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Augsburger Panther
30.03.2019

AEV-Verteidiger Haase: "Wir müssen eine Lösung für Descheneau finden"

Düsseldorfs Jaedon Descheneau jubelt nach seinem Ausgleichstreffer zum 3:3.
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Düsseldorfs Jaedon Descheneau jubelt nach seinem Ausgleichstreffer zum 3:3.
Foto: Marius Becker, dpa

Am Sonntag kommt es in Augsburg zum Endspiel gegen die Düsseldorfer EG um den Halbfinal-Einzug. Den Kanadier bekam der AEV zuletzt schwer in den Griff.

Mit schwarzem Hut und legerem Anzug spazierte Freitag Nacht Jeadon Descheneau aus der Umkleide der Düsseldorfer EG. Der Kanadier hatte allen Grund über beide Backen und die wieder eingesetzten Zähne zu grinsen. Wenige Minuten zuvor hatte sich der Torjäger von den eigenen Fans im ISS Dome feiern lassen. Zwei Mal traf der überragende Techniker in der regulären Spielzeit zum 3:3-Ausgleich gegen AEV-Torwart Olivier Roy.

Eine Verlängerung musste in Spiel sechs die Entscheidung bringen, ob Augsburg die Serie vorzeitig beendet oder die Rheinländer ein siebtes Spiel am Sonntag in Augsburg erzwingen. Nur 36 Sekunden dauert die Zusatzschicht und für den Schlusspunkt sorgte wieder einmal der Topscorer aller vier Viertelfinale-Serien: Jeadon Descheneau. 12 Punkte (fünf Treffer, sieben Vorlagen) sind ein überragenden Wert in sechs Partien. Das macht zwei Scorerpunkte pro Spiel. Kein Profi in der Deutschen Eishockey-Liga ist derzeit effektiver. Den Schlüssel zum Sieg am Sonntag (16.30 Uhr, Curt-Frenzel-Stadion“) kennt Henry Haase: „Wir müssen eine Lösung für Deschenau finden. Aber nicht nur für einen einzelnen Spieler, sondern für die ganze Mannschaft.“

Schweres Faul gegen AEV-Stürmer Christoph Ullmann

Die Panther hatten bärenstark angefangen in Düsseldorf und waren der Herr im ISS Dome. Matt Fraser und Drew LeBlanc in Hochform stellten auf 2:0 für den AEV. Selbst nach dem 1:2-Anschlusstreffer, natürlich durch Descheneau, der mit viel Glück die Scheibe mit seinem Körper abfälschte, folgte die hässlichste Szene des Spiels und der gesamten Serie. John Henrion rammte AEV-Stürmer Christoph Ullmann von hinten brutal in die Bande. „Der Puck war längst woanders, da habe ich es hinter mir scheppern gehört“, schildert AEV-Kapitän Steffen Tölzer die Szene. Ullmann blieb minutenlang regungslos auf dem Eis liegen. Der Ex-Nationalspieler hatte offenbar die Zunge verschluckt, als er bewusstlos war. Der herbeigeeilte DEG-Mannschaftsarzt leistete erste Hilfe und Ullmann ging es offenbar kurz darauf besser. Zu eingehenden Untersuchungen wurde er anschließend in ein Düsseldorfer Krankenhaus gebracht.

Wie es dem AEV-Mittelstürmer am Samstag geht, verraten die Panther nicht. „Keine Details“, sagt Sportmanager Duanne Moser auf Anfrage. In den Play-offs herrschen besondere Regeln: dem Gegner sollen so wenig Informationen wie möglich geliefert werde.

Augsburgs Christoph Ullmann wird verletzt vom Eis gebracht.
Foto: Marius Becker, dpa

Doch ist kaum vorstellbar, dass Ullmann am Sonntag wieder aufläuft. Da auch Thomas J. Trevelyan mit einer Oberschenkelverletzung für den Rest der Saison ausfällt, könnte AEV-Talent Marco Sternheimer am Sonntag sein Play-off-Debüt im Panther Dress geben. „Ich bin bereit, wenn man mich braucht“, sagte der Center am Freitagabend, als er half die Taschen in den Mannschaftsbus zu tragen.

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AEV-Kapitän Steffen Tölzer: Sind das bessere Team

Henrion musste mit einer Spieldauerstrafe in die Kabine, die Panther bauten in Überzahl ihren Vorsprung auf 3:1 aus. Doch im letzten Drittel gelang der DEG wieder der Ausgleich und der Rest ist bekannt. Egal wie, der Weg ins Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft führt für die Augsburger über die Paradereihe der DEG. Der Sturm mit Descheneau, Kapitän Alexander Barta und Ex-Nationalstürmer Philip Gogulla erzielte neun von 17 Toren gegen die Panther. „Die Reihe müssen wir am Sonntag ausschalten“, sagt AEV-Kapitän Steffen Tölzer.

Auch die Düsseldorfer machten sich nach dem 4:3-Erfolg in der Verlängerung und dem 3:3-Ausgleich in der Serie am späten Freitag Abend Mut. Alexander Barta brüllte ins Stadionmikrofon: „Hört auf an uns zu zweifeln, wir sind eine geile Truppe.“ Die Panther wollen beweisen, dass sie noch einen Tick besser in der erwartet engen Serie sind. Im Halbfinale würde auf die Augsburger der Deutsche Meister EHC Red Bull München warten. Ein Duell, dass die Fans beider Lager noch mehr elektrisieren würde als der Kampf zwischen AEV und DEG.

Doch zuerst muss das Team von Trainer Mike Stewart die Düsseldorfer mit ihrem Ausnahmekönner Deschenau in die Knie zwingen. Im fünften Duell in Augsburg ließ sich der 24-jährige Kanadier vom Publikum provozieren und zeigte obszöne Gesten. Seinem Spiel hat es bisher nicht geschadet. Mannschafts-Kapitän Tölzer nennt zwei Gründe, warum die Panther letztendlich triumphieren werden: „Weil wir das bessere Team sind und daheim spielen.“

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