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Eishockey

02.10.2020

"Alternativlos": Eishockey-Klubs verschieben DEL-Saisonstart

Nun ist es fix: Die DEL wird am 13. November nicht in die neue Saison starten.
Bild: Siegfried Kerpf

Nun ist es fix: Die Deutsche Eishockey Liga wird nicht wie geplant am 13. November in die neue Saison starten. Es gibt einen neuen Zeitplan.

Die DEL wird am 13. November nicht in die neue Spielzeit starten. Das beschlossen die 14 DEL-Klubs am Freitag als Ergebnis einer mehrstündigen Videokonferenz.

Ausschlaggebend für diese Entscheidung sei die nach wie vor fehlende Planungssicherheit für die Clubs im Zusammenhang mit den Corona-Vorgaben der Politik, maximal 20 Prozent der Zuschauerkapazität zuzulassen sowie die dadurch bedingten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die einen Saisonstart in rund sechs Wochen nicht möglich machten, betonen die DEL-Klubs.

Hintergrund: Die derzeit geltende Regelung von maximal 20 Prozent zugelassener Zuschauer der eigentlichen Hallen-Kapazitäten reicht dem Großteil der Clubs nicht aus, um einen wirtschaftlichen Spielbetrieb zu gewährleisten. Vor zehn Tagen hatte sich die DEL daher an die Politik gewandt und Zusagen oder finanzielle Hilfen gefordert.

Gernot Tripcke, Geschäftsführer der DEL, begründet den Schritt in einer Stellungnahme wie folgt: "Wir haben stets sehr deutlich und transparent kommuniziert, dass wir unter den aktuellen Vorgaben sowie mit der Unsicherheit, ob und in welchem Umfang die nötige finanzielle Unterstützung für die Clubs kommt, nicht in die Saison starten können." Daran habe sich bis heute nichts geändert. "Von daher war diese Entscheidung alternativlos, auch wenn sie uns sehr schwerfällt."

Saisonstart verschoben: Mitte November soll neu entschieden werden, wie es in der DEL weitergeht

Die Vereine haben sich ebenso darauf verständigt, dass bis spätestens Mitte November weitere Entscheidungen zum Saisonablauf getroffen werden. Erklärtes Ziel sei es, unter bis dahin gegebenenfalls positiveren wirtschaftlichen Bedingungen einen Saisonstart in der zweiten Hälfte des Dezembers zu realisieren.

"Alle Beteiligten sind sich über diese außergewöhnlich schwierige Situation bewusst. Wir werden weiterhin alles dafür tun, dass wir in die neue Saison starten können. Es gilt nach wie vor, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um die Clubs in die Lage zu bringen, dass sie verantwortungsbewusst Eishockey spielen können", so Tripcke weiter.

Wegen Corona: Zuletzt wurde sogar über einen Abbruch der DEL spekuliert

Zuletzt war sogar über einen Saisonabbruch spekuliert worden. Angeblich seien nur München, Wolfsburg und Bremerhaven bereit, unter den aktuellen Bedingungen in die Saison zu starten. Deren Start wurde bereits auf den 13. November verschoben. In einem fast schon verzweifelten Appell an die Politik hatte DEL-Aufsichtsratschef Jürgen Arnold kürzlich gesagt, die Liga brauche 60 Millionen Euro an Hilfsgeldern. Dieses Geld hätte bis Freitag, 2. Oktober zugesagt sein müssen. Nachdem dies nicht so ist, zogen die DEL-Vereine nun ihre Konsequenzen.

Kritik hatte es zuletzt am Vorgehen der DEL gegeben, die nach dem Fußball die höchsten Zuschauerzahlen hat. Die Eishockey-Vereine verweisen auf die im Vergleich zu anderen Hallensportarten höheren Kosten durch teure Ausrüstung und höheren Aufwand.

"Ich verstehe nicht, wie die Handballer und Basketballer starten können", sagte etwa Leonardo Conti, Prokurist der Augsburger Panther. Wenn die jetzige Regelung mit einer Zuschauerauslastung von 20 Prozent bestehen bleibt, sieht sich das Gründungsmitglied der Deutschen Eishockey Liga (DEL) vor existenziellen Problemen. "Das wäre ein Himmelfahrtskommando. Dann befürchte ich ein siebenstelliges Minus im Etat", sagt Conti. Bis zu 80 Prozent des Umsatzes erwirtschaften die Klubs an den Spieltagen. Pro Saison sind es nach Liga-Angaben rund 130 Millionen Euro. Zudem ist Eishockey ein teurer Sport und ein Spielerkader umfasst mindestens 25 Profis. (AZ, eisl)

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