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AEV

14.09.2018

Bakos: "Sternheimer und Bullnheimer haben es noch nicht geschafft"

Beim Testspiel überzeugte der AEV-Nachwuchs gegen die Gäste aus Thurgau mit 8:0. Für das Team um Coach Michael Bakos (rechts) ein wichtiger Erfolg am Ende der Vorbereitung.
Bild: Annette Zoepf

Der Trainer der U20 des AEV spricht über den Sprung zu den Profis, die anvisierten Saisonziele seiner Nachwuchsmannschaft und die gelungene Vorbereitung.

Mit einem deutlichen 8:0-Sieg über den HC Thurgau endet die Vorbereitung. Lief es in den vergangenen Wochen immer so gut?

Michael Bakos: Losgelöst von den Ergebnissen haben wir eine ordentliche Vorbereitung gespielt, auch wenn wir in einigen Bereichen noch Luft nach oben haben. Ich denke da an das erste Spiel gegen Landshut, eine 1:2-Niederlage. Zwar haben wir als Mannschaft besser funktioniert als in den drauf folgenden Spielen, haben aber trotzdem verloren. Nichtsdestotrotz haben meine Jungs sichtlich was mitgenommen und aus den vergangenen Spielen und Trainingseinheiten gelernt.

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Bakos: Beispielsweise wird der Spieler mit der Scheibe immer besser unterstützt. Und in der neutralen Zone spielen wir schneller und geradlinig. Alles Angewohnheiten, die wir uns erarbeitet haben.

Das klingt, als wäre das Team gewappnet für das erste Spiel in der Division 1, der höchsten Nachwuchsklasse der Deutschen Nachwuchs Liga (DNL)?

Bakos: Wir sind ein gutes Team, wenn wir am eigenen Spiel festhalten und jeder sich in den Dienst der Mannschaft stellt. In der letzten Phase der Vorbereitung haben wir meist zehn bis 20 Prozent zu wenig gegeben. Die müssen wir wieder rausholen. In den letzten zwei Wochen waren wir uns selbst der größte Gegner. Aber ich bin mir sicher, dass es wieder anders aussieht, wenn wieder der Wettbewerb und die Punkte im Vordergrund stehen.

Die acht besten deutschen Klubs spielen in der Division 1. Wie hoch sind die Chancen des AEV?

Bakos: Wir haben keinen leichten Stand, dürfen aber auch nicht vergessen, dass wir uns die Position in der vergangenen Runde hart erarbeitet und verdient haben. Mit Mannheim, Köln und Berlin sind die Favoriten meiner Meinung nach klar. Sicherlich sind wir da nicht ganz auf Augenhöhe, sondern sehen uns weiterhin als Underdogs. Unser Ziel ist es, die Saison über konstant zu spielen. Schaffen wir das, wird es interessant.

Marco Sternheimer stammt aus dem Nachwuchs des AEV und soll in dieser Saison den Sprung in das DEL-Team schaffen.
Bild: Siegfried Kerpf

Apropos Ziel: Welche Platzierung ist drin?

Bakos: Offiziell habe ich noch kein Saisonziel ausgegeben. Die Jungs kennen die Lage und unseren Stand in der Liga. Sind wir realistisch, dann wäre Platz sechs ein Riesenerfolg. Dafür werden wir bis zum Schluss kämpfen. Schließlich wollen wir bis zum Ende ein Wörtchen mitsprechen. Wichtig ist es mir auch, dass die individuellen Fähigkeiten meiner Spieler stets verbessert werden und meine Jungs Fortschritte erzielen.

Bei Marco Sternheimer und Tim Bullnheimer scheint das funktioniert zu haben. Sie haben einen Ausbildungsvertrag bei den Panthern erhalten. Ist die DNL Sprungbrett in die Profiklasse?

Bakos: Marco ist schon recht nah dran, wie ich das von außen her beurteilen kann. Er hat auch nichts mehr in der U20-Liga zu suchen (lacht). Aber bei allem Respekt: Geschafft haben es die beiden Jungs noch lange nicht. Sie haben lediglich die große Möglichkeit erhalten, die Profilaufbahn einzuschlagen.

Das klingt hart.

Bakos: Ja, aber erst mit 22, 23 Jahren lässt es sich im Normalfall sagen, ob sie den Schritt wirklich geschafft haben. Die nächsten drei, vier Jahre werden für sie entscheidend und von viel Disziplin und einem harten Kampf geprägt sein. Jeden Tag, in jedem Training müssen sie sich beweisen und alles geben. Verdient hätten sie es sich.

Der 18-jährige Tim Bullnheimer erhält eine Förderlizenz für Oberligist Memmingen.
Bild: Ulrich Wagner

Der AEV ist laut Verband ein 5 Sterne-Ausbildungsclub. Wieso haben es trotzdem viele Talente so schwer, die Profilaufbahn einzuschlagen?

Bakos: Für eine sportliche Karriere auf höchstem Niveau müssen viele Faktoren zusammenkommen. Die Jungs sind Jugendliche und eben in dem Alter, wo Schule, Ausbildung oder Studium eine wichtige Rolle neben des Sports spielen. Auch die Eltern sprechen natürlich und richtigerweise noch mit. Hinzu kommt, dass aktuell nur ganz wenige Vereine in Deutschland den finanziellen Rahmen haben, eigenen und auswärtigen Perspektivspielern leistungssportgerechte Bedingungen zu bieten. Schaut man noch genauer hin, sieht man, dass so wie es sich derzeit gestaltet, in der Division 1 ohnehin nicht ausschließlich die besten Spieler aktiv sind. Auch in der Division 2 und vereinzelt in der Division 3 gibt es viele Toptalente.

Wie sieht es aktuell in Augsburg aus?

Bakos: In den letzten Jahren hat sich einiges im Augsburger Nachwuchs bewegt, auch finanziell. Zufrieden bin ich aber noch lange nicht, denn wollen wir uns langfristig unter den Top Nachwuchsstandorten etablieren, bedarf es noch größerem Einsatz.

Wer darf sich in ihrer Mannschaft Hoffnungen machen, den gleichen Schritt wie ein Marco Sternheimer zu gehen?

Bakos: Es sind ein paar Jungs dabei, für die es ganz positiv aussieht. Der Weg ist geebnet, die Möglichkeit ist da. Allen voran liegt es aber an ihnen selbst, was sie aus ihren Möglichkeiten machen. Das wird sich in den kommenden Monaten gegen die sieben besten Teams Deutschlands und auch in den Folgejahren zeigen. Jeder einzelne Trainingstag zählt.

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