“

Der Bundesliga-Neuling aus der Universitätsstadt in Thüringen hat Oldenburg immerhin in eine Verlängerung gezwungen und gegen Berlin, Bayreuth und Bonn mit weniger als fünf Punkten Differenz verloren. Der Ulmer Trainer schwärmt: „Das ist ein richtig toller Aufsteiger, der ganz spannenden Basketball spielt.“ Es ist allerdings davon auszugehen, dass sein erst 34-jähriger Kollege Björn Harmsen den Ulmer Auftritt gegen Jerusalem gesehen hat und sich gegenüber den Spielern von Jena ähnlich schwärmerisch äußert.

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