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Vor Saison-Start

15.12.2020

EHC München und Adler Mannheim als DEL-Favoriten

Die Adler Mannheim und der EHC Red Bull München sind für die meisten DEL-Trainer die Topfavoriten auf die Meisterschaft.
Bild: Uwe Anspach/dpa

Die Adler Mannheim und der EHC Red Bull München, Meister der Jahre 2015 bis 2019, gehen wie erwartet als Topfavoriten in die neue Eishockey-Saison. Die beiden liegen gleich auf in den Titelprognosen. Aber: Wie wirken sich die besonderen Umstände der DEL-Saison aus?

Die Ungewissheit in der Corona-Krise kann zu einem offeneren Titelkampf in der Deutschen Eishockey Liga ( DEL) führen - zumindest wenn es nach der Prognose so mancher Trainer geht.

Zwar fiel die Wahl in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zu den Meistertipps auf die Adler Mannheim und den EHC Red Bull München. Kein anderer Club wurde explizit genannt. Die beiden Spitzenteams kristallisierten sich aber nicht so klar wie in der Vergangenheit als die Titelkandidaten schlechthin heraus.

"In diesem Jahr ist es extrem schwierig, einen klaren Favoriten zu benennen", sagte Berlins Serge Aubin vor der am Donnerstag startenden Spielzeit und begründete das mit möglichen Corona-Fällen: "Die letzten Wochen und Monate haben gezeigt, dass sich die Situation bei jedem Club von heute auf morgen ändern kann. In dieser Saison ist wirklich alles möglich."

Die Trainer dreier weiterer Clubs - Wolfsburg, Straubing und Augsburg - wollten sich ebenfalls nicht eindeutig auf einen Meistertipp festlegen. Auch Mannheim und München selbst vermieden klare Ansagen, verdeutlichten aber ihre Titel-Ambitionen.

"Unter rein sportlichen Gesichtspunkten und unter "normalen" Voraussetzungen würde ich den EHC Red Bull München als aussichtsreichsten Titelaspiranten nennen", sagte zwar Straubings Tom Pokel. Weil die Umstände aber eben nicht normal seien und dem Gesundheitszustand der Mannschaften eine entscheidende Rolle zukomme, "sowohl was Verletzungen als auch was Corona-Infektionen" anbelange, schränkte er ein: "Durch die besonderen Umstände, unter denen die Saison 2020/2021 stattfindet, wird meiner Meinung nach das Team Meister werden, welches seinen Kader am besten zusammenhalten kann."

Das Vorbereitungsturnier, eingeführt um der Liga nach monatelanger Pause eine Plattform zu ermöglichen, zeigte, wie schnell sich die Bedingungen ändern können. Bei Berlin und Schwenningen traten Corona-Fälle auf, die Teams mussten in Quarantäne, Spiele wurden abgesagt. München gewann am Sonntag das Turnier mit einem 7:5-Finalerfolg über Bremerhaven. "Mannheim und München verfügen über die stärksten Kader", sagte Augsburgs Tray Tuomie, blieb aber vage und schien sich nicht klar festlegen zu wollen: "Vielleicht bringt diese spezielle Saison aber auch einen unerwarteten Meister hervor."

Kölns Uwe Krupp und Krefelds Mihails Svarinskis sprachen sich ausschließlich für München aus. Bremerhavens Thomas Popiesch und Schwenningens Niklas Sundblad votierten klar für die Mannheimer. Insgesamt fiel auf die beiden Topteams der vergangenen Jahre je sechs Stimmen. Mehrfachnennungen waren möglich. "Ich denke, der Weg zur Meisterschaft geht nur über München", sagte Krupp. "Keine Organisation in der DEL hat während der Pandemie mehr dafür investiert, mit einer gewissen Normalität und gewohnten Abläufen die spielfreie Zeit zu überbrücken."

Krupps Haie eröffnen am Donnerstag mit einem Derby gegen Düsseldorf nach neun Monaten Pause die Saison. Lange war nicht absehbar gewesen, ob die DEL aufgrund der finanziellen Probleme in der Corona-Krise starten kann. Nun sind die Team im ungewohnten Format in zwei Gruppen Nord und Süd eingeteilt. Die Überkreuzduelle sind noch nicht terminiert. Playoffs sind in einem kürzeren Format geplant.

Vor den Playoffs war die vergangene Saison im März abgebrochen worden, mit München und Mannheim auf den Rängen eins und zwei der Hauptrunden-Tabelle. "Es sind wieder München und Mannheim, die den Titel unter sich ausmachen", prognostizierte DEG-Coach Harold Kreis.

DIE MEISTERTIPPS DER TRAINER IN DER DEUTSCHEN EISHOCKEY LIGA (DEL):

Tray Tuomie (Trainer Augsburger Panther): "Mannheim und München verfügen über die stärksten Kader. Vielleicht bringt diese spezielle Saison aber auch einen unerwarteten Meister hervor."

Serge Aubin (Trainer Eisbären Berlin): "In diesem Jahr ist es extrem schwierig, einen klaren Favoriten zu benennen. Die letzten Wochen und Monate haben gezeigt, dass sich die Situation bei jedem Club von heute auf morgen ändern kann. Das haben wir ja am eigenen Leib erfahren. In dieser Saison ist wirklich alles möglich."

Thomas Popiesch (Trainer Fischtown Pinguins Bremerhaven): "So ungewöhnlich die Saison auch sein mag, die Meisterschaftsfavoriten bleiben auch in dieser Saison die gleichen. Aufgrund der Verpflichtungen, der Tiefe des Kaders und der vorhandenen Möglichkeiten sehe ich zum Ende dieser Saison die Mannheimer Adler auf dem Thron."

Harold Kreis (Trainer Düsseldorfer EG): "Ich würde in diesem Punkt gerne originell sein, aber ich kann es nicht. Es sind wieder München und Mannheim, die den Titel unter sich ausmachen. Ihre Kader sind einfach am stärksten besetzt."

Doug Shedden (Trainer ERC Ingolstadt): "Mannheim und München sind wieder die Favoriten, und alle anderen müssen versuchen, sie zu schlagen."

Jason O'Leary (Trainer Iserlohn Roosters): "Auch in diesem Jahr wird an München und Mannheim aufgrund des Etats kein Weg vorbei führen."

Uwe Krupp (Trainer Kölner Haie): "Ich denke, der Weg zur Meisterschaft geht nur über München. Es gibt ein paar Faktoren, die man in Erwägung ziehen könnte, aber alles andere wäre für mich eine Überraschung. Keine Organisation in der DEL hat während der Pandemie mehr dafür investiert, mit einer gewissen Normalität und gewohnten Abläufen die spielfreie Zeit zu überbrücken. Fakt ist, dass München - rein sportlich gesehen - die vielleicht beste Mannschaft der DEL mit der besten Vorbereitung am Start hat. Diese Kombination gibt ihnen diese Saison beste Voraussetzungen, am Ende ganz oben zu stehen."

Mihails Svarinskis (Trainer Krefeld Pinguine): "München wird trotz aller Umstände der große Favorit sein. Sie haben nicht nur den größten Etat, sondern auch viele deutsche Topspieler, erfahrene Kontingentspieler, leisten sehr gute Nachwuchsarbeit in der Red Bull Academy und haben zusätzlich noch einen guten Trainerstab, der die Mannschaft zusammenführt."

Pavel Gross (Trainer Adler Mannheim): "Alle 14 Mannschaften, die am Spielbetrieb teilnehmen, können Meister werden. Im Kampf um den Titel wollen wir natürlich auch eine große Rolle spielen."

Don Jackson (Trainer EHC Red Bull München): "Die Mannschaft hat in den vergangenen Wochen trotz der schwierigen Situation immer hervorragend mitgezogen. Wenn ich nach der Zukunft gefragt werde, kann ich nur sagen, dass ich immer nur an das nächste Spiel denke. Aber natürlich ist unser Ziel die Meisterschaft."

Frank Fischöder (Trainer Nürnberg Ice Tigers): "Ich denke, dass am Ende die Tagesform entscheidet, ob München oder Mannheim Meister wird. Diese beiden Teams haben einen gewachsenen Kader und die nötige Kadertiefe und haben sehr früh mit der Vorbereitung angefangen. Es gibt immer die Chance auf eine Überraschung, aber in einer Serie gegen München oder Mannheim muss man schon sehr viele gute Tage haben, um zu gewinnen."

Tom Pokel (Trainer Straubing Tigers): "Unter rein sportlichen Gesichtspunkten und unter "normalen" Voraussetzungen würde ich den EHC Red Bull München als aussichtsreichsten Titelaspiranten nennen. Durch die besonderen Umstände, unter denen die Saison 2020/2021 stattfindet, wird dem Gesundheitszustand der Mannschaften eine entscheidende Rolle zukommen, sowohl was Verletzungen als auch was Corona-Infektionen anbelangt. Meiner Meinung nach wird das Team Meister werden, welches seinen Kader am Besten zusammenhalten kann. Interessant wird zudem die Auswirkung der Aufteilung der Liga in eine Nord- und eine Süd-Gruppe werden."

Niklas Sundblad (Trainer Schwenninger Wild Wings): "Adler Mannheim. Weil sie den bestbesetzten Kader haben, auch in der Tiefe."

Pat Cortina (Trainer Grizzlys Wolfsburg): "Das Team, das in dieser Situation das beste Eishockey spielen wird."

© dpa-infocom, dpa:201214-99-692894/8 (dpa)

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