Für Vincent Kompany stünde das erste Mal an. Wie so oft, geht er aber auch dieses Vorhaben unaufgeregt an. „Es muss immer ein erstes Mal geben“, sagt der Trainer des FC Bayern vor dem Pokalspiel am Mittwoch in Leverkusen (20.45 Uhr, ZDF und Sky). Mit einem Sieg würden die Münchner ins Finale einziehen. Dort stand Kompany mit den Bayern noch nie – was auch der Tatsache geschuldet ist, dass er die Mannschaft noch nicht einmal zwei Jahre betreut. Bei seinem ersten Versuch scheiterte er mit seinem Team an Bayer Leverkusen. Doch die Leverkusener der vergangenen Saison haben mit der Bayer-Elf 2026 nicht mehr viel gemeinsam.
Auf Xabi Alonso folgte der glücklose Erik ten Hag, den die Bosse bald durch Kasper Hjulmand ersetzten. Die meisterhaften Florian Wirtz, Granit Xhaka, Jonathan Tah und Jeremie Frimpong kicken nun andernorts und bei all den Wechseln ist die Spielfreude verständlicher Flatterhaftigkeit gewichen. Aus der Champions League ist die Mannschaft längst ausgeschieden und die Chancen, sich über die Liga erneut für die Königsklasse zu qualifizieren, sind allenfalls vager Natur. Bleibt einzig der Pokal, um aus einer maximal durchschnittlichen Saison eine erfolgreiche zu machen.
Bayer Leverkusen übt sich in Zweckoptimismus
Mit einem Sieg gegen die Münchner kann freilich nicht kalkuliert werden. „Klar ist Bayern München eine Top-Mannschaft, aber wir haben in diesem Jahr auch schon Top-Mannschaften schlagen können. Es wird schwer, ohne Frage, aber im Pokal gibt es auch solche Möglichkeiten“, sagt Sportchef Simon Rolfes. Das geht in jene Richtung, dass der Pokal seine eigenen Gesetze habe. Formuliert häufig von krassen Außenseitern.
Für die Münchner geht mit der Partie der Reigen an K.-o.-Spielen weiter. Die Siege gegen Real Madrid haben den Münchnern nochmals Schwung verliehen. Darunter litten am Sonntag die Stuttgarter, die chancenlos waren, obwohl die Bayern etliche ihrer Top-Stars geschont hatten. Das wird gegen Leverkusen nicht der Fall sein. Bis auf die verletzten Lennart Karl, Tom Bischof und Serge Gnabry sind alle Spieler einsatzbereit.
Besonderes Augenmerk dürfte auf Jamal Musiala gerichtet sein. Nach seiner schweren Verletzung hatte er zuletzt stark aufsteigende Form gezeigt. Weil nun Gnabry bis zum Saisonende ausfällt, ist er noch mehr gefordert.
Kompany ist schon jetzt angetan von der Form des 23-Jährigen. „Was der Junge im Moment macht, ist unglaublich. Er hat neun Scorerpunkte in 600 Minuten“, so der Trainer. „Jetzt ist nur die Frage, wann kommt Magic Musiala wieder“, so Kompany. Möglicherweise ja schon gegen Leverkusen. Das würde die Chancen auf einen erstmaligen Einzug in das Finale in Berlin für Kompany erhöhen.
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