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Play-offs

19.05.2016

Wieder mehr als ein Ballhalter?

Die meisten Spiele in dieser Saison hat Carlon Brown in Zivilklamotten miterlebt. Der Mann aus Kalifornien hat diese Situation mit großer Gelassenheit ertragen und heute könnte er gegen Frankfurt sein Comeback feiern.
Bild: Imago/Eibner

Der Ulmer Trainer Thorsten Leibenath denkt darüber nach, gegen Frankfurt Carlon Brown zu bringen. Vor allem einer der Teamkollegen ist nämlich ziemlich platt

Die Basketballer von Ratiopharm Ulm haben in dieser Bundesligasaison bisher 38 Spiele absolviert, nur in elf davon war Carlon Brown dabei. Seinen letzten Einsatz hatte der oft von Verletzungen gebeutelte Mann aus Kalifornien im letzten Hauptrundenspiel gegen Ludwigsburg. In der Viertelfinalserie der Play-offs gegen Oldenburg war er dann wieder nur Zuschauer, weil die sechs anderen Amerikaner halbwegs gesund waren. Eine schwere Situation für einen Spieler, der in der Saison 2013/2014 bei Hapoel Tel Aviv bester Werfer der ersten israelischen Liga war und in der vergangenen Saison zum Kader des deutschen Meisters Bamberg gehörte. Der immer freundliche Brown hat sie mit großer Gelassenheit und Professionalität ertragen. Am Freitag könnte die Zeit der unfreiwilligen Untätigkeit für ihn vorbei sein. Der Ulmer Trainer Thorsten Leibenath denkt darüber nach, im ersten Halbfinalspiel bei den Frankfurter Skyliners einem der anderen Amerikaner eine Pause zu gönnen und dafür Brown zu bringen. Das hat er zwar auch vor jedem der vier Spiele gegen Oldenburg getan. Aber diesmal sagt der Ulmer Trainer: „Der Zeitpunkt wäre günstig, weil eine neue Serie beginnt.“

Was Leibenath – natürlich – nicht sagt, das ist, welcher der anderen Amerikaner für Brown weichen müsste. Erster Kandidat dürfte aber Taylor Brown sein, der sich seit Ende Januar mit einer Ellbogen-Verletzung am Wurfarm durch die Saison schleppt und dessen Akkus jetzt offensichtlich ziemlich leer sind. In der Oldenburg-Serie hat Taylor Braun einmal sechs und einmal vier Punkte erzielt, in zwei Spielen hat er gar nichts getroffen.

Das hat für ihn Per Günther mit seinen 35 Punkten in Spiel zwei und in der ganzen Serie Raymar Morgan getan. Die 102 Punkte des Mannes aus Ohio in vier Spielen ergeben einen fantastischen Schnitt von mehr als 25. Gegen Frankfurt dürfte er es ebenso wie die ganze Mannschaft deutlich schwerer haben und das liegt nicht nur daran, dass die Skyliners im Gegensatz zu Oldenburg mit Johannes Voigtmann, Danilo Barthel, Mike Morrison und Aaron Doornekamp über gleich vier Spieler mit Gardemaß verfügen. Die Frankfurter haben außerdem in der Bundesliga zwölf Spiele in Serie und den Europe-Cup des Weltverbands FIBA gewonnen, sie haben in der Viertelfinalserie den achtfachen deutschen Meister Alba Berlin mit drei klaren Siegen aus dem Wettbewerb geworfen, sie lassen im Schnitt nur etwas mehr als 65 gegnerische Punkte zu und haben somit die beste Abwehr der Liga.

Die Ulmer werden also wieder an ihre Grenzen und darüber hinaus gehen müssen, obwohl sie schon im dritten Viertel des Oldenburg-Spiels am Dienstag offensichtlich platt waren, ehe sie das Ding mit einer unfassbaren Energieleistung und nach einem 13-Punkte-Rückstand noch drehten. Thorsten Leibenath traut den Spielern zu, dass sie so etwas wiederholen können: „Ich glaube, dass wir in der Lage sind, eine spannende Halbfinalserie abzuliefern.“ Er sagt das mit dem Selbstvertrauen eines Trainers, der in fünf Jahren mit seiner Mannschaft viermal mindestens im Halbfinale stand.

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