1. Startseite
  2. Sport
  3. Basketball Ulm
  4. Ratiopharm Ulm verpasst den Einzug ins Pokal-Finale 

Basketball, BBL-Pokal

12.01.2020

Ratiopharm Ulm verpasst den Einzug ins Pokal-Finale 

Ulms Per Günther wird im Pokal-Halbfinale gegen Oldenburg hart von Armani Moore angegangen.
Bild: Stefan Puchner, dpa

Nach starkem Beginn sind die Ulmer Basketballer gegen Oldenburg wieder zu inkonsequent und geben die Chance auf das Pokal-Finale her. 

Auf Pressekonferenzen geben sich der Pragmatismus und der Glaube mitunter die Klinke in die Hand – zumindest am Sonntagnachmittag in der Neu-Ulmer Ratiopharm-Arena. Während Ulms Basketball-Trainer Jaka Lakovic die 76:84-Niederlage seines Teams im Pokal-Halbfinale gegen Oldenburg mit den Grundsätzen des Spiels erklärte („Im Basketball muss man seine Würfe treffen, um zu gewinnen“), wusste sein Gegenüber Mladen Drijencic, bei wem er sich für den Finaleinzug zu bedanken hatte. „Jeden Morgen wenn ich aufwache danke ich Gott, dass ich Rickey Paulding im Team habe“, sagte er. Tatsächlich ist die Vorstellung gar nicht so abwegig. Mit 21 Punkten und der beeindruckenden Dreierquote von 83 Prozent war Paulding der Mann des Spiels.

Lesen Sie auch: Ulms Trainer findet den alten Pokalmodus interessanter.

Damit entschied er auch das Privatduell mit Ulms Zoran Dragic (sechs Punkte) deutlich für sich, der vor rund einem Monat beim Überraschungssieg gegen Oldenburg in der Liga der beste Mann war. Im Pokalspiel blieb Dragic jedoch blass. Und blass war auch das, was die Teams zunächst auf dem Parkett zeigten. Die Oldenburger verschafften den Ulmern in der eigenen Zone viel Freiraum, weil sie Ulms Spielmacher Killian Hayes teils zu zweit angingen und so Lücken freigaben. Ulm wiederum nutzte die zu inkonsequent, da sich das Team in der Offesnive zu viele Fehler erlaubte. Mal fing Andreas Obst ein Zuspiel unter dem Korb nicht, mal vergab Derek Willis einen Korbleger und den ein oder anderen Fehlpass gab es auch. Oldenburg ging zwar mit einer knappen 19:17-Führung in die erste Viertelpause, fehlerfrei und seiner Favoritenrolle gerecht blieb es aber nicht. Dass die Ulmer am Ende der ersten zehn Minuten und besonders zu Beginn der zweiten aufdrehten und starken Basketball zeigten, machte die Sache nicht leichter für die Gäste aus Niedersachsen.

Ratiopharm Ulm verpasst den Einzug ins Pokal-Finale 

BBL-Pokal: Ulmer Basketballer scheiden nach Niederlage gegen Oldenburg aus

Dank eines viertelübergreifenden 12:0-Laufs drehte Ratiopharm Ulm so das Spiel zu einem 24:19. Den Zuschauern in der Neu-Ulmer Arena gefiel das natürlich. Das Problem war nur, dass sich auch die Basketballer zu schnell damit zufrieden gaben. Wenig später waren sie so unkonzentriert, dass Oldenburg zu einem 15:0-Lauf ansetzen und wiederum das Spiel zum 38:31 drehen konnte. Initiatoren des ganzen waren der starke Braydon Hobbs (16 Punkte) und die Ulmer Defensive. Ersterer klaute sich die Bälle wo es nur ging und die Abwehrleute gaben den Ballbesitz allzu leichtfertig her. Es passte zur Dramaturgie des Spiels, dass sich die Gastgeber aber fingen und auf 44:45 zur Halbzeitpause verkürzten. Genauso passte es aber auch, dass Oldenburg nur wenige Minuten nach Wiederbeginn auf 54:44 erhöhte. Für Lakovic war es die entscheidende Phase des Spiels: „Wir wollten zu schnell zurückkommen.“ Daraus resultierten hektische Würfe, die sich wiederum in der mauen Dreierquote von 36 Prozent spiegelten. Ulm versuchte es häufiger von draußen als die Gäste, blieb aber viel erfolgloser. „Das hat uns etwas panisch werden lassen“, sagte Lakovic. Beleg dafür waren weiterhin einige Fehler im Spielaufbau.

Letztlich brachte es Lakovics pragmatische Begründung auf den Punkt. Oldenburg war zwar besser, aber Ulm hatte seine Chancen, das Spiel an sich zu reißen. Lakovic muss sich also weiter im Pragmatismus üben: „Wir müssen weitermachen.“ Nur eben nicht im Pokal.

Die Statistik zum Spiel:

  • Ratiopharm Ulm: Harvey (13 Punkte), Jerrett (13), Günther (10), Obst (9), Willis (9), Hayes (7), Dragic (6), Schilling (5), Hinrichs (4), Philipps.
  • Beste Ulmer Dreierschützen: Harvey (3), Obst (3).
  • Beste Ulmer Rebounder: Schilling (6), Willis (6).
  • Ulmer Trefferquote: 45 Prozent (26/58).
  • Ulmer Dreierquote: 36 Prozent (10/28).
  • Ulmer Freiwurfquote: 83 Prozent (20/24).
  • Beste Oldenburger Werfer: Paulding (21), Hobbs (16), Mahalbasic (15), Tadda (10), Moore (7), Sears (5), Schwethelm (5).
Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren