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Bundesliga
10.07.2018

Auf dem Transfermarkt herrscht die Ruhe vor dem Sturm

Ob der FC Bayern noch einen großen Transfer tätigen will, ließ Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bislang offen.
Foto: Matthias Balk (dpa)

Das Transferkarussell in der Fußball-Bundesliga rotiert noch recht gemächlich. Es dürfte erst nach der WM in Schwung kommen.

Noch ist es auf dem Transfermarkt ziemlich ruhig - aber die Manager der Fußball-Bundesligisten erwarten schon bald einen dynamischen Sommerschlussverkauf. "Viele warten ab, viele zocken auf Zeit", sagte Bruno Hübner, Sportdirektor von Eintracht Frankfurt. Dazu trage auch die laufende Weltmeisterschaft in Russland bei.

Dass es im Endspurt zu einer Schnäppchenjagd kommen wird, ist wenig wahrscheinlich. Möglich wäre es allerdings schon, dass das Preisniveau moderater wird, weil die reichen englischen Clubs bereits am 9. August um 23.59 Uhr ihre Einkäufe getätigt haben müssen. In Deutschland schließt das Transferfenster erst am 31. August.

"Wahrscheinlich finden wir ab Mitte August einen 'normaleren' Transfermarkt mit 'normaleren' Preisen vor", sagte Borussia Mönchengladbachs Manager Max Eberl unlängst dem "Kicker". Und wenn man seinen Kader bis dahin schon geschlossen habe, könne man eine "vielversprechende Transferchance verpassen".

Mittlerweile spreche man aber von Größenordnungen im Bereich von 30, 40 oder 50 Millionen Euro. "Deshalb versuchen wir in Gladbach zwar schon jetzt, verschiedene Dinge umzusetzen", erklärte Eberl. "Aber wir wollen uns auch Luft lassen und beobachten, wie sich die Marktsituation entwickelt."

Diese Strategie verfolgen viele Liga-Konkurrenten - auch der deutsche Meister. Bisher hat der FC Bayern den ablösefreien Leon Goretzka von Schalke 04 verpflichtet und den an 1899 Hoffenheim ausgeliehenen Stürmer Serge Gnabry geholt. Ob die Münchner noch einen großen Transfer tätigen wollen, ließ Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bislang offen. Er betonte aber auch, dass es nicht am Geld scheitern werde: "Wenn wir einen Spieler haben wollen und der 80, 90 Millionen kostet, dann werden wir irgendwann springen müssen."

Einige Clubs sind zum Handeln gezwungen. Einen personellen Umbruch muss etwa Pokalsieger Eintracht Frankfurt nach dem Weggang von Stammspielern wie Lukas Hradecky, Marius Wolf, Omar Mascarell und Kevin-Prince Boateng bewältigen. Bisher investierte die Eintracht in die Neuzugänge Lucas Torro (Real Madrid), Evan Obite N'Dicka (AJ Auxerre) und Frederik Rönnow (Bröndy IF) insgesamt rund zwölf Millionen Euro. "Wir sind Achter geworden, Pokalsieger und spielen international. Da kommen manche mit Wahnsinnsvorstellungen um die Ecke", erläuterte Hübner den Zusammenhang von Erfolg und steigenden Preisen. 

Gegen den Trend zu späteren Einkäufen steuert der FC Schalke 04, der bereits fünf neue Spieler verpflichtet und die Kaderplanung so gut wie abgeschlossen hat. Insgesamt hat Manager Christian Heidel dafür etwa 30 Millionen Euro ausgegeben, mehr als ein Drittel davon für Suat Serdar von Mainz 05. "Den Leuten, die erwarten, dass wir den linken Mittelfeldspieler von Olympique Lyon für 55 Millionen verpflichten, müssen wir sagen: Sie kennen Schalke nicht", sagte Heidel. 

Nachbar Borussia Dortmund hat andere finanzielle Ressourcen und diese bereits eingesetzt. Für Abdou Diallo (Mainz 05), Thomas Delaney (Werder Bremen) und Marius Wolf (Frankfurt) legte der BVB insgesamt rund 50 Millionen auf den Tisch, um die Neuausrichtung mit dem neuen Trainer Lucien Favre zu forcieren. Und das dürfte noch nicht das Ende der BVB-Transfers sein.

Es gibt aber unter den bereits unter Vertrag genommenen Spielern eine Reihe von Talenten, die in Deutschland zu Stars werden könnten. Eines der neuen Gesichter ist der argentinische Stürmer Nicolas Gonzalez (20), der am Dienstag in Stuttgart den Medizincheck absolvierte. Dazu gehören aber auch die Leipziger Marcelo Saracchi (Uruguay) und Nordi Mukiele (Frankreich) oder der Leverkusener Paulinho (Brasilien).  (dpa)

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