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Der FC Bayern nach dem Aus in der Champions League: Viele Kleinigkeiten und ein großer Ärger

FC Bayern

Viele Kleinigkeiten und ein großer Ärger: Das sind die Gründe für das Bayern-Aus

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    Im nächsten Jahr ein neuer Anlauf: Die Bayern-Spieler zeigten sich nach dem Aus in der Champions League sichtlich enttäuscht.
    Im nächsten Jahr ein neuer Anlauf: Die Bayern-Spieler zeigten sich nach dem Aus in der Champions League sichtlich enttäuscht. Foto: Tom Weller, dpa

    Wie groß die Partie der Bayern gegen Paris war, ließ sich am Mittwochabend bei jeder denkbaren Gelegenheit beobachten. Fernsehteams aus ganz Europa hatten sich am Spielfeldrand postiert, im Pressebereich gaben sich die Experten der TV-Anstalten die Klinke in die Hand. Peter Schmeichel, Michael Laudrup, Steve Gerrard, die ehemaligen Bayern-Spieler Luca Toni, Michael Ballack oder Owen Hargreaves ordneten das Geschehen für ihre Auftraggeber ein. Und fast schien es, als ob die Bayern auf sportlicher Ebene fast ein zu guter Gastgeber sein wollten. „Wir waren heute keine Killer in der Offensive. In der Box von PSG war das nicht klar genug“, sagte nach Spielschluss Manuel Neuer bei DAZN und hatte recht damit.

    Bei allem Bemühen und optischem Übergewicht des FCB blieb die Offensive zu wirkungslos. 1:1 hieß es am Ende durch ein sehr frühes Gegentor durch Osumane Dembelé und einen sehr späten Treffer durch Harry Kane (90.+4). Mindestens eines mehr hätten die Münchner gebraucht, um zumindest die Verlängerung zu erzwingen. So endet der Traum vom Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League im Halbfinale der Königsklasse - und mit dem Ende beginnt die Spurensuche.

    Eine Erklärung ist die von Neuer. Der 40-Jährige musste zwar bereits in der dritten Spielminute den Ball aus dem Netz holen, bewahrte seine Mannschaft aber mit zahlreichen Paraden gegen Desiré Doué oder den wie schon im furiosen Hinspiel starken Kvicha Kvaratskhelia vor einem höheren Rückstand. Im Spiel nach vorn entfachten die Bayern aber eben nicht die Wucht, die sie in der französischen Hauptstadt entfaltet hatten. Wie es gewesen wäre, wenn das 1:1 nicht erst in der Nachspielzeit gefallen wäre? Diese Überlegung stellte auch Neuer an: „Der Schlüsselmoment im Spiel hat einfach gefehlt.“ Er fehlte auch deswegen, weil Paris ihn schlichtweg nicht zuließ.

    Der Bayern-Ärger traf Schiedsrichter Joao Pinheiro

    Bayern-Coach Vincent Kompany sprach das an: „Wir haben auf dem gleichen Level, auf Augenhöhe mit Paris gespielt. In den Spielen ging es immer um Details.“ Kleinigkeiten wie eine zu weit geschlagene Flanke von Laimer, wie ein unpräziser Pass von Olise, wie ein Schuss von Jamal Musiala kurz vor der Halbzeit, der nicht reinwill. In der Summe geraten diese Kleinigkeiten aber zu einem stimmigen Gesamtbild, das so aussieht: Die Bayern rannten an, prallten aber immer wieder an der PSG-Defensive ab.

    Und dann gab es für Kompany und viele andere Bayern noch eine andere Ebene der Niederlage. Oder, wie es der Coach selbst sagte: „Es gibt drei Parteien: Wir, PSG und den Schiedsrichter.“ Letztgenannter hört auf den Namen Joao Pinheiro und hatte sich im Laufe der Partie wiederholt den Ärger der Bayern-Verantwortlichen zugezogen - und lag nach einer knappen halben Stunde bei einer Szene falsch. Als der bereits mit Gelb verwarnte Nuno Mendes nach 29 Minuten den Ball gegen den durchgebrochenen Laimer per Hand klärte, hätte es eigentlich Gelb-Rot für den Portugiesen geben müssen. Pinheiro sah es zum großen Erstaunen der Bayern-Bank anders und entschied auf Freistoß für Paris, weil Laimer den Ball zuvor selbst mit der Hand gespielt haben soll.

    Laimer selbst konnte die Welt nicht verstehen: „Der Schiedsrichter pfeift erst fünf Sekunden später die Aktion gegen mich. Ich kann es nicht mehr ändern, aber es wäre ein entscheidender Moment gewesen.“ Eine Stunde Spielzeit mit elf Bayern gegen zehn Pariser - sehr wahrscheinlich hätte das Spiel einen anderen Fokus bekommen. Beistand bekam er von DAZN-Experte Ballack, der polterte: „Ich als Zuschauer hatte den Eindruck: Sie wollten die gelbrote Karte einfach nicht geben.“

    Bayern-Trainer Kompany ärgerte sich über den Schiedsrichter und eine Regelauslegung

    Nur Minuten später geriet Pinheiro erneut in den Mittelpunkt der Partie. Ein Befreiungsschlag von Vitinha traf im Strafraum seinen portugiesischen Landsmann Joao Neves an der ausgespreizten Hand. Dass hier kein Pfiff ertönte, war regelkonform - denn laut den Statuten scheidet bei einem Klärungsversuch des eigenen Spielers und einem anschließenden Handspiel der Faktor Absicht aus. Kompany erkannte das an, stellte aber die Sinnhaftigkeit der Regel in Frage: „Ich habe in meiner Karriere ganz wenige Handspiele im Strafraum gesehen, die absichtlich geschehen sind.“

    Dennoch wollte der Belgier die Schuld nicht beim Schiedsrichter suchen: „Wir müssen respektieren, dass wir gegen einen großen Gegner gespielt haben.“ Dieser stehe zu Recht im Finale, während die Bayern einen neuen Anlauf nehmen werden. „Ich weiß, wie schwer es ist, diesen Pokal zu gewinnen. Aber ich habe die Hoffnung, dass wir es noch besser können. Und die Hoffnung, dass viele Szenen in der nächsten Saison zu unserem Vorteil sind.“ Da waren sie wieder, die vielen Kleinigkeiten.

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