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Augsburger Panther
16.02.2020

Aufgeholt und doch verloren: Bittere AEV-Pleite gegen Wolfsburg

Den Faustkampf gegen Jeff Likens gewann AEV-Stürmer Adam Payerl zwar, das Spiel ging jedoch an die Wolfsburger.
Foto: Siegfried Kerpf

Die Augsburger Panther kommen nach einem 0:2 im Nachbarschaftsduell gegen die Grizzlys noch zurück, müssen sich dann aber mit 2:4 geschlagen geben.

Die Gäste aus Wolfsburg hatten es nicht eilig, die Heimfahrt anzutreten. Gut gelaunt belagerten sie am Sonntagabend den Vorraum zwischen den Kabinen, unten in den Katakomben des Curt-Frenzel-Stadions. Die einen dehnten entspannt ihre Muskulatur, die anderen radelten sich das Laktat aus den Oberschenkeln. Die Türe zur Kabine der Panther dagegen blieb lange geschlossen. Dann tröpfelten die Augsburger Profis frisch geduscht und in die schicken Klub-Anzüge gehüllt heraus und verabschiedeten sich in die Nacht. Gerade hatten sie das Spiel gegen den Tabellennachbarn aus der Autostadt mit 2:4 verloren. Nach einem Fehlstart und dem damit verbundenen 0:2-Rückstand hatten sie sich zurückgekämpft, zum 2:2 ausgeglichen – und dann doch verloren.

"Wir sind nicht gut aus der Kabine gekommen", analysierte Panther-Trainer Tray Tuomie treffend. Was daran gelegen haben könnte, dass seine Mannschaft am Freitag noch in Bremerhaven 6:2 gewonnen hatte, die Nacht im Bus verbracht und erst am Samstagmorgen zurück nach Augsburg gekommen war. Tuomie: "Wolfsburg hat uns am Anfang wahnsinnig unter Druck gesetzt. Wir sind aber zurückgekommen und waren nah dran am Führungstor. Leider ist uns das nicht gelungen, manchmal ist eine Unterzahlsituation entscheidend."

Immerhin einen Faustkampf gewannen die Panther

Genau genommen meinte der Trainer zwei derartige Situationen. Denn erst hatten die Wolfsburger mit zwei Mann mehr agieren dürfen – und trafen zum 3:2. Kurz darauf bescherten die Schiedsrichter auch den Augsburgern eine derartige numerische Überlegenheit – die ohne Treffer verstrich. Diese beiden Schlüsselszenen spielten sich im letzten Drittel ab.

Zuvor hatten die Gäste in Person von Spencer Machacek gleich die erste Möglichkeit zum Führungstreffer für Wolfsburg (2.) genutzt. Ein trockener Schlagschuss schlug hinter Olivier Roy im Panthertor ein. In Unterzahl erhöhte Alexander Johansson auf 2:0 (14.).

Immerhin einen Faustkampf gewannen die Panther: Adam Payerl war mit Jeff Likens aneinandergeraten. Die beiden hatten schon in der vergangenen Saison eine handfeste Auseinandersetzung, die ebenfalls mit einem Punktsieg für den Augsburger endete.

Vor dem Anschlusstreffer kombinierten die Augsburger Panther in Tiki-Taka-Manier

Es bedurfte schon eines genialen Spielzugs über Drew LeBlanc, Scott Kosmachuk und abschließend Jaroslav Hafenrichter, um den Anschlusstreffer zu schaffen. In bester Tiki-Taka-Manier kombinierte sich das Trio über die Eisfläche – so schön kann Eishockey sein. Nicht ganz so schön, aber genauso effektiv war, was Brady Lamb kurz darauf machte: Der Verteidiger schlenzte den Puck in Richtung gegnerisches Tor, der leicht abgefälscht an Grizzlys-Torwart Felix Brückmann vorbei zum 2:2 im Netz landete (29.).

Es folgten die eingangs beschriebenen Unterzahl-/Überzahlsituationen. Die erste nutzte Wolfsburgs Fabio Pfohl zur 3:2-Führung (53.). Die Fans protestierten zwar lautstark, denn unmittelbar vorher hatte Lamb seinen Schläger in einem Zweikampf verloren. Die Schiedsrichter werteten das aber als Ergebnis eines normalen Aufeinandertreffens mit dem Gegenspieler.

Nach der erneuten Wolfsburger Führung kochte das Curt-Frenzel-Stadion

So oder so: Jetzt kochte das Curt-Frenzel-Stadion. Und als die Panther ihrerseits mit zwei Mann mehr auf dem Eis standen, passierte: nichts. Als Panther-Trainer Tray Tuomie dann kurz vor Ende seinen Torwart zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis nahm, sorgte Mathis Olimb für den 4:2-Endstand. "Wir waren nicht in der Lage, bei fünf gegen drei auszugleichen. Wir müssen das jetzt schnell analysieren und abhaken, es geht am Dienstag schon weiter", sagte Tuomie. Dann steht das Auswärtsspiel in Nürnberg auf dem Plan.

Augsburger Panther Roy - Tölzer, Lamb; Haase, McNeill; Valentine, Sezemsky; Rogl - Hafenrichter, LeBlanc, Kosmachuk; Schmölz, Stieler, Payerl; Trevelyan, Gill, Fraser; Holzmann, Mayenschein, Sternheimer

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17.02.2020

Das war kein gutes Match des AEV. Der Zeitpunkt, zu dem man sich so etwas leistet ist deutlich schlecht.
Will irgend jemand in den PO die „Erklärung“ hören: „Wir mussten reisen!“ Mitte/Ende Februar muss sich ein Team der PO-Form nähern. Da spielt man auch alle 2/3 Tage. Und will man in den PO reüssieren, muss man jetzt Selbstbewusstsein tanken. Gerade unter letzterem Gesichtspunkt war das Match gestern so richtig doof. Wolfsburg, dass sich in den letzten Wochen auf dem aufsteigenden Ast befindet, kann der Gegner in den Pre-PO sein. Die kommen da mit breiter Brust ins CFS.

Zum Spiel selbst. Wenn ich es richtig gesehen habe, hatte Wolfsburg im 1. Drittel zwei Schüsse aufs Tor, und die waren drinn. Beide Male nach großzügigen defensiven Schlafwagen-Einlagen des AEV. In beiden Spielzügen konnte man mental und physisch folgen. Und das zog sich durch das ganze Match. Wer noch in Erinnerung hat, mit welchem Speed dieser AEV in den letzten beiden Saisons jeden Gegner an die Wand nageln konnte, der konnte gestern einen Liegestuhl mitbringen. Wenn man sich dann da drin, jedes Mal wenn es in der Spieleröffnung zu einem schlechten Pass gab, umdrehen wollte, wäre man zum Rotor geworden.
Die zünftig durchgewechselten Reihen haben bislang keine Sicherheit entwickeln können.

Was man dem AEV nicht absprechen kann, ist die große Leidenschaft, mit der sich das Team gegen die Niederlage gestemmt hat. Das begann beim sehenswerten Fight von Adam Payerl. Wer die Bank während des Fights aber auch bei Adams Rückkehr beobachtet hat, konnte sehen was das dort ausgelöst hat. Bis zum 2:2 wurde es dann wirklich sehenswert. Leider hatte man mit dem 2:2 das Pulver verschossen. Die fehlenden mentale und physische Bereitschaft, den Bock nun ganz umzustoßen, war leider mit Händen zu greifen.
Dagegen hat die Halle großartig angekämpft. Es war eine tolle Atmosphäre!
Bei der 5:3 Überzahl hätte man nach meinem Geschmack stärker ins Risiko gehen und Roy schon da vom Eis nehmen können.

Womit wir bei den Schiedsrichtern und dem was die wahrscheinlich „Leistung“ genannt haben wären. Begonnen haben die, indem sie viel durchgehen liessen. Mir persönlich gefällt diese Linie. Die haben die aber vollkommen verloren. Wurden kleinlich. Hatten zu Viert keine Übersicht (Ich glaube, den Fight zwischen Payerl und Likens haben die zuerst auf dem Würfel gesehen). Das Halten des Stockes durch Johansson hat Lamb im Video nicht zu sehen und zu ahnden ist ein starkes Stück. Die Gestreiften waren mal wieder die mit der mit Abstand schlechtes Performance auf dem Eis.

In Summe - weder die Reise noch die schlechten Zebras dürfen als Ausrede für eine vollkommen überflüssige Niederlage herhalten.

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