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Aus der DEL wird die Discounter-Liga: Diese Umbenennungen müssen noch sein

Aus der DEL wird die Discounter-Liga: Diese Umbenennungen müssen noch sein
Glosse Von Milan Sako
07.07.2020

Längst erwirtschaften die Sportvereine mit der Vergabe von Namensrechten viel Geld. Es begann mit Jägermeister Braunschweig und treibt seltsame Blüten.

Das wäre doch eine Möglichkeit, wenn man es nicht mehr hören und sehen und lesen kann. Sich auch einen Zusatz verpassen. Zugegeben, ein eher symbolischer Akt des Protests, ein fast schon hilfloser Versuch, seinen Unmut gegen die unsägliche Titelsponsor-Flut kundzutun. Schnöde Bundesliga war gestern. Heute werfen die Männer in der Liqui Moly Handball-Bundesliga auf Tore und in der EasyCredit Basketball-Bundesliga auf Körbe.

Jetzt ziehen die Eishockeyprofis nach. 1994 war die Krombacher Deutsche Eishockey-Liga gegründet worden. Der Brauer ist längst verschwunden. Künftig geht die DEL erst mal zu Penny. Die Partnerschaft mit dem Lebensmittel-Discounter ist auf vier Jahre ausgelegt. Das Unternehmen der Rewe Gruppe wird mit seinem Logo auf den Spielertrikots, auf den Toren oder auf den Schiedsrichtern zu sehen sein. Auch die Nationalmannschaft ist in das große Sponsoring-Paket eingeschnürt.

Es weiß niemand, wann die Saison in der höchsten deutschen Eishockey-Klasse mit den Augsburger Panthern beginnt, denn der geplante Termin, 18. September, wird nicht zu halten sein. Wenn es dumm läuft, geht es erst im November los. Da bis dahin die Eishockey-Spieler auf einen Teil ihrer Gehälter werden verzichten müssen, kann es nicht schaden, mal die günstigen Angebote im Supermarkt zu studieren.

Gestatten: das neue Logo der DEL.
Bild: DEL

Aus der Werbeflut ist längst ein Tsunami geworden

Was im März 1973 in Braunschweig begann, ist nicht mehr aus dem deutschen Sport wegzudenken. Damals wollte der Likörhersteller Günter Mast den Braunschweiger Löwen aus dem Vereinswappen der Eintracht durch den Hirschkopf ersetzen. Jägermeister hat alle irgendwie besoffen gemacht. Seitdem ist die Trikotwerbung und das Abtreten der Namensrechte aus dem Profi-Sport nicht wegzudenken. Die Werbeflut ist längst zum Tsunami angeschwollen. In Fürth hieß das Fußballstadion mal Trolli- mal Playmobil-Arena. Kippen, Schnaps und Porno – alles Alltag auf den Trikots.

Die Österreicher treiben es bunt

Ebenso bunt wie die deutschen Basketballer – Ratiopharm Ulm im Sinn – treiben es unsere südlichen Nachbarn mit den Namensrechten im Fußball. In der Tipico Bundesliga kicken der FC Flyeralarm Admira Wacker, Pellets Wolfsburger AC oder Cashpoint Altach. So unkompliziert sind unsere Tiroler Nussöl Österreicher. Es grüßt aus Zwetschgendatschi Augsburg in Paradiescreme Bayern herzlichst ihr Milan Ohropax Baldrian Hormocenta Sako.

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