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Basketball-Eurocup

12.11.2019

Ratiopharm Ulm verliert auch gegen Andorra

Andreas Obst von Ratiopharm Ulm im Eurocup-Spiel gegen Morabanc Andorra.
Bild: Harry Langer

Im Eurocup wird es immer finsterer für die Ulmer Basketballer. Gegen Andorra verlieren sie auch, kämpfen sich aber nach einem großen Rückstand zurück.

Die Negativserie von Ratiopharm Ulm geht weiter. Nach der Niederlage in der Bundesliga gegen Würzburg am Wochenende verlor das Team von Trainer Jaka Lakovic am Dienstagabend zuhause im Eurocup-Cup mit 87:99 gegen Morabanc Andorra. Anders als gegen Würzburg zeigte Ulm in dem Duell aber letztlich eine gute kämpferische Leistung - wenn bloß nicht die schlechte erste Hälfte gewesen wäre.

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Dass sich etwas Unheilvolles anbahnen könnte lautete nämlich die Erkenntnis der ersten fünf Minuten. Da wiederholten die Ulmer viele der Fehler, die sie eigentlich abstellen wollten: Das Passspiel war viel zu ungenau und resultierte in sechs Ballverlusten in der Anfangsphase und in der Abwehr fehlte ihnen die Aggressivität - Andorra durfte zu oft offen werfen und brachte die Versuche dann auch regelmäßig im Korb unter. 6:20 stand es nach sechs Minuten. Als Ulms Trainer Lakovic Per Günther, Christoph Philipps und Seth Hinrichs aufs Feld brachte, kam ein kleines bisschen mehr Stabilität ins Spiel und trotzdem blieb vieles von dem, was die Ulmer fabrizierten, fahrig. Bestes Negativ-Beispiel war ein langer Ball von Hinrichs auf Isaiah Briscoe in der gegnerischen Hälfte, der vom Pass gar nichts mitbekam und den Ball ins Aus fliegen ließ. 17:30 hieß es am Ende des ersten Viertels. Einzig Per Günther setzte mit seinen neun Punkten den Gästen aus dem Zwergstaat etwas entgegen.

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Ratiopharm Ulm arbeitet sich nach 22-Punkte-Rückstand an Andorra ran

Andorra fiel vor allem wegen der überragenden Dreierquote auf, die sich allerdings im Verlauf des Spiels verschlechterte. Dennoch war es eine Disziplin, die Ratiopharm Ulm gar nicht lag an diesem Dienstagabend. Magere 39 Prozent ihrer Dreierversuche verwandelte das Team, bei Andorra waren es 57. Dafür waren die Gastgeber den Spielern von Trainer Ibon Navarro klar in Sachen Zweier und Freiwürfe überlegen. Das Problem war nur, dass sich das erst gegen Ende des zweiten Durchgangs in Punkte verwandelte. So machten die Ulmer aus einem 22-Punkte-Rückstand (28:50) immerhin einen Abstand von 15 Punkten (39:54) - was natürlich immer noch recht imposant war, vor allem bei diesem starken Gegner. 13 Ballverluste in der ersten Hälfte waren einfach zu viel. Die meisten gingen auf das Konto von Hayes und Briscoe, also den Basketballern, die das Spiel ihrer Mannschaft eigentlich lenken sollen. Hayes humpelte die letzten Sekunden des zweiten Viertels über das Feld und stand nach dem Seitenwechsel erst mal nicht auf dem Parkett.

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Das änderte sich nach ein paar Minuten im dritten Drittel, in dem Andorra nicht richtig in Fahrt kam. Ulm verteidigte nun besser und zeigte beim Defensiv-Rebound einen guten Einsatz. Offensiv klappte es mit den Balleroberungen dafür weniger gut. Nach fast fünf Minuten betrug Ulms Rückstand jedenfalls nur noch zehn Punkte (57:67) und das lag daran, dass sich Ratiopharm Ulm jetzt viel mehr Mühe gab, sich dem Gegner in den Weg zu stellen. Also das, was Andreas Obst nach der Niederlage gegen Würzburg gefordert hatte. Und tatsächlich: Das Team arbeitete sich weiter heran. Mit nur einem Pünktchen Rückstand (73:74) ging es ins letzte Viertel. Die Trefferquote von zwischenzeitlich 89 Prozent machte sich also doch noch bemerkbar. Es war aber vor allem die starke Defensive, die die Zuschauer in der Ratiopharm-Arena an der Überraschung schnuppern ließen. Isaiah Briscoe machte nach seinen anfänglichen Fehlern ein starkes Spiel und auch Andreas Obst überzeugte. Und Hayes hatte sich scheinbar von seiner Verletzung erholt.

Ulm machte auch im letzten Durchgang vieles richtig, verlor dann aber (auch aufgrund umstrittener Schiedsrichterentscheidungen) die Linie. Nach sechs Minuten hatten sich die Gäste wieder einen zweistelligen Vorsprung erspielt (79:90) und es war klar, dass es für Ulm schwierig werden dürfte, noch mal so ein Kunststück zu vollbringen wie zuvor und die große Aufholjagd zu starten. Es gelang ihnen auch nicht, dafür waren die Abschlüsse zu unkonzentriert und Andorra zu clever, besonders Clevin Hannah (20 Punkte) und Frantz Massenat (16 Punkte). "Wir hatten einen schlechten Start ohne Intensität - dabei hatten wir vor dem Spiel gesagt, Andorras Intensität zu kontern", sagte Jaka Lakovic. Dafür war er aber stolz auf die Reaktion seiner Mannschaft.

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