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Augsburger Panther

19.06.2018

AEV-Talent Sternheimer muss zunehmen

Gut gelaunt in der Folterkammer des Curt-Frenzel-Stadions: AEV-Talent Marco Sternheimer macht Klimmzüge vor den Augen von Fitnesscoach Sven Herzog.
Bild: Siegfried Kerpf

AEV-Talent Marco Sternheimer wiegt zu wenig. Nach seiner DEL-Premiere in der vergangenen Saison hatte sich der 19-Jährige höhere Ziele gesteckt.

Klimmzüge an sich sind eine Quälerei. Aber was Marco Sternheimer an dem Gerät im Kraftraum der Augsburger Panther zeigt, sieht nach Schmerzen aus. Zusätzlich zum eigenen Körpergewicht hat der junge Eishockeyprofi einen Gurt mit einer 20 Kilogramm schweren Hantelscheibe um die Hüften gebunden. Sternheimer verzieht keine Miene, ja er lächelt sogar, während seine Muskeln Schwerstarbeit verrichten. Wieder und wieder zieht er so lange, bis das Kinn über der Stange ist.

Von dem intensiven Training nimmt Sternheimer immer wieder ab

Das Gewicht ist ein großes Thema für das größte Talent, dass der Nachwuchsverein Augsburger EV in den vergangenen Jahren hervorgebracht hat. Allerdings kämpft der junge Bursche mit einem Problem, dass viele von uns gerne hätten: Er kann sein Gewicht nicht halten, er nimmt durch das intensive Training wieder ab. „Ich muss Muskelmasse aufbauen, damit ich bei den Großen mithalten kann. Aber mir machen auch Beach-Volleyball, Tennis und Basketball Spaß“, erzählt der 19-jährige Jungprofi. Er muss sich zwingen mehr zu essen, als ihm schmeckt. Immer wieder steckt ihm Fitnesscoach Sven Herzog einen Energieriegel zu.

Sternheimer besitzt einen langfristigen Ausbildungsvertrag bis 2020 bei den Panthern. Der Klub aus der Deutschen Eishockey-Liga unterstützt den Nachwuchsspieler mit Geld, einem Auto und Ausrüstung. Das Ziel ist klar definiert: Das Talent soll an die Profimannschaft herangeführt werden. Beobachter aus dem AEV-Umfeld sagen: Wenn es Sternheimer nicht in die DEL schafft, dann schafft es nie einer.

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Denn der Jungprofi aus Stadtbergen ist mit großem Talent und guten Händen gesegnet. In 31 Oberliga-Einsätzen mit dem ERC Sonthofen sammelte der Mittelstürmer in der abgelaufenen Saison 40 Scorerpunkte (16 Tore/24 Pässe). Für die höchste Nachwuchsklasse, die Deutsche Nachwuchs-Liga DNL, ist er eigentlich zu gut. In den entscheidenden Einsätzen der vergangenen Spielzeit für das Augsburger DNL-Team sammelte er fantastische 27 Scorepunkte in sechs Spielen und sorgte damit fast im Alleingang dafür, dass Augsburg weiterhin in der höchsten Nachwuchsliga vertreten ist. Technisch hat Sternheimer alle Anlagen. Er verfügt über eine feine Stocktechnik, kann schnell Schlittschuhlaufen und hat den Blick für den Mitspieler.

Experten sehen in ihm Potenzial zum Spielmacher

„Ich bin der Spielertyp, der die Aufgaben technisch lösen soll“, sagt der knapp 1,85 Meter große Angreifer über sich. Er soll nicht im vierten Sturm die Scheibe nur ins gegnerische Drittel dreschen und hinterherlaufen. Auch das Körperspiel wird nicht seine vordringlichste Aufgabe sein. Die Experten sehen ihn in der Rolle des Spielmachers. Doch Sternheimer muss für die Attacken der Kontrahenten gewappnet sein. Dort liegt noch sein Problem: zu wenig Muskeln auf den Rippen. Während der vergangenen Saison wog der Stürmer nur 69 Kilogramm. „Inzwischen ist er bei 76 Kilo und unser Ziel sind die 80“, erzählt Sven Herzog.

„In der DEL spielt er gegen richtige Männer, darauf müssen wir ihn richtig vorbereiten“, sagt sein Trainer Mike Stewart. In der vergangenen Spielzeit absolvierte Marco Sternheimer die komplette Vorbereitung mit den Augsburger Panthern und feierte im November 2017 gegen die Adler Mannheim seine DEL-Premiere. Mehr Einsätze kamen allerdings nicht dazu. „Mal sehen, wie lange ich dieses Jahr dabei bin. Ich werde alles geben, damit es so lange wie möglich geht“, sagt Sternheimer. Falls er den Sprung in die DEL nicht schafft, gibt es mehrere Optionen. Der Oberligist ERC Sonthofen würde den Center wieder mit Handkuss nehmen, doch auch die DEL2 ist ein Thema, denn dort würde das AEV-Talent mehr gefordert sein. In der zweiten Liga haben die Panther den geeigneten Kooperationspartner noch nicht gefunden.

Priorität hat die Profikarriere, Studium ist der Plan B

Die Zeit drängt nicht: Nachdem Sternheimer 2017 sein Abitur mit einem Schnitt von 2,8 abgelegt hat, konzentriert er sich zunächst auf seine Profilaufbahn. Seinen Plan B – ein Lehramtsstudium in Mathematik und Sport – stellt er vorerst hintenan. In diesen Tagen haben vier Dinge Priorität: Trainieren, essen, schlafen – und Gewicht zulegen.

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