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Augsburger Panther

23.11.2018

Adam Payerl: Das AEV-Raubein im Dienst der Mannschaft

Keine gute Idee: ein Faustkampf gegen Adam Payerl (links). Das dürfte sich zuletzt auch Berlins James Sheppard (rechts) gedacht haben, der im Curt-Frenzel-Stadion mit dem Panther-Stürmer aneinander geriet.
Bild: Siegfried Kerpf

Adam Payerl führt die Strafzeitenstatistik der DEL an. Das hat aber nichts damit zu tun, dass er unfair spielt. Bei den Panthern kämpft vielmehr jeder für jeden.

Wer vor Adam Payerl steht, sieht einen groß gewachsenen jungen Mann, dessen Gesicht meist ein freundliches Lächeln ziert. Der Scheitel sitzt akkurat. Fragen beantwortet er höflich und mit leiser Stimme. Allenfalls die stattlichen Oberarme lassen darauf schließen, dass der 27-Jährige sein Geld als Eishockeyprofi verdient.

Dann gibt es aber den anderen Adam Payerl. Den, der im Trikot der Augsburger Panther schon stolze 81 Strafminuten gesammelt hat. Keiner war ligaweit bisher fleißiger in dieser Kategorie. Auf Platz zwei der DEL folgt schon leicht abgeschlagen der Schwenninger Stefano Giliati mit 59 Strafminuten. Das Raubein der Liga ist (momentan) ein Panther. Zumindest, wenn man den Zahlen folgen will. Denn die verraten nur einen Teil der Wahrheit. „Adam ist kein unfairer Spieler“, sagt sein Trainer Mike Stewart. „Ganz im Gegenteil. Bei ihm gibt es keine versteckten Fouls, keinen Ellbogen, keinen Stockstich.“

Eigentlich sieht Adam Payerl so aus, als ob er kein Wasser trüben könnte...
Bild: Siegfried Kerpf

Payerl ist einer, der für seine Mannschaftskollegen einsteht. So geschehen beim jüngsten Spiel gegen Berlin. Direkt vor Payerls Augen kassierte Thomas J. Trevelyan einen unfairen Check gegen den Kopf. Payerl fackelte nicht lang und schnappte sich den Übeltäter James Sheppard.

Payerl schildert den Kampf: " Er wollte die Sache austragen, und dann ging es eben schnell zur Sache"

Der Panther-Stürmer schildert die Szene betont zurückhaltend: „Ich bin zu ihm hingefahren, um ihn zur Rede zu stellen. Er wollte die Sache austragen, und dann ging es eben schnell zur Sache.“ Das Ergebnis war, um es weniger zurückhaltend zu formulieren, ein handfester Faustkampf der Schwergewichtsklasse. Payerl und Sheppard bringen jeweils rund 100 Kilo auf die Waage. Der Redeanteil an der Zusammenkunft war für Außenstehende nicht erkennbar. Der Augsburger ging knapp als Punktsieger aus dem Duell hervor.

Voll auf die Zwölf: AEV-Stürmer Adam Payerl punktete im Spiel gegen Wolfsburg auch mit diesem gewonnen Faustkampf gegen Jeff Likens.
Bild: Siegfried Kerpf

Szenen wie diese erklären einen Großteil der 81 Strafminuten von Payerl. Fast schon legendär sein Fight mit dem Wolfsburger Jeff Likens, den er mit einigen harten Treffern für sich entschied. (Lesen Sie dazu: Im Video: AEV-Stürmer Payerl hat den härtesten Haken der DEL ) Bei den Fans hat sich der Kanadier mit derlei Aktionen schnell beliebt gemacht. Bei den Gegnern hat er sich jede Menge Respekt verschafft. „Unser Team ist ein echtes Team. Wir sind auf und neben dem Eis Freunde und passen aufeinander auf“, sagt Payerl, der mit dem Ruf des Raubeins ganz gut leben kann. „Ich lege es nicht darauf an, aber so etwas passiert eben.“ Als Neuling in der Liga gehe es auch darum, sich Respekt zu verschaffen. Das dürfte ihm gelungen sein.

AEV-Trainer Mike Stewart schätzt Typen wie Payerl

Stewart, zu aktiven Zeiten ebenfalls für seine kernige Spielweise bekannt, schätzt Typen wie Payerl. „Wenn ich einen echten Allrounder beschreiben müsste, es wäre Adam Payerl. Er kann alles: Defensive, Offensive, Fights, Überzahl, Unterzahl. Er macht seine Punkte. Er ist ein Anführer, von allen voll akzeptiert. Er stellt sich in den Dienst der Mannschaft.“ Dabei wolle er eigentlich gar niemanden speziell hervorheben, er lobt ganz allgemein den Teamgeist. „Die Jungs kämpfen füreinander. Jeder steht für jeden ein. Das gefällt mir.“

Es gehört zu den ungeschriebenen Gesetzen des Eishockey, dass es schmerzhafte Konsequenzen hat, die Edeltechniker der gegnerischen Mannschaft zu hart zu attackieren. In der vergangenen Saison, die enttäuschend verlief, war diese Komponente auf Augsburger Seite weit weniger ausgeprägt.

Nächste Gelegenheit, diese Qualität unter Beweis zu stellen, bietet sich am Freitag (19.30 Uhr), wenn Nürnberg im Curt-Frenzel-Stadion zu Gast ist. Eine Mannschaft, die trotz eines exquisit besetztenKaders in die Niederungen der DEL abgestürzt ist. „Wir dürfen sie aber auf keinen Fall unterschätzen“, warnt Stewart. „Das habe ich den Jungs eingeschärft.“ Das erste Aufeinandertreffen in Nürnberg endete mit einem umkämpften 1:0-Auswärtssieg. Den Siegtreffer erzielte Christoph Ullmann in der 52. Minute.

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