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17.08.2017

„Das ist krank, Wahnsinn, Idiotie“

Interview Der ehemalige Bundesliga-Manager Reiner Calmund über den Neymar-Transfer, die Bayern-Verpflichtung von Hasan Salihamidzic als Sportdirektor und das Auftaktspiel zwischen München und Leverkusen

Herr Calmund, viele waren überrascht, als Hasan Salihamidzic als neuer FC-Bayern-Sportdirektor vorgestellt wurde, Sie auch?

Calmund: Anfangs ein bisschen. Aber auf den zweiten Blick passt das. Der FC Bayern braucht auf dieser Position einen Teammanager, einen Mann, der Ansprechpartner für die Spieler, für die Medien, für das Trainerteam und auch intern für die Bosse ist. Wenn du wie die Bayern auf so vielen Hochzeiten tanzt, dann brauchst jemanden, der das Teammanagement abwickelt. Ich kenne Hasan – er ist der richtige Typ dafür. Er ist mit Bayern sechs Mal deutscher Meister geworden, hat mit dem Klub die Champions League gewonnen, war aber auch 1999 beim verlorenen Finale gegen Manchester United mit dabei. Hasan hat mit dem FC Bayern viel erlebt. Und wovor ich meinen Bauch einziehe: Er hat nie etwas geschenkt bekommen, sondern musste für alles hart arbeiten.

Salihamidzic ist also kein Notnagel?

Calmund: Auf keinen Fall. Wer so etwas sagt, hat von Fußball keine Ahnung. Lahm wäre auf dieser Position sicher auch eine sehr gute Lösung gewesen, aber man muss seine Entscheidung akzeptieren.

Hat es ein Neuling wie Salihamidzic nicht ungemein schwer unter Alpha-tieren wie Hoeneß und Rummenigge?

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Calmund: Da sehe ich kein Problem, beide zählen weltweit zu den besten Managern, von denen man nur lernen kann. Der FC Bayern – das ist keine Ein-Mann-Show, auch was die Spielertransfers angeht. Die Bayern haben gute Scouts. Dazu kommt das Trainerteam um Ancelotti – und natürlich Hoeneß, Rummenigge und Finanzchef Dreesen, der sich um die kaufmännischen Dinge kümmert. Hasans Meinung, der nahe am Team ist, wird auch eine große Rolle spielen. Was beeindruckend ist: Die Bayern machen das Spielchen mit dreistelligen Millionen-Beträgen bei den Transfers nicht mit und zählen trotzdem in wirtschaftlicher und sportlicher Hinsicht zu den drei besten Vereinen auf der Welt. Sie kompensieren das unter anderem mit einem sehr guten Scouting. Das neue Nachwuchszentrum zeigt auch, dass man in Steine und nicht nur in Beine investiert.

Was sagen Sie als ehemaliger Fußball-Manager zum 222-Millionen-Transfer von Neymar?

Calmund: Das ist krank, Wahnsinn, Idiotie – und absolut schädlich für die Fußball-Basis. So eine Transfersumme ist wirtschaftlich nicht re-finanzierbar. Aber dem, der die 222 Millionen Euro bezahlt hat, ist das ja egal. Die Scheichs wollen die längste Jacht, die teuerste Formel-1-Strecke, das höchste Haus, das größte Hotel der Welt haben. Dass das alles nicht refinanzierbar ist, das interessiert doch die Herren in Dubai, Abu Dhabi oder Katar gar nicht. Tatsache ist, dass das Geld im Fußball bleibt. Paris zahlt 222 Millionen an Barcelona und die angeln sich vielleicht für 120 Millionen Euro Dembélé von Dortmund. Und der BVB seinerseits holt sich dafür wieder zwei, drei junge Spieler.

Wird sich Bayern München auch einmal zu einem Transfer jenseits der 100-Millionen-Marke hinreißen lassen?

Calmund: Ich glaube und hoffe nicht. Aber im Fußball kann man ja nichts ausschließen. 100 Millionen hat der FCB ja auch ausgegeben. Aber für vier Nationalspieler. Das ist der Unterschied. Man könnte versuchen, eine Höchstgrenze bei den Transfersummen und Spielergehältern einzuführen – ähnlich wie bei den Vorstandsgehältern von Weltkonzernen. Diese Höchstgrenze müsste weltweit gelten und von der Fifa, Uefa sowie den Nationalverbänden und Klubs festlegt werden.

Ob das wirklich funktioniert?

Calmund: Schwer zu sagen. Als 1963 die Bundesliga gegründet worden ist, gab es ja schon mal so eine Obergrenze. Die lag damals bei 50000 Mark für einen Spielertransfer. Aber da wurde gleich mal kräftig getrickst. Schalke zahlte 50000 Mark für den damaligen Nationalspieler Günter Herrmann an den KSC, überwies aber gleichzeitig nochmals 50000 Mark für den damals völlig unbekannten Lambert nach Karlsruhe. Der DFB beantragte damals eine Strafe von 10000 Mark und vier Punkten Abzug.

Weil der Lambert-Transfer ein Alibi-Geschäft war...

Calmund: Kann man so sagen. Wahrscheinlich würden die Vereine auch heute wieder Mittel und Wege finden, um so eine Höchstgrenze zu umgehen. Aber einen Versuch wäre es wert.

Einmal abgesehen von der Explosion der Transfersummen und Spielergehältern, was hat sich seit Ihrer Zeit als Manager im Fußballgeschäft sonst noch verändert?

Calmund: Die Klubs sind heute in allen Bereichen professioneller aufgestellt. Es gibt deutlich mehr Personal – wirklich hoch qualifiziertes Personal. Und die Vereine sind auch besser organisiert. Das trifft in der Bundesliga nicht nur für die Spitzenklubs, sondern auch für die kleinen Vereine zu. Ich habe mich als Sky-Experte vor der Saison überall umgeschaut und bin schon schwer beeindruckt, wie akribisch in jedem Verein gearbeitet wird. Das ist auch der Grund, warum die Bundesliga im internationalen Vergleich mithalten kann, obwohl hier weniger Geld fließt. Die Bundesliga-Klubs haben einfach ein gutes Scouting und machen eine sehr gute Nachwuchsarbeit. Sie sind bestens aufgestellt.

Rechnen Sie wieder mit einer Bayern-Dominanz?

Calmund: Bayern wird wieder Meister. Man kann die einzelnen Mannschaftsteile durchgehen: Bayern ist einfach überall top besetzt. Ich hoffe, dass Dortmund aufschließen kann, auch wenn Marco Reus schon wieder verletzt ist und Dembélé den BVB vermutlich verlassen wird. Leipzig wird die Zusatzbelastung durch die Champions League spüren. Aber die werden das schon hinbekommen.

Und was ist mit Ihrem Ex-Klub Bayer Leverkusen? Im vergangenen Jahr blieb die Werkself weiter hinter den Erwartungen zurück.

Calmund: Es gab Zoff zwischen dem Trainer und der Mannschaft. Ich weiß nicht, wer schuld daran hatte. Fakt ist: Wenn die Stimmung schlecht ist, wirkt sich das negativ auf die Leistungen aus. Die Stimmung ist das A und O, das hat schon der ehemalige Wirtschaftsminister Ludwig Erhard gesagt. Am Ende hat sich die Mannschaft ja noch aus dem Schlimmsten befreit. In dieser Saison wird es besser werden. Was das Spiel gegen den FC Bayern angeht: Ich drücke Bayer Leverkusen natürlich die Daumen. Mit einem Unentschieden wäre ich sehr zufrieden.

Interview: Roland Wiedemann

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