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Basketball

15.08.2019

Killian Hayes bei Ratiopharm Ulm: "Kalkuliertes Risiko"

Killian Hayes gilt als eines der größten Talente im europäischen Basketball. Ratiopharm Ulm hat ihn sich geschnappt.
Bild: Horst Hörger

Erstmals präsentiert sich der neue Ulmer Basketball-Kader der Öffentlichkeit. Der 18-jährige Point Guard Killian Hayes steht besonders im Fokus.

Als Neuzugang einer Basketballmannschaft das Prädikat „Risiko“ verpasst zu bekommen, ist wenig schmeichelhaft. Und doch schwingt dieses Wort mit jedem Schritt mit, den Killian Hayes macht, seitdem bekannt ist, Rdass der 18-jährige Spielmacher ab der kommenden Saison für Ratiopharm Ulm in der Bundesliga und im Eurocup spielen wird. An und für sich ist es ja nichts besonderes, dass ein junges Talent nach Ulm wechselt. Es ist der Weg und das erklärte Ziel der Donaustädter, junge Spieler auszubilden und zu fördern. Besonders, und hier kommt das Risiko ins Spiel, ist allerdings die Rolle, die Hayes übernehmen soll: erster Point Guard soll er sein, der Spielmacher. Eine große Bürde für einen 18-jährigen.

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Die Ulmer hatten am Donnerstagmorgen zu einem Medientraining in die Sporthalle an der Neu-Ulmer Nelsonallee geladen. Auf dem Programm standen Interviews und ein paar öffentliche Fitnesseinheiten. Es war das erste Mal, dass sich der Ulmer Kader der Öffentlichkeit präsentierte. Und das war schon allein deshalb interessant, weil er personell in neuem Gewand daherkommt als noch in der vergangenen Saison. Neun Neuzugänge tummeln sich in ihm, darunter bekannte Namen wie Andreas Obst, Zoran Dragic – und eben Killian Hayes. Der Franzose mit US-amerikanischen Wurzeln gilt als eines der größten europäischen Talente. Unter Beobachtung würde er also auch ohne seine prominente Rolle im Team stehen.

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Das Interesse an ihm und seiner Aufgabe nimmt der 1,96 Meter große Point Guard äußerst gelassen wahr: „Natürlich sind die Erwartungen groß, aber ich habe gute Nerven.“ Für Ulm habe er sich entschieden, weil ihm der Klub signalisiert habe, wirklich an ihm interessiert gewesen zu sein. Außerdem gefalle ihm das „Projekt“, das Ulm anstrebt. Damit meint er den Fokus auf junge Spieler, den auch Trainer Jaka Lakovic und Sportdirektor Thorsten Leibenath forcieren. Leibenath ist sich bewusst, dass der Bundesligist mit Hayes’ Verpflichtung ein Risiko eingegangen ist, aber: „Wir in Ulm sind es gewohnt, Risiken einzugehen, Killian ist ein kalkuliertes Risiko.“ Zumal der junge Basketballer schon in der französischen ersten Liga regelmäßig auf Topniveau zum Einsatz gekommen war.

Killian Hayes spricht über seine Rolle bei Ratiopharm Ulm

Niemand erwartet von ihm von Beginn an übermenschliche Leistungen. Es soll eher darum gehen, ihn über die Zeit langsam aufzubauen und ihm die Möglichkeit zu geben, sich zu entwickeln. Dabei sollen auch die erfahreneren Spieler helfen, die Ulm ja trotz seines Fokus auf die Jugend im Kader hat. „Deshalb mache ich mir wegen Killian keine Sorgen“, sagt Leibenath. Einer dieser erfahrenen Spieler ist Per Günther, der sich als 31-jähriger Point Guard hinter dem 18-jährigen Neuzugang einreihen muss. Ein Problem scheint er damit nicht zu haben: „Ich freue mich auf die Aufgabe.“ Natürlich habe er erst mal schlucken müssen, als er von den Plänen gehört hat. „Aber seine Qualität ist ja so offensichtlich. Wenn man einer von der älteren Garde ist, freut man sich, wenn man etwas weitergeben kann.“

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Den gleichen Ansatz verfolgt Trainer Lakovic: „Die Spieler sind die Stars und wir sind hier, um ihnen zu helfen. Das ist unser Job.“ Seiner Mannschaft attestiert er nach dem Medizincheck am Montag eine gute Verfassung. Einen Tag später begannen die Übungseinheiten, die Lakovic als „Puzzle“ beschreibt. Stück für Stück müsse er die Mannschaft auf die Liga vorbereiten und dabei nicht vergessen, dass er viele Basketballer im Kader hat, die mit der Umgebung in Ulm nicht vertraut sind. „Wir im Team versuchen alles Mögliche, um eine Einheit zu bilden.“ Dazu gehören gemeinsame Mittagessen oder insbesondere das Trainingslager, zu dem die Ulmer am 3. September aufbrechen. Der Spaß soll dort nicht zu kurz kommen, sagt Lakovic. Zumindest was die Stimmung im Team angeht, will Ulm kein Risiko eingehen.

Ab Freitag gibt es Tagestickets für die ersten drei Spiele in der BBL und im Eurocup sowie für das Pokalachtelfinale. Die Karten gibt es online auf der Internetseite der Basketballer.

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